Arbeitskreis - Erneuerbare Gase

Auszug aus dem Tätigkeitsbericht 2019

Die Rolle der Gasinfrastruktur bei der Energiewende zur Erreichung der Klimaneutralität, kann bzw. wird dezentral und vor allem regional erfolgen. Auf Grund fluktuierender Primärenergie aus Wind und Photovoltaik, u. a. für die Wasserstofferzeugung, sowie die Nutzung von Methan aus Biogas, bedarf es darüber hinaus eines soliden Transportnetzes von der Quelle zur Senke und zur Speicherung grüner Moleküle.

Der Transformationsprozess betrifft die Bürger, Unternehmen und öffentliche Institutionen unmittelbar vor Ort jedoch am stärksten. Gewachsene Energie- und Industriestrukturen stehen einer Defossilisierung beim Einsatz der Energieträger und einer strukturellen Umgestaltung gegenüber. Um der öffentlichen und politischen Debatte gerecht zu werden, hat sich der ASUE-Arbeitskreis entschlossen, seinen Tätigkeitsfokus ausschließlich auf erneuerbare Gase zu legen. Die bisherigen Aspekte des Arbeitskreises wie Energie, Umwelt und Innovation gehen in der großen Überschrift Klimaneutralität mit erneuerbaren Gasen einher.

Fragen wie:

  • Wie defossilisieren wir Gas?
  • Wieviel Gasnetz und Speicher braucht ein Energiesystem im Jahr 2050?
  • Welche Gasanwendungen kommen zum Einsatz?

legen den neuen Arbeitsschwerpunkt des Arbeitskreises fest.

Bundesweite Laborversuche nehmen sich der Zielerreichung an, ein Energiesystem zu implementieren mit unterschiedlichen netzgebundenen Infrastrukturen für Strom, Methan aus Biogas, Wasserstoff und Wärme. Wasserstoff dient dabei zusammen mit Gasspeichern als wesentliches Energiespeicher- und Transportmedium.

Der Arbeitskreis hat diesbezüglich eine Broschüre „Energieträger Wasserstoff –Grundlagen, Anwendung, Speicherung, Infrastruktur“ auf den Weg gebracht. Die Inhalte der Broschüre sind komplex und dennoch verständlich formuliert, um der physikalisch veränderten Eigenschaft zu Erdgas und der erhöhten technischen Anforderung zur Anwendung von Wasserstoff im Energiesystem gerecht zu werden.

Angesichts der Herausforderung von Erzeugung, Speicherung, Verteilung und Nutzung von Wasserstoff als reines Gas, als Mischgas mit Methan aus Biogas oder als synthetisch methanisierter Wasserstoff, wird der Arbeitskreis sich fortführend auch mit der biologischen Methanisierung, CCS-Technik, CO2-Reduktion bzw. -Bepreisung und den technologischen Einflüssen beschäftigen sowie bei Systemdienlichkeiten, wie Artenschutz, Boden- und Wasserschutz und Flex-Energie, ressortübergreifend mit Verbänden und Politik den Dialog anregen.

Ausblick & Aufklärungsarbeit

Ein wesentlicher Aspekt, wo sich der Arbeitskreis „Erneuerbare Gase“ in der Verantwortung sieht, ist die Aufklärung zum Thema Wasserstoff. Farbspiele wie grüner , blauer , grauer und sogar brauner Wasserstoff werden medial nicht einheitlich geführt und schüren Unsicherheit bei der Anwendung des Energieträgers und seiner klimaökologischen Bedeutung und dem Prozess der Energieträger-Substitution hin zu einer dekarbonisierten Energieversorgung. Wasserstoff als Sekundärenergieträger wird im Gegensatz zum heutigen kraftstoffbasierten Energiesystem eine Schlüsselstelle des zu-künftigen strombasierten Energiesystems sein.

Die Erzeugung von Wasserstoff ist technologisch vielschichtig und bedarf noch vieler Innovationen und Kreativität. Von Abscheidung, Reformierung oder Elektrolyse sowie anderen Prozessen zur Wasserstoffspaltung wird es diesbezüglich auch unterschiedliche Qualitäts-merkmale (z. B. H2 5.0 oder H2 3.0) geben. Die Verwertung von Restprodukten ist essentiell für die Gesamtbilanz, gerade mit Blick zu CO2 und Kohlenstoff in fester Struktur. Ziel wird sein, den Energieträger Wasserstoff für die Anwendung klar zu definieren und abrechenbar zu gestalten. Dazu gehören neben technischer Implementierung zu „H2-Readiness“ auch die Anpassung diverser Regelwerke für die allgemeine Gasanwendung in punkto Umstellung von Leitungen, Errichtung, Betrieb und Instandhaltung sowie Gasbeschaffenheit pro Wasserstoff. Aufgabe des Arbeitskreises „Erneuerbare Gase“ wird sein, über diesen Transformationsprozess transparent zu informieren.