20.04.2005
Feinstaub: Quellen der
Staub-Emissionen
In der aktuellen Diskussion um
Feinstaub und die daraus resultierenden Gesundheitsgefahren wird vor
allem der Straßenverkehr thematisiert. Laut GEMIS 4.2 (Globales
Emissions-Modell Integrierter Systeme) zeigen dabei Dieselfahrzeuge im
Vergleich der Personenwagen das schlechteste Staub-Emissionsverhalten
auf: Auf Basis des Durchschnitts der in Deutschland erhältlichen
Dieselqualitäten weist GEMIS dafür ein Emissionsvolumen von 67,8 Gramm
pro 1000 Personenkilometer aus – für benzingetriebene Fahrzeuge dagegen
im Mittel noch 19,3 Gramm. Besser stehen Erdgasfahrzeuge da; hier
betragen die Staubemissionen im Mittel je nach Typ nur 14,1 Gramm
beziehungsweise 5,4 Gramm pro 1000 Personenkilometer bei den
Fahrzeugen. In einem Hintergrundpapier vom März 2005 macht das
Umweltbundesamt verschiedene konkrete Vorschläge zur Emissionsminderung
im Verkehrsbereich, unter anderem, Busse, Müllfahrzeuge und andere
kommunale Versorgungsfahrzeuge auf Erdgas umzustellen.
Wenngleich die Verbrennungsabgase im Straßenverkehr in der Öffentlichkeit als Hauptursache für die Feinstaubbelastung
wahrgenommen werden, emittieren tatsächlich andere Verbrennungsprozesse, etwa in Kraftwerken oder Heizungsanlagen,
fast genauso viele Partikel – im Jahr 2002 laut Umweltbundesamt nämlich rund 34.000 Tonnen der Kategorie PM 10
(Partikeldurchmesser kleiner oder gleich zehn Mikrometer). Nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und
umweltfreundlichen Energieverbrauch e. V. könnten die hohen Staubemissionen von Verbrennungsprozessen durch
emissionsarme Energieträger signifikant gesenkt werden. Denn die verschiedenen Energieträger unterscheiden sich deutlich
hinsichtlich ihrer Partikelemission1.
Laut GEMIS 4.2 emittieren Steinkohlen-Briketts bei der Bereitstellung
einer Kilowattstunde Nutzwärme nämlich 1,25 Gramm Staub, gefolgt von
Braunkohlenbriketts, die je nach Herkunft – Rheinland oder Lausitz –
0,63 Gramm beziehungsweise 0,50 Gramm Staub freisetzen. Das Heizöl
(Brennwerttechnik) mit rund 0,03 Gramm Staub pro kWh Nutzwärme setzt
immer noch die dreifache Menge an Staubpartikeln im Vergleich zu Erdgas
(Brennwerttechnik) mit 0,01 Gramm frei. Biogene Brennstoffe2
weisen ebenfalls ein schlechteres Emissionsverhalten als Erdgas auf.
Eine Holzhackschnitzel-Heizung (10 kW) beispielsweise produziert laut
GEMIS 0,27 Gramm Staub pro Kilowattstunde Nutzwärme, ein
Holzpellets-Heizungssystem mit gleicher Leistung immerhin noch rund
0,08 Gramm. Das Umweltbundesamt erwartet in Zukunft beispielsweise in
der Gruppe Haushalte und Kleinverbraucher, die schon jetzt mehr als
zehn Prozent des gesamten Staubaufkommens verursacht, einen weiteren
Anstieg der Emissionen, unter anderem wegen des verstärkten Einsatzes
von Holz als Brennstoff.
Als
Feinstaub definiert man Partikel mit einer Größe von unter zehn
Mikrometern. Dabei gelten vor allem Partikel mit einem Durchmesser von
weniger als 2,5 Mikrometern als besonders gefährlich, da sie als
„lungengängiger Feinstaub“ tief in das menschliche Atmungsorgan
eindringen.
ASUE
1 GEMIS-Datenblatt „Wärme-Heizung (el-mix) – Wärmebereitstellung je kWh
Nutzwärme“ unter Berücksichtigung folgender Systemgrenzen: Betrachtung
des gesamten Lebenszyklus inkl. Transporte + Materialvorleistung ohne
Entsorgung.
2 GEMIS-Datenblatt „Wärme-Heizung Bio-Rest – biogene Wärmebereitstellung je kWh Nutzwärme“ unter Berücksichtigung folgender
Systemgrenzen: Gesamter Lebenszyklus inkl. Transporte + Materialvorleistung ohne Entsorgung.
