12.09.2018

ASUE fordert Nachbesserungen beim Mieterstromgesetz

Ein breites Verbändebündnis fordert Nachbesserungen beim vor etwas mehr als einem Jahr in Kraft getretenen Mieterstromgesetz (Link zur Stellungnahme). Das Gesetz sollte die Bedingungen für auf dem Dach erzeugten und direkt von den Bewohnern genutzten Solarstrom verbessern, trotzdem hinken die konkreten Ausbauzahlen deutlich den Zielen im Gesetz hinterher. Grund hierfür sind nach Ansicht der Verbände einige Hürden im Gesetz, die zunächst noch beseitigt werden müssten, bevor Mieterstromprojekte flächendeckende Verbreitung gemäß der Klimaschutzziele finden könnten. Die ASUE unterstützt den Aufruf, der u.a. Vereinfachungen für die Umsetzung fordert, z. B. mit Bagatellgrenzen für kleinere Mehrfamilienhäuser oder die Einbeziehung von Energiedienstleistern als Partner der Wohnungswirtschaft.

Darüber hinaus ergänzt die ASUE die Verbändestellungnahme um die Forderung nach Berücksichtigung von Mieterstromprojekten mit hocheffizienten BHKWs. Denn das Gesetz ist kein echtes Mieterstromgesetz, sondern fördert allein Photovoltaik-Projekte. Mieterstrommodelle mit BHKWs können die Energiewende dagegen auch im Wärmemarkt voranbringen, welcher in Bezug auf Klimaschutz bisher noch deutlichen Nachholbedarf hat. Durch die Beschränkung auf Photovoltaik werden vor allem auch die Chancen ignoriert, die Energiekonzepte mit der Kombination von BHKW und Photovoltaik mit sich bringen. Die Kombination dieser Techniken ist im Hinblick auf die Ziele der Energiewende ideal, weil der saisonale Erzeugungsschwerpunkt der PV-Anlage auf den Sommertagen liegt, während eine auf die Deckung des Wärmebedarfs im Gebäude ausgelegte KWK-Anlage vor allem während der Heizperiode die meisten Betriebsstunden aufweist, was in der Summe eine gute Abdeckung der zeitlichen Bedarfsstruktur erlaubt. Eine solche Strategie der gemeinsamen dezentralen Erzeugung und objektbezogenen Vermarktung von Strom und Wärme aus KWK sowie PV kann deshalb einen wichtigen Beitrag zur Energie- und Wärmewende leisten, weil sich diese Kombination von Effizienz- und Regenerativtechnik am Bedarf vor Ort orientiert und so eine unmittelbare Marktintegration bei gleichzeitiger Entlastung der vorgelagerten Stromnetze bewirkt.

Die ASUE fordert daher eine Änderung des Mieterstromgesetzes und eine Berücksichtigung von hocheffizienten, hochflexiblen BHKW-Mieterstromprojekten als ein weiterer Schritt in Richtung einer gelungenen Energiewende.

Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Jürgen Stefan Kukuk
Telefon: 0 30 / 22 19 13 49-0
E-Mail: kukuk@asue.de