Arbeitskreis: Energie & Umwelt

Auszug aus dem Tätigkeitsbericht 2017

Energiewende und CO2-Fokus

Die Energiewende ist nach wie vor eines der Topthemen in Öffentlichkeit und Politik. In der Vergangenheit wurde allerdings häufig das eigentliche Ziel, die Reduktion von Treibhausgasen zu möglichst wirtschaftlichen Bedingungen bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung einer sicheren Versorgung, auf die beiden Themen Elektrifizierung und Förderung der Erneuerbaren reduziert.

Dass dies zu kurz gesprungen ist und dass es eine Reihe anderer Lösungsansätze gibt, hat der Arbeitskreis 2017 mit der Broschüre „Energiewende anders – Der machbare Weg zur sicheren Energieversorgung und zu einem klimaneutralen Gebäudebestand“ dargelegt. Hierin wird in der der ASUE eigenen Form versucht, die Lösungen, die heute schon marktfähig und massentauglich sind, darzustellen und der Öffentlichkeit nahe zu bringen. Letztendlich ist sicherlich Erdgas ein Teil der Lösung und nicht ein Teil des Problems.

Allerdings kommt es auf die richtige Mischung an, die über die verschiedenen Vorteile und Stärken der Energieträger die Zukunft unserer Energieversorgung sicherstellt. So fällt denn auch die Zusammenfassung und der Vorschlag des Arbeitskreises in dieser Broschüre aus, der sich aus den Komponenten 1. Umstieg auf erneuerbaren Strom und Gas, 2. technologieoffene Erhöhung der Energieeffizienz auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, womit vor allem das Ende des „Dämmen um jeden Preis“ kritisch diskutiert wird.

CO2

Ein weiterer zentraler Schwerpunkt der Arbeitskreisaktivitäten bestand in der Auseinandersetzung mit dem Thema der deutschen und europäischen CO2-Emissionen. In einer sehr intensiven Diskussion mit Prof. Weimann von der Universität Magdeburg entstand die Idee für eine Darstellung der Überlegungen zum Thema Intensivierung und Verbreiterung des europäischen Handelssystems. Mit der Etablierung eines sektorgekoppelten Upstream-Handelssystems, das auch die Bereiche Wärme und Transport mit einschließt, würde effizient und zielorientiert ein Instrument zur nachhaltigen Senkung der CO2-Emissionen etabliert werden. Geplant ist in 2018 eine Kurzzusammenfassung der Überlegungen in geeigneter Form zu veröffentlichen

Quartierversorgung

Integrierte Wärme-, Kälte- und Stromversorgung auf lokaler bzw. Quartiersebene ist ein Thema, das insbesondere im Baubestand eine große Chance für Erdgas, insbesondere in der Anwendung über kleine und mittlere Kraftwärmekopplungsanlagen bietet. Der Arbeitskreis hat hier hohen Informationsbedarf für alle Beteiligten und insbesondere den Nutzen einer Plattform für den Erfahrungs- und Informationsaustausch gesehen. Z.B. mit dem Programm „Wärmenetzsysteme 4.0“ stellt das BMWi ein interessantes Modell zur Förderung solcher Aktivitäten. Um hier schlagkräftig agieren zu können und über eine koordinierende Rolle den Erdgasanwendungen eine notwendige Plattform zu geben wurde auf Vorschlag des Arbeitskreises die übergeordnete Arbeitsgruppe „Quartiersversorgung“ gegründet, die zur Mitte des Jahres bereits mit der Planungsunterstützung eines lokalen Musterprojektes und mit der Erstellung von Informationsmaterial für Interessenten ihre Aktivitäten aufnahm.

Erdgas kann grün

Unter diesem Motto lief in 2017 eine Kampagne unter der Leitung von Zukunft Erdgas an. Dieses Motto soll in 2018 wie bereits in 2017 vom Arbeitskreis weiter mit Fakten und Informationsmaterialerstellung zu den Themen erneuerbare Gase (Biogas, Power-to-Gas etc.), effiziente Anwendungen in Industrie und Gewerbe, aber auch zur Zusammenarbeit zwischen Erneuerbaren und Erdgas bei der Bewältigung unserer anstehenden energetischen Problemfelder (Speicher, fluktuierende Erzeugung …) unterstützt werden.

Ansprechpartner:
Dr. Ralf Klintz
Kassel