04.03.2002

Immer mehr Feuerwehren fahren mit Erdgas

Berufsfeuerwehr Frankfurt stellt einen Teil der
Erdgas-Fahrzeuge erleben eine rasante Entwicklung. Mittlerweile sind weltweit rund 1,5 Millionen Erdgasfahrzeuge zugelassen, davon allein 12.000 in Deutschland. Dazu hat vor allem die ausgesprochene Umweltfreundlichkeit dieses Treibstoffs beigetragen: Ein Erdgasmotor verursacht bei der Verbrennung im Vergleich zum benzinbetriebenen Motor etwa 25 Prozent weniger Kohlendioxid. Der Ausstoß an reaktiven Kohlenwasserstoffen verringert sich sogar um bis zu 80 Prozent und der von Kohlenmonoxid um rund 75 Prozent. Gegenüber dem Einsatz von Diesel reduziert sich die Partikel-Emission (Ruß) um über 90 Prozent.
Dies belohnt der Gesetzgeber in Deutschland mit einem bis zum Jahre 2009 festgeschriebenen niedrigen Steuersatz für Erdgas. Dadurch kostet ein Liter dieses Treibstoffs nur rund die Hälfte im Vergleich zu Benzin - damit fährt man also nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch noch wirtschaftlicher.
 
In Punkto Sicherheit sind Erdgasfahrzeuge ohne weiteres mit Benzin- und Dieselfahrzeugen vergleichbar. Dafür garantieren hohe Sicherheitsstandards, die auch schon durch Untersuchungen von Experten von TÜV und ADAC bestätigt wurden. Aus diesen Gründen führen Erdgasfahrzeuge schon lange kein Nischen-Dasein mehr. Fast alle großen Autohersteller wie Fiat, Ford, VW und Volvo haben entsprechende Modelle im Angebot.
 
Die Branddirektion Frankfurt/Main setzt auf diese innovative Antriebstechnologie. Seit mehr als einem Jahr sind hier ein PKW der Marke Volvo und zwei als Werkstattfahrzeuge genutzte Kastenwagen der Marke Daimler-Chrysler im Einsatz, drei weitere Fahrzeuge werden gerade beschafft. Mit dem Leiter der Branddirektion, Herrn Dipl.-Ing. Reinhard Ries, sprachen wir über seine Erfahrungen mit Erdgasfahrzeugen.
 
Frage 1:
Sie haben vor kurzem weitere Erdgasfahrzeuge für Ihre Dienststelle bestellt. Welche Gründe sprechen für Erdgas als Antriebsenergie?
 
Antwort 1:
An erster Stelle möchte ich die Umweltfreundlichkeit dieses Kraftstoffs nennen. Er hat nicht nur die geringsten CO2-Emissionen aller fossilen Brennstoffe, bei seiner Verbrennung entstehen auch nur sehr geringe Mengen an Rußpartikeln und sonstigen Schadstoffen. Die wirtschaftlichen Vorteile sind ebenfalls überzeugend. Denn durch den verhältnismäßig niedrigen Preis sinken die Betriebskosten der Fahrzeuge deutlich.
 
Frage 2:
Alle diese Vorteile kämen bei erdgasbetriebenen Großfahrzeugen noch deutlicher zum Tragen, weil ja deren Verbrauch noch höher als der von PKW ist. Warum gibt es in Ihrem Fuhrpark noch keine Tanklöschfahrzeuge oder Drehleiterfahrzeuge auf Erdgasbasis?
 
Antwort 2:
Leider haben die Hersteller noch keine Fahrzeuge im Angebot, die den Anforderungen des Einsatzdienstes bei einer Feuerwehr uneingeschränkt entsprechen. In der Tat hätten hier die beschriebenen Vorteile sehr positive Effekte. Zum einen stellen die Großfahrzeuge die Mehrheit unseres Fuhrparks dar, zum anderen sind deren Motoren während eines Einsatzes sehr großen Belastungen ausgesetzt. Das gilt nicht nur für die Fahrt zum Einsatzort, auch während der Brandbekämpfung müssen die Motoren oft mit Volllast laufen, um zum Beispiel Löschwasserpumpen oder Drehleitern anzutreiben. Würde dabei Erdgas als Treibstoff eingesetzt, könnten die Schadstoffemissionen erheblich reduziert werden. Das würde nicht nur
Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Jürgen Stefan Kukuk
Telefon: 0 30 / 22 19 13 49-0
E-Mail: kukuk@asue.de