17.12.2007

Erneuerung des Blockheizkraftwerks im Berliner Martin-Luther-Krankenhaus senkt den CO2-Ausstoß um jährlich 900 Tonnen

Das Martin-Luther-Krankenhaus (MLK) ist ein evangelisches Akut- und Unfallkrankenhaus in Berlin-Grunewald im Bezirk Charlottenburg- Wilmersdorf mit 320 Betten. Bereits in der ersten Hälfte der 90er Jahre hat das MLK seine Energieversorgung mit der Unterstützung durch ein Blockheizkraftwerk (BHKW) gesichert. Die BHKW-Module waren dieselbetrieben, da zu dieser Zeit die Umstellung von Stadtgas auf Erdgas im betreffenden Bezirk noch nicht abgeschlossen und somit eine ausreichende Erdgasversorgung nicht gegeben war. Die ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e. V. stellt dieses beispielhafte Projekt zur Verbesserung der Energieversorgung eines Krankenhauses vor. 

Der Ersatz der alten Dieselmotoren durch einen neuen erdgasbetriebenen Motor stand beim Martin-Luther-Krankenhaus schon lange auf der Maßnahmenliste. Zur Umsetzung dieses Projekts suchte man einen Partner mit entsprechenden Erfahrungen. Die GASAG WärmeService GmbH (GWS) hat in Berlin bereits 19 Erdgasmotoren mit elektrischen Leistungen von 5,5 kW bis 1.034 kW in ihren Wärmeerzeugungsanlagen errichtet und versorgt damit ihre Kunden zuverlässig mit Strom und Wärme. Mit diesen Erfahrungen auf der einen Seite und den Anlagenkenntnissen der Mitarbeiter des Martin-Luther- Krankenhauses auf der anderen Seite konnten gemeinsam die entscheidenden Kennzahlen zur wirtschaftlichen BHKW-Auslegung erarbeitet und zur Entscheidung vorgelegt werden. 

Die gemeinsam getroffene Entscheidung fiel auf eine einmodulige BHKW-Anlage vom Typ Zeppelin 3512 TA mit einer elektrischen Leistung von 736 kW. Die heißgekühlte Maschine liefert eine Nennwärmeleistung von 1.025 kW bei einer Leistungsaufnahme von 2.142 kW. Nach der grundsätzlichen Systementscheidung wurde die komplette Planung durch eigene Mitarbeiter der GWS erbracht. Auf dieser Grundlage hat das Martin-Luther-Krankenhaus mit Unterstützung der GWS die Leistungen zur Anlagenerneuerung im Wettbewerb ausgeschrieben. Hier konnte die KAH Kraftanlagen Hamburg GmbH den Wettbewerb für sich entscheiden und gleichzeitig dem Martin-Luther- Krankenhaus das wirtschaftliche Projektziel dieser Phase sichern. 

Auch in der Bauphase mussten die besonderen Anforderungen an die Versorgungssicherheit eines laufenden Krankenhausbetriebs beachtet und sichergestellt werden. So musste eine mobile Notstromversorgung in einem Container im Hof des Krankenhauses aufgestellt, angeschlossen und für die Dauer der Bauphase betriebsbereit gehalten werden. Nach nur 4 1/2 Monaten Bauzeit ging der neue Erdgasmotor in der Energiezentrale des Martin-Luther-Krankenhauses im Mai 2006 an den Start. Und einmal gestartet heißt für den Motor: Dauerbetrieb - das ganze Jahr. Dafür werden die Mitarbeiter des Bereichs Technik im Martin-Luther-Krankenhaus und die GASAG WärmeService GmbH gemeinsam Sorge tragen. Denn im umweltfreundlichen Koppelbetrieb sollen mit dem neuen Erdgasmotor über 85 % des Jahreswärmebedarfs und über 90 % des Jahresstrombedarfs im Krankenhaus selbst erzeugt werden. 

Eine Abschaltung des Gasmotors ist nur im Wartungsfall geplant. Die Finanzierung der Investition erfolgte über das MLK - also nicht über den Contractor GWS, wie sonst beim Anlagencontracting vielfach üblich. Dies belegt den vielfältigen Nutzen von Wärmeliefercontracting, das weit mehr als eine Finanzierungsalternative für den Contractingnehmer bietet. So hat die Erfahrung der GWS aus ihren vielen Wärmeprojekten in Kombination mit der hervorragenden Kenntnis des MLK über die eigenen Energiebedarfe zu einer optimalen Anlagenerneuerung geführt. Die Betriebsergebnisse aus dem ersten Betriebsjahr haben die Annahmen des Energiekonzepts voll bestätigt: die geplanten Laufzeiten wurden sogar noch leicht übertroffen. Und neben dem MLK und der GWS gibt es einen weiteren Gewinner, die Umwelt: Mit dem Betrieb des neuen Erdgasmotors werden zukünftig ca. 1,4 Millionen Liter Heizöl durch Erdgas als Brennstoff ersetzt. Dies führt zu einer Senkung des CO2-Ausstoßes um jährlich 900 Tonnen. 

ASUE 

Bei Veröffentlichung erbitten wir einen Beleg an: 
ASUE e. V., Postfach 30 37 27, 10726 Berlin. 

BU: (Bild 01)
Einmodulige BHKW-Anlage des Typs Zeppelin 3512 TA mit einer elektrischen Leistung von 736 kW 

noch Bild 02 ohne BU abbilden 

(Alle Bilder: GWS)

Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Jürgen Stefan Kukuk
Telefon: 0 30 / 22 19 13 49-0
E-Mail: kukuk@asue.de