06.10.2006

Steigenden Klimatisierungsbedarf umweltverträglich decken

UBA weist auf Gaswärmepumpen zum Heizen und Kühlen hin
Die ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e. V. hat gemeinsam mit dem Verband beratender Ingenieure VBI e. V. die Broschüre "Heizen und Kühlen mit Gaswärmepumpen/Gasklimageräten" herausgegeben. Sie beschreibt auf fundierte und anschauliche Weise die Funktionen und Einsatzmöglichkeiten dieser modernen Technologie, die für den Anwender zahlreiche Nutzeneffekte und Vorteile bringt. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Gasklimageräte liegt in der sehr hohen Energieeffizienz sowohl in der Heiz- wie auch in der Kühlfunktion. Zudem muss für beide thermodynamischen Funktionen nur ein System installiert werden, was sich sehr positiv auf die gebäudeweite Leitungsinfrastruktur und somit auf die Investitionskosten auswirkt. 

Gasklimageräte arbeiten nach dem Prinzip der Gasmotorwärmepumpe und nutzen somit für den Heizbetrieb neben dem Energiegehalt der Umgebungsluft auch die Motorabwärme. Dadurch wird einerseits der Energieverbrauch deutlich gesenkt, andererseits der Nutzungsgrad beträchtlich erhöht. Vor diesem Hintergrund tragen Gasklimageräte in hohem Maße den aktuellen Umweltschutzanforderungen Rechnung: Denn zum einen entfallen beim Einsatz von Erdgas gegenüber elektrisch betriebenen Kompressionskälteanlagen kaum Umwandlungsverluste an. Zum anderen handelt es sich bei Erdgas aufgrund der verhältnismäßig geringen Emissionen um den saubersten aller fossilen Energieträger. Daher ist diese Technologie eine besonders wirtschaftliche und nachhaltige Antwort auf die Frage, wie sich der immer weiter steigende Klimatisierungsbedarf optimal abdecken lässt. 

Dies deckt sich auch mit der Ansicht des Präsidenten des Umweltbundesamtes, Prof. Dr. Andreas Troge, der im Vorwort der neuen Broschüre feststellt: "Seit einigen Jahren steigt der Energiebedarf für die Klimatisierung von Gebäuden in Deutschland. Der Prognose einer Studie der Europäischen Kommission zufolge dürfte die klimatisierte Gebäudefläche bis zum Jahr 2020 voraussichtlich auf bis zu 400 Millionen Quadratmeter wachsen. Dies wäre eine Verachtfachung der klimatisierten Gebäudefläche seit 1990. Daher ist es folgerichtig, dass die 2006 zu novellierende Energieeinsparverordnung (EnEV), die den zulässigen Primärenergiebedarf von Gebäuden in Deutschland begrenzt, erstmalig Anforderungen an die Klimatisierung von Gebäuden enthält. Die wichtigsten Ursachen des wachsenden Bedarfs an Kühlung und Entfeuchtung von Gebäuden sind: immer mehr Glasflächen in den Gebäudefassaden - Stichwort "Glasarchitektur" -, höhere innere Wärmelasten durch zunehmende Ausstattung mit elektrischen Geräten, dichtere Gebäudehüllen und wach sende Komfortansprüche der Nutzerinnen und Nutzer. Die Folge ist, dass der Energiebedarf für die Klimatisierung der Gebäude steigt und damit auch mehr klimaschädliche Treibhausgase entstehen. Was kann dagegen getan werden? Zunächst sind die bereits bewährten Maßnahmen, um die Wärmelasten zu verringern, allgemein anzuwenden. Hierzu zählen die Nutzung von Tageslicht durch intelligente Tageslichtsysteme, wirksame Verschattungsvorrichtungen und energiesparende Bürogeräte - etwa mit dem Umweltzeichen "Blauer Engel". Ferner sollten Architekten und Planer bauphysikalische und architektonische Maßnahmen ausschöpfen - also: weniger Glasflächenanteil an den Fassaden und Verwendung massiver Bauteile zur Wärmespeicherung. Reichen diese passiven Maßnahmen nicht aus, führen in gewerblich genutzten Gebäuden Lüftungs- und Klimaanlagen unterstützend auch Wärme ab. Das Problem: Klimaanlagen werden heute überwiegend mit Strom betrieben. Ein Anstieg des Strombedarfs im Sommer kann für Kondensationskraftwerke, die auf Flüsse und Umgebungsluft zur Kühlung angewiesen sind, zu Problemen führen. Ferner brauchen konventionelle Kraftwerke für jede erzeugte Kilowattstunde Strom ungefähr drei Kilowattstunden Primärenergie aus Kohle, Öl, Gas. Dem abträglich ist daher das Kühlen und Heizen mit Strom. Eine Alternative sind Klimatisierungsgeräte, die mit Erdgas betrieben werden. Diese gasmotorischen Wärmepumpen lassen sich sowohl zum Heizen als auch durch einfaches Umschalten zum Kühlen einsetzen. Die Leistungszahl dieser Gaswärmepumpen im Heizfall liegt bei circa 140 Prozent - bezogen auf die eingesetzte Primärenergie. Das bedeutet, dass 40 Prozentpunkte der nutzbaren Heizenergie zusätzlich aus der Umgebung gewinnbar sind. Diese Broschüre informiert über motorische Gaswärmepumpen, die Gebäude effizient sowohl heizen als auch kühlen können. Diese Gasklimageräte sind nicht nur energieeffizient. Ihr Einsatz hilft auch, Strom bei der Gebäudeklimatisierung zu sparen und damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Das Umweltbundesamt unterstützt Aktivitäten zur Steigerung der Energieeffizienz bei der Gebäudeklimatisierung und hofft, dass mit den vorgestellten Ansätzen der Energiebedarf und die spezifischen Kohlendioxid- Emissionen sinken werden." 

Die Broschüre "Heizen und Kühlen mit Gaswärmepumpen/Gasklimageräten" kann über die ASUE, Telefon (06 31) 360 90 70, Fax: (06 31) 360 90 71, E-Mail: info@asue.de, bezogen werden. 

Einzelexemplare werden kostenfrei abgegeben. 

ASUE 

Bei Veröffentlichung erbitten wir einen Beleg an:
ASUE e. V., Postfach 30 37 27, 10726 Berlin.

Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Jürgen Stefan Kukuk
Telefon: 0 30 / 22 19 13 49-0
E-Mail: kukuk@asue.de