Arbeitskreis: Brennstoffzellen

Auszug aus dem Tätigkeitsbericht 2017

Der Arbeitskreis versteht sich insbesondere als Plattform für den Informationsaustausch. Aus den Diskussionen leitet er Geschäftsideen, Forderungen oder Anregungen ab, welche er über die ASUE-Geschäftsstelle durch Stellungnahmen, Broschüren oder Veranstaltungen in Richtung der Politik und der Verbraucher übermittelt.

Der Arbeitskreis wird durch den Vorsitzenden oder seinen Stellvertreter geleitet. Im März 2017 wurde Gerhard Neuhaus von der DEW 21 zum neuen stellvertretenden Arbeitskreisvorsitzenden gewählt. Er trat die Nachfolge von Gerhard Lorch von der Gas-Union in Frankfurt an, der in den verdienten Ruhestand ging. Im September 2017 wurde Dr. Georg Klene von den Stadtwerken Lemgo zum neuen Arbeitskreisvorsitzenden gewählt. Diese Funktion hatte zuvor Detlef Mirsch inne, der bei der Wingas GmbH neue Aufgaben übernommen hat. Die Mitglieder danken Detlef Mirsch und Gerhard Lorch für ihr langjähriges Engagement.

Das Jahr 2017 war für den Arbeitskreis im Wesentlichen durch aktualisierte gesetzliche Rahmenbedingungen, interessante Firmen- und Projektvorstellungen und die Mitarbeit an verschiedenen AUSE-Broschüren gekennzeichnet.

Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz 2017 (EEG 2017) wird statt einer Förderung über feste Fördersätze nun deutlicher nach Technologien differenziert – für größere neue Anlagen ist zudem eine Teilnahme an Ausschreibungen Pflicht. Und ab einer installierten Leistung von 100 kW wird die Direktvermarktung des Stroms vorgeschrieben.

Außerdem steigt die EEG-Umlage von 35 auf 40 % für Erneuerbare Energien- und KWK-Anlagen, die zur Eigenversorgung dienen, aber keine Bestandsanlagen im Sinne des § 61 Abs. 3 Nr. 3 EEG 2016 sind. Eigenverbrauchsanlagen mit weniger als 10 kW installierter Leistung und höchstens 10 MWh selbst verbrauchten Stroms jährlich sind von der EEG-Umlage ausgenommen. Durch das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG 2016), das Ende 2017 durch die EU-Kommission notifiziert wurde, zeichnet sich ein deutlicher Einschnitt ab. Das BMWi betont zwar, dass die „hocheffiziente und klimafreundliche Kraft-Wärme-Kopplung“ eine wichtige Rolle bei der weiteren Umsetzung der Energiewende in Deutschland spielt. Dennoch wird auch die KWK Förderung im Segment zwischen 1 und 50 Megawatt nun in Form von Ausschreibungen ermittelt. Außerdem werden nur Anlagen gefördert, die nicht der Eigenversorgung dienen.

Ende des Jahres sorgte noch eine Botschaft für Aufsehen: Sogenannte KWK-Neuanlagen, die nach dem 01.08.2014 in Betrieb gegangen sind, müssen ab 01.01.2018 vorerst die volle EEG Umlage zahlen. Die EU-Kommission hat die Genehmigung für die Begrenzung auf 40 % der EEG-Umlage nach § 61b des EEG2017 nicht erteilt, da sie KWK-Anlagen für überfördert hält. Auch wenn es zu einer rückwirkenden Genehmigung kommen sollte, ist der Schaden immens. KWK-Projekte liegen auf Eis und das Vertrauen auf verlässliche Rahmenbedingungen ist weiter zerstört. Die Arbeitsgruppe wird den Sachverhalt aufarbeiten und auch in 2018 dafür eintreten, dass der Gesetzgeber verlässliche Rahmenbedingung schafft.

Im Rahmen der Novellierung der Energiesteuer gelten ab dem 01.01.2018 geänderte Steuersätze. Der § 53 EnergieStG – Steuerentlastung für Stromerzeugung - wurde teils neu gefasst. Der bisherige § 53b EnergieStG, der für kleine KWK-Anlagen die Teil-Entlastung regelte, wurde aufgehoben. Seine Tatbestände wurden nun im neugefassten § 53a EnergieStG aufgenommen. Zu beachten ist, dass es keine Kumulierbarkeit mit sonstigen Beihilfen wie den Investitionszuschüssen des BAFA Mini-KWK-Programms mehr gibt. Allerdings stellt das KfW-Programm 433 für Brennstoffzellen keine Beihilfe dar, da das Programm eine Technologieförderung darstellt.

Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit haben zudem die Meldepflichten für KWK-Anlagen, da diese wesentlich zeitaufwendiger sind als beispielsweise die für einen Gaskessel. Zu der Anmeldung beim BAFA sind aufgrund der EEG-Umlagepflicht die Meldungen zur BNetzA und die Mitteilung der Basisdaten an den Stromnetzbetreiber hinzugekommen.

Am 01.07.2017 ist die Verordnung über das zentrale elektronische Verzeichnis energiewirtschaftlicher Daten (Marktstammdatenregisterverordnung - MaStRV) nach §§ 111e und 111f EnWG in Kraft getreten. Die Produktivsetzung des MaStR-Webportals wurde jedoch immer wieder verschoben, sodass zurzeit nur Strom- und Gasnetzbetreiber dort Unternehmen registrieren können. Ab Sommer 2018 soll das MaStR-Webportal vollständig zur Verfügung stehen.

Der Arbeitskreis wird sich auch in Zukunft mit den durch den Gesetzgeber getriebenen Marktveränderungen auseinandersetzen und nach Möglichkeiten suchen, Brennstoffzellen und BHKW wirtschaftlich einzusetzen – denn eines steht fest: KWK ist das Urgestein der Sektorenkopplung und aus der zukünftigen Versorgungslandschaft aufgrund seiner Flexibilität bei der der Fahrweise nicht wegzudenken. Erfreulicherweise gibt es viele Marktteilnehmer, die an den Einsatz von Brennstoffzellen und BHKW glauben und ungeachtet der Wirren der Gesetzgebung Anlagen errichten oder Technologien weiterentwickeln.

Eines der im Arbeitskreis besprochenen Projekte ist das erste europäische Brennstoffzellen-Kraftwerk im MW-Bereich. Die MCFC-Brennstoffzelle wurde in einem Industriebetrieb in Mannheim errichtet und erzielt einen elektrischen Wirkungsgrad von ca. 47 %. Sie zeichnet sich durch extrem niedrige CO-, NOx- und NMHC-Emissionen im Vergleich zu Motoren oder Gasturbinen aus.

Beeindruckt zeigten sich die Arbeitskreismitglieder zudem von der Produktpalette und der Fertigungstiefe der RMB/Energie, die mit ihren BHKW im Leistungsbereich von 2 bis 50 kW den Markt bereichern. Ebenso interessant war die Vorstellung von E-quad Power Systems: Das Unternehmen übernimmt deutschlandweit den Vertrieb und den Service für Capstone Mikrogasturbinen, die einen Leistungsbereich von 50 bis 200 kW aufweisen und als Kaskaden bis 1 MW errichtet werden können.

Im Rahmen eines Arbeitsgruppentreffens wurde auch die Gas-Entspannungsanlage in Dortmund besichtigt, die seit 1990 in Dauerbetrieb ist. Die Entspannungsanlage besteht aus zwei hintereinander geschalteten Axialturbinen, wobei die Niederdruckturbine je nach Erfordernis hinzu- oder abgeschaltet werden kann. Die für die Gasentspannung erforderliche Wärme wird aus mehreren BHKW zur Verfügung gestellt.

Die Arbeitsgruppe hat im Jahr 2017 Themen wie BHKW in Hotels, den ASUE-Steuerleitfaden, Brennstoffzellen im Ein- und Mehrfamilienhaus, Mieterstrom und KWK.G 2017 bearbeitet. Die Broschüren wurden zum Teil inzwischen von der ASUE veröffentlicht.

Auch in Zukunft steht der Arbeitskreis bereit, die Herausforderungen unseres Landes anzunehmen, die der Umbau der Energieversorgung mit sich bringt. Gemeinsam mit allen Mitgliedern werden wir die Wende der Energiewirtschaft aktiv mitgestalten.

Ansprechpartner:
Dr. Georg Klene
Lemgo