Erdgas-Brennwerttechnik und Solarwärmeanlagen als abgestimmte Kombination

Solar-Erdgas-Komplettsysteme
Die Verbindung von Erdgas-Brennwertgeräten mit solarthermischen Anlagen setzt sich zunehmend durch, im Neubau gilt sie vielfach schon als Standardlösung. Das hat einen deutlich erkennbaren Trend auf dem Gerätemarkt ausgelöst: Immer mehr Hersteller bieten Solar/Brennwert-Anlagen als integriertes, einbaufertiges „Komplettsystem“, bei dem alle erforderlichen Komponenten aufeinander abgestimmt sind. Damit wird den Endkunden ein zukunftsfähiges, flexibles und wirtschaftliches Heizungssystem an die Hand gegeben. 

Energieeffiziente Lösungen für die Heizung und Warmwasserbereitung werden für Hauseigentümer und Bauherren immer wichtiger. Auslöser sind die Entwicklung der Energiepreise ebenso wie die immer offensiver geführte Diskussion um den Klimawandel. Vor diesem Hintergrund findet auch die Einbindung regenerativer Energien zunehmendes Interesse. Die EU will den Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 auf 20 % steigern. In Deutschland soll ein „Regeneratives Wärmegesetz“ den Rahmen schaffen, um den Anteil der Wärme aus erneuerbaren Energien (heute 6 %) bis 2020 mindestens zu verdoppeln. 

Erfahrungsgemäß bietet der Einsatz moderner Haustechnik gute Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz. Eine besonders attraktive Option ist die Verbindung von Brennwerttechnik und Solarthermie. Solarwärmeanlagen sind auf eine „Basisheizung“ angewiesen. Erdgas-Brennwertgeräte bilden hier die ideale Ergänzung. Sie arbeiten gerade im Teillastbereich sehr effizient und können das schwankende Wärmeangebot der Solarkollektoren flexibel ausgleichen. 

Immer mehr Heizgeräteanbieter liefern kompakte Paketlösungen, die sich sowohl im Neubau als auch bei der Modernisierung bestehender Wärmeversorgungsanlagen problemlos integrieren lassen. Sie sind technisch ausgereift und erreichen durch die abgestimmte Betriebsweise hohe Wirkungsgrade. Gleichzeitig sind die Investitionskosten für solarthermische Anlagen – vor allem bei Ausnutzung der Fördermöglichkeiten – spürbar zurückgegangen. 

Starker Aufwärtstrend bei Solarwärmeanlagen 

Fast 3 Millionen Erdgas-Brennwertheizungen arbeiten inzwischen in Deutschland. Jedes Jahr werden mehr als 300.000 neu installiert – in Neubauten oder im Zuge der Heizungsmodernisierung. Auch die Solarthermie ist heute fester Bestandteil der Haustechnik. Die Zahl der installierten Anlagen stieg in den letzten Jahren rapide an. Ende 2006 gab es in Deutschland nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) rund 940.000 Anlagen (Gesamtkollektorfläche 8,2 Mio. m², Gesamtwärmeleistung 5.750 MW), von denen allein 140.000 im letzten Jahr eingebaut wurden (Bild 1: Grafik „Zahl der installierten Anlagen“). 

Dabei hat der Anteil der Anlagen, die neben der Warmwasserbereitung auch die Raumheizung unterstützen, 2006 deutlich zugenommen (von ca. 25 auf 41 %). Dahinter steht eine Änderung der Solarförderung: Seit Mitte 2005 gibt es für solche „Kombi-Solarwärmeanlagen“ höhere Fördersätze (siehe Infokasten). Auf diese Weise will der Staat den Solaranteil an der Wärmeversorgung von Gebäuden ganz gezielt steigern. 

Auch in eine andere Richtung soll der Solarmarkt durch entsprechende staatliche Impulse angestoßen werden. Bisher wurden fast 90 % der Kollektorfläche in kleinen Anlagen (bis 20 m²) eingebaut. Deutlichen „Nachholbedarf“ gibt es bei Mehrfamilienhäusern. Größere Kollektoranlagen könnten aber ebenso in anderen Bereichen eingesetzt werden: z. B. in Hotels, öffentlichen Einrichtungen, Gewerbe und Industrie. Durch neue Förderbestimmungen für größere Anlagen soll diese Situation verbessert werden. 

Bedarfsgerechte Lösungen für Neubau und Modernisierung 

Ausgereifte, leistungsfähige Geräte- und Anlagentechnik für den weiteren Ausbau der Solarwärmenutzung steht zur Verfügung. Das wachsende Angebot an Komplettsystemen aus Gas-Brennwerttechnik und Solaranlagen macht die Entscheidung für diese Lösung noch leichter. Die Systeme umfassen in der Regel Brennwertgerät und Schichtenspeicher mit allen notwendigen Anschlüssen für die Solarenergienutzung sowie ein abgestimmtes Regelsystem, das für den energieeffizienten Betrieb sorgt. Je nach Hersteller werden ergänzend auch passende Solarkollektoren geliefert. 

