07.07.2008

Möglichkeiten zur Senkung von Treibhausgasen mit Erdgas und Bioerdgas

Transport von Erneuerbaren Energien über das Erdgasnetz
Im Mittelpunkt der Klimaschutzbemühungen steht die Reduzierung des Kohlendioxid-(CO2)-Ausstoßes in die Atmosphäre. Diese Emissionen sollen nach Auffassung der Bundesregierung durch eine höhere Energieeffizienz und den verstärkten Einsatz Erneuerbarer Energien, u. a. von Bioenergie, gesenkt werden. Bioenergie – so eine aktuelle Schätzung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe für das Jahr 2030 – wird ca. 17 Prozent des Gesamtenergiebedarfs in Deutschland decken können. Auf andere Energieträger kann deshalb nicht verzichtet werden. 

Eine Schlüsselrolle spielt auch in Zukunft Erdgas, das die niedrigsten CO2-Emissionen unter den fossilen Brennstoffen hat. Durch die Einführung der Erdgas-Brennwerttechnik konnten in den letzten 20 Jahren bereits viele Milliarden Kilowattstunden Energie eingespart werden. 

Einspeisung von Bioerdgas: Projekte und Fortschritte
Seit langem ist bekannt, dass sich das Erdgasnetz ideal zur Verteilung regenerativer Energien (Bioerdgas) und von Wasserstoff anbietet. Bioerdgas ist aufbereitetes Biogas, das durch Fermentation von Biomasse entsteht. Erneuerbare Energien (Sonne, Wind) unterliegen meist Schwankungen. Bioerdgas hingegen lässt sich in Deutschland kontinuierlich erzeugen und über das Erdgasnetz transportieren. Schwankungen zwischen Produktion und Bedarf werden von Gasspeichern kompensiert. Ein wichtiges Argument spricht für die Erschließung der regenerativen Energie „Bioerdgas“ – regional und in größeren Mengen – sowie deren Verbreitung über das Erdgasnetz: Dieser Weg ist für den Einzelnen wesentlich billiger als die individuelle Anschaffung von Anlagen zur Erschließung regenerativer Energien. Seit einigen Monaten wird in Deutschland Bioerdgas in das Erdgasnetz eingespeist. Trotz noch zahlreicher wirtschaftlicher und technischer Herausforderungen beweisen die Pionieranlagen die Praxiseignung.

Die Karte (Bild 1) zeigt eine beispielhafte Auswahl der deutschen Bioerdgas-Projekte sowie Einspeisestellen und -mengen.
Erdgaskunden können so in Zukunft regenerative Energie über ihren Gasanschluss beziehen. Im letzten Jahr hat sich die deutsche Gaswirtschaft im Rahmen des „Klimaschutz-Aktionsprogramms 2007“ verpflichtet, bis 2010 bis zu 10 Prozent des Absatzes an Erdgas als Kraftstoff durch Bioerdgas zu substituieren und diesen Anteil bis 2020 auf bis zu 20 Prozent zu erhöhen. Der Bioerdgasmarkt soll wirtschaftlich ausgebaut werden. Ziel ist es, 2030 jährlich 10 Milliarden m3 Bioerdgas einzuspeisen. Herausforderungen gibt es noch entlang der Nutzungskette von Bioerdgas – bei der Erzeugung der Biomasse, der Erzeugung und Aufbereitung von Biogas sowie beim Transport und der Vermarktung von Bioerdgas bis hin zu den speziellen Absatzbereichen: Kraft- Wärmekopplungsanlagen (KWK), Kraftfahrzeuge und Heizanlagen. 

Moderne Erdgas-/Bioerdgas-Technologien reduzieren die CO2-Emissionen nachhaltig 
In Deutschland sind etwa 1,9 Millionen Ölfeuerungsanlagen und rund 1,7 Millionen Gasfeuerungsanlagen älter als 27 Jahre. Durch den Austausch mit modernen Erdgasanwendungen und zukünftig mit Bioerdgasanwendungen lassen sich vergleichsweise einfach und kosteneffizient erhebliche Energie- und Treibhausgasmengen einsparen. Der Austausch eines Standardkessels (vor 1978) durch ein Erdgas- Brennwertgerät mit Solarunterstützung für Warmwasser und Heizung kann den Primärenergieverbrauch um bis zu 50 Prozent senken. Die Erdgas-Wärmepumpe ist ab ca. 30 kW auf dem Markt verfügbar; Geräte mit kleineren Heizleistungen werden voraussichtlich in den nächsten Jahren angeboten.

Das Einsparpotenzial vergrößert sich noch weiter, wenn in Zukunft Bioerdgas in Brennwertkesseln und Wärmepumpen eingesetzt werden kann. Die Gaswirtschaft setzt hohe Erwartungen in die regenerative Energie Bioerdgas und ist auch bereit, Risiken einzugehen. Auf diesem Weg benötigt sie entsprechende politische Rahmenbedingungen. Im Jahr 2007 hat die Bundesregierung mit dem „Integrierten Energie- und Klimaprogramm“ ein in dieser Hinsicht bedeutsames Gesetzespaket auf den Weg gebracht. Ein wesentlicher Baustein dabei ist das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Es soll den Anteil Erneuerbarer Energien im Wärmemarkt erhöhen, in dem es ab 2009 Bauherren verpflichtet, einen Teil des Wärmebedarfs über Erneuerbare Energien zu decken. 

ASUE 

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