Auszug aus dem Tätigkeitsbericht 2008

In der ersten Jahreshälfte 2008 waren die Energiemärkte durch steigende Brennstoffpreise und steigende Strompreise geprägt. Für viele Betreiber von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen führte dieses zu im Vergleich mit den Erlösen stärker steigenden Kosten. Die Wirtschaftlichkeit der Energieeffizienten und CO2-mindernden Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) wurde hierdurch teilweise verschlechtert. Durch die Finanzkrise sind in der 2. Jahreshälfte 2008 auch die Energiemärkte drastisch eingebrochen. Durch Produktionsrückgänge und –stilllegungen ist der Dampf- und Wärmebedarf zurückgegangen, was zur sinkenden Erzeugung von industriellem KWK-Strom führte. Zudem führte die Finanz- und Wirtschaftskrise zu höheren Zinsaufwendungen für Anlagenbetreiber.
 
Der Gesetzgeber, der den Ausbau der KWK weiter voran treiben möchte, erkannte bereits vor der Finanzkrise Handlungsbedarf: Im Jahr 2008 wurde die Novelle des „Gesetzes für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung“, kurz als KWK-Gesetz bezeichnet, verabschiedet worden. Wesentliche Neuerung: Zukünftig kann auch der selbst genutzte Strom aus hocheffizienten KWK-Anlagen gefördert werden. Für Anlagen mit einer elektrischen Leistung oberhalb von 2 MW sind das 1,5 ct/kWh für maximal 30.000 Vollbenutzungsstunden in maximal 6 Jahren (im produzierenden Gewerbe für maximal 30.000 Vollbenutzungsstunden in maximal 4 Jahren. Ferner wird auch der Neu- bzw. Ausbau von Wärmenetzen gefördert. Die Regelung gilt für Anlagen, die ab dem 01.01.2009 neu gebaut bzw. modernisiert werden.
 
Weiterhin verabschiedet wurde das EEWärmeG, das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz, das für Neubauten die Einbindung regenerativer Energieträger bzw. den Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplung vorschreibt. Eine Möglichkeit das Gesetz zu erfüllen besteht darin, die Energieversorgung eines Gebäudes über Nah- oder Fernwärme zu realisieren, wenn der überwie-
gende Teil in KWK-Anlagen erzeugt wird. Dieses ist u.a. mit Gasturbinenanlagen möglich. Hierbei muss aber die KWK hocheffizient erfolgen.
 
Erfreulich ist, dass die Entwicklungen von Gasturbinen weiter fortgeführt wurden. Neue Modelle wurden sowohl im kleinen Leistungsbereich als auch bei sehr großen Leistungen entwickelt bzw. weiterentwickelt. Somit steht für jeden Einsatzfall ein passendes Aggregat am Markt zur Verfügung. Auch Mikro-Gasturbinen im elektrischen Leistungsbereich unter 100 kW werden wieder stärker nachgefragt.
 
Am 28. und 29. Mai 2008 tagte der Expertenkreis „Gasturbinentechnik“ in München. Schwerpunkte bildeten Erfahrungsberichte über Gasturbinenanlagen der Mitglieder. Hierbei wurden sowohl Neuanlagen als auch modernisierte Anlagen behandelt. Weitere Themen waren Generatoren sowie der Emissionshandel. Zusätzlich wurde die Gasturbinenanlage der Stadtwerke München besichtigt.
Arbeitskreis:
Gasturbinentechnik

Vorsitzenden:
Dietmar Jelinek,
München

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