19.01.2005

"Die stromerzeugende Heizung"

ASUE präsentiert erstmals KWK-Gerät für das Einfamilienhaus

Auf der Gasfachlichen Aussprachetagung in Frankfurt/Main Anfang November letzten Jahres hat die ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e. V. erstmals ein für ein Einfamilienhaus prädestiniertes KWK-Gerät vorgestellt.

Während die dezentrale Erzeugung von Strom und Wärme in Blockheizkraftwerken von kleinen bis großen Leistungsbereichen bereits seit Jahren zum Stand der Technik gehört und sich vielfach bewährt hat, ist der Markt für die so genannte Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung für den Einfamilienhausbereich noch nahezu unerschlossen – zumindest in Europa. Zwar gibt es schon seit Jahren Entwicklungen, die in Richtung eines sehr kleinen Leistungsbereichs (etwa 1 kWel) gehen, jedoch hat keines dieser Projekte bisher die Serien- oder Marktreife erreicht. Das jetzt von der ASUE präsentierte Mikro-BHKW der Firma Honda mit einer elektrischen Leistung von 1 kW und einer thermischen Leistung von 3,25 kW ist bereits seit mehr als einem Jahr auf dem japanischen Markt verfügbar. Das Unternehmen erwartet, dass das Gerät zukünftig auch alle technischen Voraussetzungen erfüllen wird, um auch in Europa Marktreife zu erlangen.

Das Honda-Modul soll mit allen in Deutschland verfügbaren Gasarten betrieben werden können. Vorteilhaft ist der Betrieb mit Erdgas aufgrund seiner besonders umweltschonenden Eigenschaften und seiner Verfügbarkeit in über 17 Millionen Haushalten in Deutschland.

Herzstück des Moduls ist ein Einzylinder-Viertakt-Motor, der über einen Generator Strom erzeugt. Da die beim Betrieb des Motors entstehende Abwärme zusammen mit der dem Abgas über einen Wärmetauscher entzogenen Wärmeenergie genutzt wird, besitzt das System einen thermischen Wirkungsgrad von 65 Prozent. Zusammen mit dem elektrischen Wirkungsgrad von 20 Prozent ergibt sich ein Systemwirkungsgrad von 85 Prozent, bezogen auf die eingesetzte Primärenergie.

Das Mikro-BHKW von Honda wurde hinsichtlich seiner Leistung so ausgelegt, dass es den durchschnittlichen Grundlastbedarf an Strom und Wärme eines Einfamilienhauses decken kann. Lastspitzen müssen dann von sekundären Systemen abgefedert werden. Zur Deckung eines höheren Warmwasser- oder Heizungsbedarfs empfiehlt sich beispielsweise die Kombination mit einem Gas-Brennwertgerät. Strombedarfsspitzen werden über die Verbindung mit dem öffentlichen Netz gedeckt. Auch ggf. zu viel produzierter Strom kann dort eingespeist werden. In der Praxis profitiert der Anwender vor allem vom hohen Wirkungsgrad des Moduls durch die effiziente Ausnutzung des Primärenergieträgers Erdgas. Dies bestätigen Vergleichsrechnungen für verschiedene Modellhaushalte. Darüber hinaus ergaben Untersuchungen auf einem neutralen Prüfstand, dass sich die vom Hersteller angegebenen Effizienz-, Verbrauchs- und Servicedaten auch in der Praxis erreichen lassen. Außerdem hat die Selbstversorgung mit Strom und Wärme den Vorteil, von Zulieferungen durch externe Anbieter weitgehend unabhängig zu sein. Für eine breite Anwendung dieses Moduls sprechen sicher auch die kompakten Abmaße von 640 x 380 x 940 mm sowie dessen relativ geringe Geräuschemissionen.

Weiterhin könnte der großflächige Einsatz der Honda-Module einen Beitrag zur Senkung der Kohlendioxid-Emissionen leisten, denn pro Haushalt werden damit bis zu 15 Prozent weniger dieses Treibhausgases eingesetzt.

 

Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Jürgen Stefan Kukuk
Telefon: 0 30 / 22 19 13 49-0
E-Mail: kukuk@asue.de