Arbeitskreis: Blockheizkraftwerke

Auszug aus dem Tätigkeitsbericht 2016

Auch im Jahr 2016 stand im Arbeitskreis eine Vielzahl von Themen auf der Tagesordnung, von denen nachfolgend einige exemplarisch hervor- gehoben werden sollen.

In der Außendarstellung wird die ASUE neben der Umsetzung verschiedenartiger Informationsveranstaltungen vor allem durch seine „blauen Broschüren“ geprägt. Diese geben beispielsweise Planern, Ingenieurbüros und Fachabteilungen bei Energieversorgern einen guten und plakativen Überblick darüber, welche modernen Erdgasanwendungen am Markt zur Verfügung stehen bzw. welche gesetzlichen und steuerrechtlichen Aspekte bei deren Gebrauch zu beachten sind.

Beispiele aus Sicht des Arbeitskreises bilden für 2016 speziell die Neuauflagen der Broschüren bzw. Flyer „Das KWK-Gesetz 2016“, „Brennstoffzellen für die Hausenergieversorgung“ oder „EnEV-Erfüllungsoptionen mit Erdgas“. Sie bieten gemeinsam mit noch vielen anderen Broschüren ein gutes Nachschlagewerk zur Erstinformation.

Hiermit sind bereits die prägenden Themen für 2016 angesprochen, wobei an erster Stelle die Novelle des KWKG 2016 hervorgehoben werden soll.

KWKG 2016:

Das Gesetz wurde nach vorheriger beihilferechtlicher Prüfung durch die EU-Kommission erst im Herbst 2016 vom Bundestag verabschiedet und tritt zum 1. Januar 2017 offiziell in Kraft.

Gegenüber dem alten KWKG 2012 sind die Rahmenbedingungen der KWK-Förderung deutlich komplexer geworden und gipfeln darin, dass zwischen KWK-Strom zur Eigennutzung und Ausspeisung ins vorgelagert Netz unterschieden wird sowie ebenso zwischen Unternehmen, die als „stromkostenintensiv“ bzw. „nicht stromkostenintensiv“ bezeichnet werden. Darüber hinaus werden KWK-Anlagen im Leistungsbereich von 1 – 50 MWel nicht mit fest vorgegebenen Vergütungssätzen auf die erzeugte KWK-Strommenge veranschlagt, sondern hier erfolgt die gewährte Vergütung auf Grundlage von öffentlichen Ausschreibungen. Das neue Gesetz bietet unter bestimmten Randbedingungen auch einen Bestandsschutz für Altanlagen. Weiterhin hat sich der Bund von der Zielgröße für KWK-Strom- mengen in Höhe von bisher 25 % der Netto- Stromerzeugung (entspricht ca. 140 TWhel/a; derzeit ca. 96 TWhel/a) bis 2020 verabschiedet und stattdessen als neue Zielgröße einen Wert von 110 TWhel/a bis 2020 und 120 TWhel/a bis 2025 vorgegeben.

Ob diese neuen Rahmenbedingungen tatsächlich den gewünschten Anreizeffekt für die Errichtung weiterer KWK-Anlagen bringen wird sich zeigen. Zumal sich bei einer Gegenüberstellung von „KWKG 2012“ mit dem „KWKG 2016“ herausstellt, dass immer nur der Einzelfall über die bessere oder schlechtere wirtschaftliche Attraktivität entscheidet. Insgesamt ist allerdings der Anteil von Erdgas an der Stromerzeugung in Deutschland in 2016 um zwei Prozentpunkte gestiegen, was in gewisser Weise auch als Erfolg der KWKG-Novelle verbucht werden kann.

Technologie-Einführungsprogramm für Brennstoffzellen:

Ein weiterer Schwerpunkt der Erörterungen inner- halb des Arbeitskreises bildete die Verabschiedung des Technologieeinführungsprogramms für Brennstoffzellen im Leistungsbereich bis 5 kWel. Nach langen Geburtswehen und einer ebenfalls erforderlichen beihilferechtlichen Prüfung durch die EU-Kommission trat zum 1. August 2016 eine attraktive Förderung in Kraft. Nach genauerer Prüfung dieser KfW-Förderung 433 (Energie- effizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle) stellte sich jedoch heraus, dass zunächst nur „Natürliche Personen“, wie beispielsweise Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, förderberechtigt sind. Gewerbebetriebe oder auch Contractoren sind in der vorliegenden Fassung bisher nicht berücksichtigt worden. An dieser Stelle wird jetzt mit Hochdruck nachgearbeitet. Fachleute erwarten den Abschluss einer entsprechenden Nachbesserung bis zum Frühjahr 2017.

EnEV-Novellierung:

Im Zusammenhang mit einer verstärkten Marktdurchdringung von Brennstoffzellen als hoch-effizienter Erdgastechnologie ist das auch unbedingt erforderlich, zumal sich speziell die strengen Rahmenbedingungen der EnEV (Energieeinsparverordnung) für den Neubaubereich durch den Einsatz von Brennstoffzellen problemlos erfüllen lassen. In diesem Kontext wurde im Arbeitskreis intensiv darüber diskutiert, dass die derzeit rein durch Primärenergiefaktoren geprägte EnEV-Berechnungsmatrix eindeutig nicht mit den Klimazielen der Bundesregierung korreliert. Besonders gravierend tritt das zu Tage, wenn beim Ausstieg aus der Atomkraft in 2022 entsprechende Strommengen zumindest teilweise durch Kohleverstromung ersetzt werden müssen, gleichzeitig aber per Definition der Primärenergiefaktor für den resultierenden Strommix weiter sinkt, was strombasierten Heizsystemen zur EnEV-Erfüllung in die Karten spielt. Studien von namhaften Instituten haben in 2016 Vorschläge unterbreitet, wie eine zusätzliche „CO2-Relevanz“ bei einer in voraussichtlich 2017 anstehenden EnEV-Novellierung Berücksichtigung finden könnte. Der zukünftige Einsatz von Brennstoffzellen speziell im Neubaubereich würde davon sicherlich nachhaltig partizipieren.

Im Resümee bleibt festzustellen, dass auch im Jahr 2016 für die KWK-Technologien wichtige Weichen gestellt wurden, auch wenn bei Betrachtung verschiedener Details weiterhin noch Luft nach oben bleibt. Die ASUE wird sich auch zukünftig dafür einsetzen, diesen Anteil zu minimieren.

Ansprechpartner:
Detlef Mirsch
Kassel