Oft stehen die angebotenen „Paketlösungen“ in verschiedenen Leistungsgrößen zur Verfügung, sodass bedarfsgerechte Varianten für Ein- und Mehrfamilienhäuser (bzw. andere größere Objekte) ausgewählt werden können. Die herstellerseitig abgestimmte Kombination der Systemkomponenten erleichtert die Montage. Auch im Hinblick auf die Abmessungen und die Zugänglichkeit der Anschlüsse sind die kompakten Komplettlösungen auf eine problemlose Installation und Wartung ausgelegt. Damit kommen sie den Anforderungen gerade bei der Heizungsmodernisierung im Gebäudebestand entgegen, wo die Bedingungen für den Einbau (Platzverhältnisse, Türbreite usw.) häufig nicht ideal sind. 

Fazit 

Kompakte Energiesparsysteme, die Brennwerttechnik und Solarthermie kombinieren, sind eine intelligente und flexible Lösung, die den Anforderungen des Heizungsmarktes ebenso wie dem aktuellen klimapolitischen Umfeld gerecht wird. Sie ermöglichen Anlagenkonzepte, die den Einsatz regenerativer Energien mit moderner Heiztechnik, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit verbinden. Für Bauherren und Modernisierer bietet es sich an, solche „Komplettlösungen“ frühzeitig in ihre Überlegungen einzubeziehen. Wer eine neue Heizung einbauen lassen will, sollte heute schon im Planungsstadium über die Solarwärmenutzung nachdenken. Und wer umgekehrt eine Solaranlage plant, sollte sich stets auch Gedanken über den Einbau einer effizienten Heizungsanlage machen. Die neuen Geräte können so vielleicht auch Anstöße geben, den Modernisierungsstau in den Heizungskellern aufzulösen. 

ASUE 

Förderprogramme für Solaranlagen 

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert im Rahmen des Marktanreizprogramms eine Reihe von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien.

 
- Solarkollektoren für die Warmwasserbereitung werden mit 60,00 Euro je m² installierter Kollektorfläche, mindestens jedoch mit 412,50 Euro bezuschusst.
 
- Für Solarkollektoren für die kombinierte Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung beträgt die Förderung 105,00 Euro je m² installierter Kollektorfläche.
 
- Das Antragsverfahren wurde erheblich vereinfacht.

    Das KfW-Programm „Erneuerbare Energien“ schafft seit dem 1. Mai 2007 attraktivere Bedingungen für große Solarwärmeanlagen (ab 40 m² Kollektorfläche) zur Heizungsunterstützung, zur solaren Kühlung und zur Bereitstellung von industrieller Prozesswärme. Sie werden mit zinsverbilligten KfW-Darlehen und Tilgungszuschüssen gefördert. Für solche Anlagen (z. B. in Mehrfamilienhäusern ab drei Wohneinheiten) kann außerdem ein „Innovationsbonus“ gewährt werden. Damit lässt sich die Fördersumme im Vergleich zur Standardförderung verdreifachen.

    www.bafa.de, Rubrik Energie, Erneuerbare Energien
    www.kfw.de 

    Bildvorschläge/Bildunterschriften 

    Bild 1 [Grafik „Zahl der installierten Solaranlagen“, Quelle BSW] 

    Bild 2 [Buderus Logamax plus GB152 T]: Buderus bietet den Logamax plus GB152 T als kompakte Solarvariante (0,6 x 1,8 x 0,6 m) mit einem bivalenten Schichtenladespeicher an 

    Bild 3 [Elco Thision]: Das Erdgas-Brennwertgerät Thision von Elco ist bereits für die Anbindung an eine Solaranlage ausgelegt. Es steht in sechs Leistungsgrößen zur Verfügung 

    Bild 4 [Junkers Cerapur/Cerapur Comfort]: Die Erdgas-Brennwertthermen der neuen Cerapur-Generation von Junkers sind eingebettet in ein Energiesparsystem mit einem ebenfalls neuen Reglerprogramm für die optimale Solareinbindung 

    Bild 5 [Rotex: GasSolarUnit GSU 16]: Die neue GasSolarUnit GSU 16 von Rotex ist eine kompakte Energiezentrale mit Erdgas-Brennwertkessel und 280-l-Speicher, vorgerüstet für die Solarenergienutzung 

    Beispielhafte Herstellerübersicht (Stand: Mai 2007, nicht vollständig) 

    Hersteller Modell / Serie
       
    ATAG Q Solar 24 / Q Solar 35 / SGC „Sonnengaskombi”
    Buderus Sonnenkollektoren Logasol SKS 4.0 und SKN 3.0 in Verbindung mit Brennwertkessel Logamax plus GB152 T
    De Dietrich Dietrisol Quadrodens DUC 500
    ELCO Thision-Reihe
    Junkers Cerapur und Cerapur Comfort/Cerasmart
    Rotex GasSolarUnit GSU 16
    Vaillant auroCOMPACT
    Viessmann Vitodens 343
    Wolf Comfort-Line CGS (Schichtenspeicher)

    ASUE 

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    Ansprechpartner:

    Dipl.-Ing. Jürgen Stefan Kukuk
    Telefon: 0 30 / 22 19 13 49-0
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