10.05.2004

Verbraucht die Heizung zuviel?

Über den Energieverbrauch im Haushalt denken die meisten erst nach, wenn die Heizkostenabrechnung kommt oder der Öltank aufgefüllt werden muss. Dabei verbrauchen viele Heizkessel unnötig viel Energie, was nicht nur den Geldbeutel belastet, sondern auch die Umwelt. Und da ein Großteil des Gesamtenergieverbrauchs in Deutschland – rund ein Drittel – zu Lasten von Heizung und Warmwasser geht, liegt gerade hier ein großes Einsparpotenzial.
 
Woran erkennt man nun, ob die Heizung zuviel verbraucht? Als Faustregel gilt: Dringender Handlungsbedarf besteht bei einem jährlichen Verbrauch ab 18 Litern Heizöl je Quadratmeter Wohnfläche (nur Heizung) beziehungsweise ab 22 Litern Heizöl je Quadratmeter Wohnfläche (Heizung und Warmwasserbereitung). Dann sollte unbedingt etwas getan werden. Zum Vergleich: Nach einer Studie der Frankfurter Firma Techem lag der durchschnittliche Heizenergieverbrauch in der Heizsaison 2001/2002 bei 16,25 Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche.
 
Wenn der Heizkessel veraltet ist, dann ist ein Austausch in vielen Fällen die einzig richtige Entscheidung. Nach der Technischen Regel VDI 2067/1 beträgt die Nutzungsdauer von Heizkesseln etwa 18 bis 20 Jahre und von Gebläsebrennern rund 12 bis 15 Jahre.
 
Alte Kessel (bis etwa Baujahr 1980) mit einer konstanten Kesseltemperatur haben einen schlechten Wirkungsgrad, wenn die volle Heizleistung nicht benötigt wird, und das ist der Regelfall. Moderne Heizkessel, zum Beispiel Erdgas-Niedertemperatur- oder -Brennwertgeräte, passen dagegen die Leistung automatisch dem Bedarf an. Außerdem sind Erdgasheizungen besonders umweltschonend und sparsam im Verbrauch: Ein Haushalt, der von einem alten Heizkessel auf einen modernen Erdgas-Brennwert- oder Erdgas-Niedertemperaturkessel umstellt, spart rund 30 Prozent Energie pro Jahr ein.
 
Der Energieverbrauch kann weiter gesenkt werden, wenn man folgende einfache Regeln beachtet. Jedes Grad Temperaturabsenkung spart bis zu sechs Prozent Heizkosten. Deshalb sollte die Raumtemperatur nicht mehr als 20 °C betragen und in der Nacht um etwa fünf Grad abgesenkt werden. Außerdem sollten schlecht regelbare Thermostatventile ausgetauscht werden, damit sich diese Temperaturwerte sicher einhalten lassen. Weitere Tipps enthält die Broschüre „Energiesparen im Haushalt“, die aus dem Internetauftritt der ASUE (www.asue.de, Rubrik „Veröffentlichungen“ unter „Energie im Haus“) heruntergeladen werden kann.
Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Jürgen Stefan Kukuk
Telefon: 0 30 / 22 19 13 49-0
E-Mail: kukuk@asue.de