03.06.2005

Heizen und Kühlen mit Gaswärmepumpen immer beliebter: Markt für Gasklimageräte wächst Umweltschonende Klimatisierungslösung

Gasklimageräte auf Basis von gasmotorischen Wärmepumpen finden in Deutschland eine immer größere Verbreitung. Nach Angaben der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e. V. waren im April 2005 inzwischen 51 derartige Anlagen in Deutschland in Betrieb. Die damit installierte Kälteleistung summiert sich auf rund 1,5 MW, die Wärmeleistung auf etwa 2 MW.

In Deutschland sind derzeit Gasmotorwärmepumpen von drei Herstellern auf dem Markt mit einer Kühlleistung gestaffelt von 8 - 56 kW und einer Heizleistung von 11 - 67 kW erhältlich. Nachgefragt sind vor allem Anlagen, die nach dem Direktverdampfungsprinzip arbeiten; sie machen zwei Drittel aller Gasklimageräte in Deutschland aus. Das restliche Drittel sind Systeme, die mit Wasser als Übertragungsmedium arbeiten. Hinsichtlich der auszurüstenden Gebäude sind Gasklimageräte technisch uneingeschränkt einsetzbar, unabhängig ob Neubau oder Bestand. Gut 80 Prozent der installierten Gasklimageräte wurden in bestehende Gebäude integriert, allerdings auf Basis einer neuen Leitungsinfrastruktur. Zukünftig wird erwartet, dass der Anteil der in Neubauten eingesetzten Gasklimageräte ansteigen wird, da die Technik sowohl bei Planern und Architekten als auch bei potenziellen Bauherren immer bekannter wird.

Und der Markt für Klimageräte ist auch in Deutschland groß: Laut Herstellerangaben wurden im Jahr 2003 rund 3.000 Direktverdampfungssysteme und etwa 50.000 Raumklimageräte verkauft. Bei ersteren können sowohl gasmotorische Systeme wie auch strombetriebene Anlagen eingesetzt werden. Beim Austausch von Bestandanlagen ist der Einsatz gasbetriebener Geräte ebenso möglich, denn hierbei können in der Regel die Leitungsinfrastruktur und die Innengeräte ohne irgendwelche Umbauten weiter genutzt werden, lediglich die Außeneinheit wird ausgetauscht. Im Bereich der Raumklimasysteme, die üblicherweise mit konventioneller Heiztechnik gekoppelt sind, muss im Einzelfall geprüft werden, ob im Falle des Ersatzes der Einbau einer Gasmotorwärmepumpe - unter Umständen in Verbindung mit einer Hydraulikstation - eine wirtschaftliche Alternative darstellt.

Der Hauptvorteil von Gasklimageräten liegt darin, dass sie sehr effizient Heizen als auch Kühlen können. Im Vergleich zur bisher in Deutschland üblichen technischen Gebäudeausrüstung, in deren Rahmen in der Regel zwei getrennte Systeme fürs Heizen und Kühlen zuständig sind, muss dabei nur ein einziges System installiert werden. Außerdem ist dafür dann auch nur noch eine gebäudeweite Leitungsinfrastruktur erforderlich. Aufgrund der Kopplung dieser zwei Funktionen in einem einzigen System verringern sich die Investitionskosten erheblich. In vielen Fällen ist nicht einmal ein zusätzlicher Heizkessel notwendig. Dann muss allerdings die vom Gasklimagerät bereitgestellte Heiz- und Kälteleistung dem Gebäudebedarf entsprechen, was immer dann zutrifft, wenn sich in einem Gebäude der Wärme- und der Kältebedarf in etwa die Waage halten. Gasklimageräte arbeiten nach dem Prinzip der Gasmotorwärmepumpe sehr effizient, da sie im Heizbetrieb neben der Motorabwärme auch Wärme der Umgebungsluft nutzen, was den Energieverbrauch senkt und den Nutzungsgrad beträchtlich erhöht. Und schließllich profitiert auch die Umwelt vom Konzept der Gasklimageräte. Denn zum einen entfallen beim Einsatz von Erdgas, das ja eine Primärenergie dargestellt, gegenüber einer elektrisch - also mittels einer Sekundärenergie - betriebenen Kompressionskälteanlage die Umwandlungsverluste von einer Energieart zu anderen.Zum anderen handelt es sich bei Erdgas aufgrund der verhältnismäßig geringen Emissionen um den saubersten aller fossilen Energieträger überhaupt.

Der Vergleich von elektromotorisch angetriebenen Klimageräten mit Kältemittelkreislauf mit gasmotorisch betriebenen fördert aber noch weitere vorteilhafte Eigenschaften von Gasklimageräten zutage. So fällt etwa deren Heizleistung auch bei Temperaturen im Frostbereich kaum ab, während Elektroklimageräte unterhalb von + 7 °C diesbezüglich deutlich nachlassen und beispielsweise bei - 15 °C nur noch rund die halbe Heizleistung erbringen. Dieser Effekt beruht darauf, dass Gasklimageräte die Motorabwärme nutzen und diese nicht von der Außentemperatur abhängig ist. Weiterhin spricht für Gasklimageräte, dass sie eine geringere Anlaufzeit im Heizbetrieb benötigen und der Heizbetrieb bei frostigen Außentemperaturen nicht für das Abtauen von Eisansätzen am Verdampfer des Au&ßengerätes unterbrochen werden muss, was bei Elektroklimageräten der Fall sein kann. Außerdem überzeugen Gasklimageräte noch durch eine hohe Regelgenauigkeit, eine relativ geräuscharme Betriebsweise sowie eine hohe Zuverlässigkeit beziehungsweise lange Wartungsintervalle.

Eine weitere gute Nachricht fördert die Nachfrage nach Gasklimageräten: Denn bislang stand eine Regelung zur steuerlichen Einstufung des eingesetzten Erdgases nach dem Mineralölsteuergesetz noch aus. Hier konnte inzwischen eine zufrieden stellende Lösung mit dem Bundeswirtschaftsministerium gefunden werden. Die ASUE unterstützt die Verbreitung dieser Geräte und hält Informationsmaterial bereit. Die Broschüre „Heizen und Kühlen mit Gasklimageräten“ kann über die ASUE, Tel.: (0631) 360 90 70, E-Mail:info@asue.de, bezogen werden. Einzelexemplare werden kostenfrei abgegeben.

ASUE

Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Jürgen Stefan Kukuk
Telefon: 0 30 / 22 19 13 49-0
E-Mail: kukuk@asue.de