19.10.2004
Innovationspreis für umweltschonende Mobilität: Erdgas im Verkehr
Preisträger
Pilotprojekt Erdgasfahrzeuge
bei der Deutschen Telekom
Anerkennung
Am 19. Oktober 2004 wurden in Berlin im Rahmen
einer Festveranstaltung die Gewinner des
Innovationspreises der deutschen Gaswirtschaft
2004 bekannt gegeben. Diese Auszeichnung
wird für herausragende Leistungen zur Einsparung
von Energie und zur Steigerung der Energieeffizienz
vergeben. Der mit insgesamt 50.000
Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre von der
ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und
umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. ausgelobt
und steht unter der Schirmherrschaft des
BGW Bundesverband der deutschen Gas- und
Wasserwirtschaft e.V. sowie des DVGW Deutsche
Vereinigung des Gas- und Wasserfaches
e.V.
Der Preis gliedert sich in zwei Kategorien. Neben
dem Innovationspreis für Planung, Forschung
und Entwicklung wurde der Innovationspreis
für zukunftsweisende Mobilität: Erdgas im
Verkehr gemeinsam mit dem ADAC Allgemeiner
Deutscher Automobil-Club e. V. ausgelobt.
Mit einer Anerkennung wurden die Aktivitäten der
DeTeFleetServices, der konzerninternen Fuhrparktochter
der Deutschen Telekom AG, honoriert,
Erdgasfahrzeuge als ökonomische und
ökologische Alternative in die Firmenflotte zu
integrieren.
Da die Deutsche Telekom AG mit rund 31.000
Dienst- und rund 9.000 Geschäftswagen in
Deutschland und weiteren rund 10.000 Fahrzeugen
im europäischen Ausland eine der größten
zivilen Fahrzeugflotten in Europa betreibt, kann
sie mit Maßnahmen zur besseren ökologischen
Verträglichkeit ihres Wagenparks einen
besonders großen Beitrag zur Entlastung der
Umwelt leisten. Dies hat der Konzern erkannt
und eine Selbstverpflichtung zur Reduktion der
Umweltauswirkungen und der Schonung der
natürlichen Ressourcen abgegeben.
Eines der wesentlichen Ziele dieser Selbstverpflichtung
besteht in der Reduzierung der Kohlendioxid-
Emissionen. Dies soll unter anderem
durch eine Reduzierung der Größe der Fahrzeugflotte,
Ökofahrtraining, die Beschaffung
verbrauchsärmerer Fahrzeuge sowie den Einsatz
alternativer Treibstoffe und Antriebssysteme
wie etwa Erdgasfahrzeugen gelingen.
Gegenüber Dieselfahrzeugen, die den weitaus größten Anteil am Fahrzeugbestand der Deutschen
Telekom ausmachen, resultiert aus dem
Einsatz von Erdgas als Treibstoff eine Reihe von
Vorteilen. Dazu gehören beispielsweise ein um
die Hälfte verringerter Ausstoß an Kohlenmonoxid,
bis zu 80 Prozent reduzierte Emissionen an
reaktiven Kohlenwasserstoffen und Stickstoffoxiden
(aus diesen bildet sich das als Sommersmog
bekannte bodennahe Ozon) und eine
nahezu vollständige Vermeidung von Schwefeldioxid,
Ruß und Partikeln. Zudem hinterlässt die
Verbrennung von Erdgas wesentlich weniger
giftige Bestandteile wie Aldehyde, BTX-Aromate
und die als Krebs erregend einzustufenden PAK. Darüber
hinaus ist ein Erdgasfahrzeug nicht nur leiser als ein Diesel, sondern
lässt sich auch ohne Verdampfungsverluste und Geruchsbelästigungen
betanken.
Obwohl bei der Deutschen Telekom Erdgasfahrzeuge
schon seit dem Jahr 1997 zum Einsatz kommen, begann das „Erdgaszeitalter“ im Konzern
erst Ende 2003 so richtig mit der Indienststellung
von 53 Opel Astra CNG, denn erst diese
Fahrzeuge entsprechen den Anforderungen
an Größe, Zuladungsmöglichkeiten und Reichweite
eines Servicefahrzeuges. Außerdem legten
die Vorgänger-Wagen aufgrund der damals
noch geringen Erdgastankstellendichte nur
durchschnittlich 60 Prozent der gefahrenen Kilometer
im Erdgasbetrieb zurück, so dass die
Vorteile dieser innovativen Antriebstechnologie
nicht voll zum Tragen kamen. Dennoch bewertete
die Deutsche Telekom deren Einsatz positiv
und entschloss sich zum Kauf der neuen
Modelle, zumal es sich dabei um serienmäßige
Erdgasfahrzeuge handelt, für die keinerlei Umrüstkosten
anfallen. Zu den im Rahmen der
Selbstverpflichtung umzusetzenden Maßnahmen
gehören darüber hinaus auch ein intensives
Monitoring des Einsatzes der Erdgasfahrzeuge,
die Einweisung und Information der Fahrzeugführer
zur optimalen Ausnutzung der sich
damit bietenden Möglichkeiten hinsichtlich Umwelt-
und Kosteneffizienz, sowie die Kommunikation
der Fortschritte und Vorteile des Einsatzes von Erdgasfahrzeugen
über konzerninterne Medien.
Letztere richtet sich an alle Mitarbeiter und soll einerseits
die Akzeptanz dieser nachhaltigen Technologie allgemein
erhöhen und andererseits die Beschäftigten zum
Kauf eines Erdgas betriebenen Pkw motivieren.
Außerdem beabsichtigt die DeTeFleetServices,
ab kommendem Jahr allen Einsatzstellen Erdgasfahrzeuge
als ökologische und wirtschaftliche
Alternative zu herkömmlichen Dieselfahrzeugen
anzubieten. Bis Ende 2005 sollen insgesamt
weitere 300 Erdgasfahrzeuge in Dienst gestellt
sein. Damit geht die Deutsche Telekom nach
Ansicht der Jury mit gutem Beispiel bei der Verringerung
des Schadstoffausstoßes sowie der
Sensibilisierung der Konzernmitarbeiter für umweltrelevante
Themen voran.

