04. April 2012, Berlin

Dezentrale KWK: Schlüsseltechnologie der Energiewende

Drei Viertel der in Deutschland befindlichen Wohngebäude wurden vor Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 gebaut und befinden sich zurzeit in einem energetisch unsanierten Zustand. Hinzu kommt, dass sich nicht einmal 20 % der rund 17,8 Millionen installierten Heizungsanlagen auf dem aktuellen Stand der Technik befinden. Hier zeigt sich ein beträchtliches Potential zur Steigerung der Energieeffizienz. 

Die Energieeinsparverordnung (EnEV), die im Jahr 2002 in Kraft getreten ist, soll helfen dieses Potential zu erschließen. Sie begrenzt den zulässigen Primärenergiebedarf eines Gebäudes. Die EnEV hat dazu geführt, dass seither eine ganzheitliche energetische Betrachtung erfolgt, die die Gebäudehülle und die Anlagentechnik einbezieht. Der Eigentümer hat nun die Wahl, ob er in den Wärmeschutz oder in die Heiztechnik oder einen Mix aus beiden investiert.
Bei energetisch unsanierten Altbauten, die aufgrund ihrer baulichen Substanz einen höheren Wärmebedarf aufweisen, kann z. B. die Nutzung einer effizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlage eine interessante Alternative darstellen. Somit werden auch die Anforderungen der EnEV eingehalten und CO2-Emissionen minimiert.

Das Funktionsprinzip der Geräte ist denkbar einfach: Durch die Verbrennung von Erd- oder Bio-Erdgas entsteht zeitgleich einerseits kostbare Wärme für die Heizung und Warmwasserbereitung und andererseits wird über einen Generator wertvoller Strom erzeugt. 

Durch die Strom- und Wärmeerzeugung direkt im Haus verkürzen sich die Transportwege und damit reduzieren sich die Übertragungsverluste auf ein Minimum. Die Wärme wird direkt vor Ort genutzt. Dies ist ein entscheidender Effizienzvorteil gegenüber Großkraftwerken, wo die Abwärme meist ungenutzt bleibt. Hierdurch können Primärenergieeinsparungen von bis zu 30 % realisiert werden. 

Auch erhält der Betreiber der KWK-Anlage auf die erzeugte Strommenge eine Fördervergütung nach dem Gesetz zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung. Zudem kann der nicht selbst genutzte Strom ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden – dafür gibt es dann sogar noch eine Einspeisevergütung. 

Mittlerweile stehen KWK- Anlagen auch im kleinen Leistungsbereich von 1 – 5 kW elektrisch für den Kunden zur Verfügung. Eine im Auftrag der ASUE erstellte Studie des IZES Institut kommt zu dem Ergebnis, dass allein im Bereich der KWK-Anlagen bis 50 kW elektrisch ein Zubaupotential von rund 500 MW bis zum Jahr 2020 besteht.  

Um die Effizienzpotentiale der Anlagen weiter zu steigern, gilt in Zukunft ein besonderes Interesse dem Zusammenschluss mehrerer kleiner dezentraler KWK-Einheiten zu einer großen. Die sogenannten virtuellen Kraftwerke sollen in Zukunft dazu beitragen, die volatilen erneuerbaren Energien wie z. B. die Windenergie auszugleichen. Effiziente dezentrale KWK-Anlagen können somit einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Energiewende beisteuern. 

Informationen zu KWK-Anlagen finden Sie in der ASUE-Broschüre „BHKW-Fibel", die Ihnen als PDF hier zur Verfügung steht.

Vertiefende Information zu Mikro-KWK-Anlagen bietet Ihnen die ASUE-Broschüre „Strom erzeugende Heizung“. 
Die Broschüre finden Sie als PDF hier.

 

ASUE
Arbeitsgemeinschaft für sparsamen 
und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V.

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