21.06.2004
Saunaanlagen umweltschonend und energieeffizient betreiben
Im Zuge der gesundheitsorientierten Wellness-Bewegung spielt die Sauna mit ihren medizinisch anerkannten positiven Effekten eine tragende Rolle. In Hotels, Wellness- und Fitness-Einrichtungen gehören Saunaanlagen vielerorts zum Standard. Bei allen positiven gesundheitlichen Aspekten dürfen aber deren großer Energiebedarf und damit die umwelt- und energierelevanten Auswirkungen nicht unterschätzt werden. Eine noch wenig bekannte Möglichkeit, eine Sauna umweltschonend zu beheizen, bietet die Nutzung von Erdgas. Dieser Energieträger hat aber nicht nur hinsichtlich der Umwelt Vorteile; mit ihm lassen sich die Betriebskosten gegenüber einem strombeheizten Saunaofen deutlich reduzieren! Das teilte jetzt die ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. mit.
Einer
der Anbieter von erdgasbeheizten Saunen ist die Firma Westenberg
Sauna Equipment aus 48703 Stadtlohn. Das Unternehmen bietet diese
Anlagen in verschiedenen Konfigurationen insbesondere für
gewerbliche Anwender an.
Die Pyramiden-Saunagasöfen wurden speziell für den Einsatz
in größeren, kommerziell betriebenen Anlagen entwickelt.
Sie sind in den Leistungsstufen 24 kW, 48 kW, 72 kW und 96 kW
erhältlich. Drei dieser Öfen mit einer Gesamtleistung
von 198 kW kommen zum Beispiel im Freizeitbad „Monte Mare“
in Kaiserslautern zum Einsatz.
Die Pyramiden-Saunagasöfen arbeiten nach dem Prinzip der
finnischen Sauna: Es werden Steine erhitzt, die wiederum ihre
Wärme an die Umgebung abgeben. Durch die großflächige
Abstrahlung wird die Hitze gleichmäßig in der gesamten
Saunakabine verteilt.
Ein Pyramiden-Saunagasofen besteht aus einem Rohrsystem, das im
Bereich der Saunakabine wie eine Pyramide geformt und dort von
Steinen umgeben ist, einem Gasbrenner, einem Ventilator sowie
einem Kamin. Der Ventilator befindet sich kurz vor dem Kamin am
Ende des Rohrsystems und erzeugt dadurch in den vor ihm befindlichen
Rohrleitungen einen Unterdruck. Die auf diese Weise angesaugte
Außenluft gelangt zunächst zum Gasbrenner, wo sie erhitzt
wird und sich mit den Abgasen des Brenners vermischt. Danach durchläuft
das Rauchgas-Luft-Gemisch die Pyramide sowie unter den Saunabänken
befindliche Rohre, bevor sie schließlich durch den Kamin
entweicht. Da die Heißluft vom Pyramidenofen nicht direkt
in den Kamin gelangt, sondern erst noch die unter den Bänken
verlegten Rohre passiert, betragen die Abgastemperaturen nicht
mehr als etwa 80 °C.
Dieser effizienten Abwärmenutzung haben die Pyramidenöfen
ihren hohen Wirkungsgrad mit zu verdanken und kommen daher mit
etwa einem Drittel der Betriebskosten aus, die eine mit Strom
betriebene Anlage vergleichbarer Leistung verursachen würde.
Zum Beispiel für eine Saunakabine mit einem Leistungsbedarf
von 24 kW sowie einer täglichen Öffnungszeit von zehn
Stunden an 350 Tagen im Jahr gibt der Hersteller ganz konkret
eine Ersparnis von mehr als 5.000 Euro pro Jahr an! Außerdem
besitzen die Pyramidenöfen den Vorteil, dass ihre Wartung
ohne Unterbrechung des Betriebes der übrigen Anlagen durchgeführt
werden kann, da sich alle technischen Einrichtungen außerhalb
der Saunakabine befinden.
Bei der Entwicklung des Systems wurden natürlich Sicherheitsbelange
berücksichtigt. So läuft beim Einschalten zunächst
nur der Ventilator an und spült für mindestens 30 Sekunden
das gesamte Rohrsystem mit Frischluft – was einem dreifachen
Luftwechsel entspricht –, ehe die Gaszuleitung zum Brenner
freigegeben wird. Erst wenn der erforderliche Unterdruck erreicht
ist, zündet der Brenner, wobei anschließend eine Ionisationssicherung
dessen Betriebsweise laufend überwacht. Da praktisch im gesamten
Rohrsystem Unterdruck herrscht – der Ventilator befindet
sich ja erst kurz vor dem Kamin – sorgt dieser für zusätzliche
Sicherheit: Sollte während des Betriebes ein Leck im Rohrleitungsnetz
entstehen, können die Abgase nicht in den Saunainnenraum
entweichen. Mit erdgasbetriebenen Saunen können die Betriebskosten
nachhaltig gesenkt werden.
