17.01.2003

Wachsende Bedeutung: Umweltbilanz der Heizungsanlage

Dass der sich andeutende Klimawandel vor allem durch von Menschen zu verantwortende Emissionen verursacht wird, ist zunehmend sicherer.
 
Eine maßgebliche Rolle spielen dabei die Emissionen, die durch die Heizung entstehen. Deshalb sollte bei der Auswahl einer Heizungsanlage nicht nur auf die Kosten geachtet, sondern auch den Anforderungen an eine positive Umweltbilanz Rechnung getragen werden.
 
Eine solche Umweltbilanz für verschiedene Systeme zur Heizwärmeerzeugung hat das Öko-Institut Darmstadt auf der Basis des GEMIS-Systems aufgestellt und im Verbrauchermagazin "Energiedepesche" veröffentlicht. Dabei wurden nicht nur die verschiedenen Heizsysteme betrachtet, sondern auch alle zusätzlichen Aufwendungen. Dazu gehören der komplette Energieaufwand - beim Öl zum Beispiel vom Bohrloch angefangen über Transporte, Raffinerie, bis zum Tank im Keller des Wohnhauses - und alle Material- und Zusatzkosten. GEMIS berechnet also komplette Lebenswege von der Primärenergie- und Rohstoffgewinnung bis zur Nutzung und bezieht Hilfsenergien und Materialaufwand zur Herstellung von Anlagen und Transportsystemen und sogar die Entsorgung mit ein.
 
Vergleicht man mit dieser umfassenden Analyse die drei gängigsten Heizsysteme, eine Erdgas-Brennwert-, eine Niedertemperatur-Öl- und eine Elektroheizung, so gewinnt eindeutig die Erdgas-Brennwertheizung sowohl bei der Betrachtung der Schadstoffemissionen (SO2-Äquivalente) als auch beim Ausstoß des klimarelevanten Gases Kohlendioxid (CO2).
 
Für dieses System wird ein SO2-Wert von 0,157 g/kWh errechnet, während sich für CO2 ein Wert von 254,1 g/kWh ergibt. Dann folgt mit deutlichem Abstand die Heizöl-Niedertemperaturheizung hinsichtlich beider Kriterien.
 
Die Elektroheizung rangiert mit einem SO2-Äquivalenzwert von mehr als 0,95 und mit rund 950 g/kWh CO2-Emissionen auf dem letzten Platz.
 
Als besonders kritisches Beispiel für fehlende Nachhaltigkeit in der Energieversorgung wird deshalb auch von Bundesumweltminister Jürgen Trittin der Einsatz von Strom für die Wärmeversorgung in Gebäuden benannt. Trittin wörtlich: "Hier wird die Physik auf den Kopf gestellt" und weiter mit Hinweis auf die geringe Ausnutzung der Primärenergie bei Nachtstromspeicherheizungen: "Wir sollten damit aufhören, höchstwertige Energie für die energetisch geringwertige Bereitstellung von Niedertemperaturwärme einzusetzen. Strom ist zu wertvoll, um ihn lediglich zum Heizen von Häusern zu verwenden&quot. 
Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Jürgen Stefan Kukuk
Telefon: 0 30 / 22 19 13 49-0
E-Mail: kukuk@asue.de