10. Juni 2020

Nach Trennung von Viessmann: Hexis von mPower übernommen

Die Schweizer Brennstoffzellen sind gerettet. Im Frühjahr 2020 hat sich Viessmann zur Trennung vom SOFC-Brennstoffzellen-Hersteller Hexis AG aus Winterthur in der Schweiz entschlossen, vor dem Hintergrund, sich künftig auf die Rolle des Systemintegrators zu konzentrieren (ASUE berichtete). Nun hat die Dresdener mPower GmbH Hexis mit Wirkung vom 01. Juni 2020 übernommen.

Brennstoffzellen-Cluster in Dresden wächst

Die mPower GmbH ist heute eine Tochterfirma des indischen Unternehmens h2e Power Systems. 2015 ist sie als Spin-off des Fraunhofer IKTS hervorgegangen. Grundlage dafür waren die Entwicklungsergebnisse aus einer schon 1994 mit einer Partnerschaft zwischen dem Fraunhofer IKTS und SIEMENS begonnenen Entwicklung von Brennstoffzellen. Auf Basis des keramischen Knowhows beider Partner konnten verschiedene Optimierungen entwickelt werden, bis dass 2018 eine eigene Fertigung in Betrieb genommen wurde. Im Verbund von h2e Power Systems kann nun neben mPower auch Hexis von dem globalen Netzwerk profitieren.

Damit ist neben der im Januar 2020 mit einer Flüssiggas-Brennstoffzelle auf den deutschen Heizungsmarkt getretenen Sunfire GmbH ein weiterer, größerer Marktteilnehmer in Dresden entstanden. mPower und Hexis verfügen nun gemeinsam über ein breites technologisches Portfolio, das neben der Strom- und Wärmeerzeugung mit Brennstoffzellen auch Anlagen zur Elektrolyse von Wasser umfasst. Denn die Ingenieure und Wissenschaftler von mPower haben aus ihrer Festoxidkeramik auch eine technische Lösung für die Erzeugung von Wasserstoff und Sauerstoff (SOEC – Solid Oxid Electrolysis Cell) entwickelt. Damit könnte die Strategie von Viessmann aufgehen, sich auf seine Stärken im Endkundengeschäft und als Systemintegrator zu konzentrieren und sich partnerschaftliche, langfristige Beziehungen mit seinen Lieferanten aufzubauen.

Heizungsmarkt: Brennstoffzellen weiter im Kommen

Die Zahl an verkauften Heizungen mit Brennstoffzellen steigt weiter an. Wegen der momentan ausgezeichneten Förderbedingungen freuen sich die Hersteller auch in der Coronakrise über steigende Absatzzahlen. So beginnt auch das Heizungsjournal seine lesenwerte Übersicht über den aktuellen Status der Brennstoffzellen-Branche in der Ausgabe 6/2020 mit den Worten "Brennstoffzellenheizgeräte erweisen sich in Deutschland als Lichtblick im Marktsegment der Mikro- und Mini-KWK [...]." Es bleibt zu hoffen, dass die durch die Änderungen im Markt entstehenden Kapazitäten zur Fertigung von Brennstoffzellen zu einer nachhaltigen Kostendegression der Systeme führen werden.

 

Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Jürgen Stefan Kukuk
Telefon: 0 30 / 22 19 13 49-0
E-Mail: kukuk@asue.de


mPower übernimmt SOFZ-Hersteller Hexis

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