Politik und Verbände bekennen sich zum Erdgas in Energie- und Wärmewende

Berlin, 25.09.2018 – Auf Einladung von ASUE (Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V.) und DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.) tauschten die Politik, der Bundesverband Erneuerbarer Energien (BEE) und die Gaswirtschaft ihre jeweiligen Positionen bei einem gemeinsamen Frühstück auf dem Dach des Berliner Reichstagsgebäudes aus. In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass die Energie- und Wärmewende nur in einem breiten Technologiemix mithilfe von Erdgas und seinen erneuerbaren Pendants gelingen kann. Darin waren sich alle Beteiligten einig.

Gas ist speicherbar und hocheffizient wie flexibel einsetzbar

In seinem Impulsvortrag stellte Hans-Joachim Polk, Präsident der ASUE und technisches Vorstandsmitglied der VNG, heraus, dass Gas als einziger Energieträger die Energiewende in allen Sektoren (Strom, Wärme, Industrie & Verkehr) umsetzen kann. Er belegte diese Aussage mit den Ergebnissen einer Metastudie, die 2018 im Auftrag seines Unternehmens erstellt wurde und nach der in allen in jüngster Vergangenheit erstellten Studien bei einem 80%igen CO2-Reduzierungsszenario auch in 2050 ein relevanter Gasverbrauch von mehr als 600 TWh bestehen bleiben wird. Dabei werde langfristig auch Wasserstoff aus PtG-Anlagen eine relevante Rolle einnehmen.

Der Geschäftsführer des BEE (Bundesverband Erneuerbare Energie e. V.), Dr. Peter Röttgen, merkte an, dass der Kohleausstieg terminiert werden und die systemische Transformation dringend beginnen müsse. Er konstatierte zudem eine unsichere Situation der gesetzlichen Rahmenbedingungen, die in der unvergleichlichen Verzögerung des sogenannten 100-Tage-Gesetzes gipfele. Er resümierte, dass die Erzeugung erneuerbarer Energien Verantwortung übernehmen und Sonne, Wind, Biomasse und PtG kombiniert werden müssten.

Als Vertreter des BMWi war kurzfristig für Herrn Benterbusch der Referatsleiter Frank Bonaldo, zuständig für „Deutsche und europäische Mineralölmärkte; Krisenvorsorge“ auf dem Effizienzdialog eingesprungen. Er musste eingestehen, dass die Regierung derzeit andere Themen priorisiert, als Effizienzgewinn und Fortschritt bei der Energie- und Wärmewende. Anzustreben sei grundsätzlich ein fairer Wettbewerb der Technologien. Die Ziele für den Ausbau der Erneuerbaren beziehen demnach Gas mit ein. Er versicherte aber zusätzlich, dass in den Ministerien bestimmte Projekte, wie die Umsetzung des Klimagesetzes oder die Einbeziehung des Non-ETS-Sektors in den CO2-Handel, gesammelt werden.

Aus dem Plenum äußerte die energiepolitische Sprecherin Julia Verlinden (Bündnis 90/Grüne) Zweifel, dass die im Wärmemarkt erforderlichen Ziele nicht durch das neue GEG ausgefüllt werden.

Multivalenter Energiemix auf sicherer Basis

ASUE und DVGW möchten sich bei den mehr als 50 Teilnehmern aus Bundestagsabgeordneten, Branchenverbänden und Unternehmen für die Teilnahme danken. Es wurde deutlich, dass eine objektive, auf Fakten basierende Diskussion für einen Erfolg von Energie- und Wärmewende notwendig ist. Dabei müssen sowohl neue Gase einen fairen Wettbewerb erfahren, muss neuen Technologien der Eintritt in den Markt erlaubt werden, und muss eine umfassende Planungssicherheit die aktuell hohen Risiken von effizienten Energieprojekten mildern.

Wir werden die getroffenen Aussagen während unserer weiteren politischen Arbeit nachverfolgen und als Ziel Planungssicherheit sowie eine sichere, multivalente Versorgungslandschaft der Zukunft im Fokus behalten.

Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Jürgen Stefan Kukuk
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