01.03.2017

Falsche Paradigmen gefährden den Klimaschutz

Seit dem Umbau der ostdeutschen Stromversorgung durch Erneuerung des Kraftwerksparks wurden nur geringe Fortschritte in der CO2-Reduktion erzielt. Die Stromerzeugung verlagerte sich durch die bestehenden Überkapazitäten und den einhergehenden Preisverfall auf die billigen Energieträger Braun- und Steinkohle. Die Emissionen aus dem Verkehr sind gegenüber den Vorjahren weiter angestiegen, geschuldet dem zunehmenden LKW-Verkehr, größerer Fahrleistung immer größer werdender PKW und stockendem Ausbau des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs.

Der einzige Bereich, der seit 2005 maßgeblich Treibhausgase hat einsparen können, war der Wärmemarkt. Jener angeblich schlafende Riese, der trotz vergleichsweise geringer finanzieller Anstrengungen der öffentlichen Hand eine Reduktion der Klimagase von 32 % erreichen konnte. Verschiedene Maßnahmen führten zu diesem wenig bekannt gemachten Erfolg. Allem voran sorgten die Erneuerung veralteter Heizungsanlagen sowie die weitere Verbreitung der Fern- und Nahwärme für weniger Emissionen. Moderne Brennwertgeräte haben alte Heizungsbrenner abgelöst. Die Fassadendämmung, nach einem anfänglichen Hype, sucht weiterhin ihren Weg zwischen Entsorgungsproblematik, Brandschutz und Aufwand/Nutzenverhältnis.

Durch den Klimaschutzplan, das Grünbuch zur Energieeffizienz und den Strommarkt 2030 hat die Bundesregierung gleich mehrere Prozesse initiiert, um das langfristige Konzept der Entkarbonisierung vorzustellen: Dies sind der Ausbau der Erneuerbaren Stromerzeugung und eine kurzfristig umzusetzende Elektrifizierung weiterer Sektoren wie Mobilität und Wärmemarkt. Aber hinsichtlich des Klimaschutzes haben diese bei genauer Betrachtung in den ommenden Jahren eine extrem negative Auswirkung!

Zur Elektrifizierung weiter Bereiche als langfristiger Schlüssel zum Klimaschutz empfiehlt die Politik heute schon den raschen Ausbau der elektrischen Wärmepumpen im Wärmemarkt. Auch die bereits praktizierte Förderung anderer stromintensiver Anwendungen wie Power-to-Heat-Anlagen führt zu punktuellem Anstieg der Stromerzeugung und damit verbundener Emission von Treibhausgasen. Dies mag im Jahre 2050 bei einer vollkommen erneuerbaren Stromerzeugung mit langen Phasen der Überschuss-Stromerzeugung ökologisch sinnvoll sein. Doch zumindest heute und noch solange nicht, wie eine verlässliche Vollversorgung nicht erneuerbar ist.

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Fazit

Elektrowärmepumpen haben in ausgewählten Objekten ihre Einsatzberechtigung. Der hohe Strombedarf und die Gleichzeitigkeit während der Kälteperioden würden uns aber noch lange zwingen, trotz des weiteren Ausbaus der erneuerbaren Stromerzeugung verstärkt fossile Kraftwerke einzusetzen. Durch die geplante Elektrifizierung des Wärmemarkts werden Strommengen gebraucht, die eine CO2 –Menge von 147 Mio. t erzeugen werden, zusätzlich zu den 77 Mio. t CO2, die aus der Abschaltung der Kernkraft resultieren. Damit könnte Deutschland trotz des engagierten Ausbaus der erneuerbaren Stromerzeugung nahezu einen Stand erreichen, den es bereits 1990 hatte, zu Beginn der CO2-Zeitrechnung.

Um dieser Zwangsläufigkeit entgegenzusteuern, sollten wir einem anderen Paradigma folgen und mehr Technologieoffenheit zeigen!

Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Jürgen Stefan Kukuk
Telefon: 0 30 / 22 19 13 49-0
E-Mail: kukuk@asue.de