26.11.2018

Innovationspreis 2018: Gaswirtschaft zeichnet die besten Projekte der Branche aus

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG

Auszeichnungen erhielten: AIDA Cruises, boostHEAT, INERATEC, KIT zusammen mit IASS und Stadtwerke Augsburg

Berlin, 26. November 2018. Unter der Schirmherrschaft von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat die deutsche Gasbranche am Abend des 22. November in Berlin innovative Konzepte zur Nutzung des vielseitigen  Energieträgers Erdgas ausgezeichnet. Getragen wurde der 20. Innovationspreis von den Verbänden ASUE, BDEW, DVGW und Zukunft ERDGAS sowie dem diesjährigen Partner Wintershall.

Im Vorfeld der Abendveranstaltung waren bei den Organisatoren über 50 Bewerbungen aus Industrie, Handwerk und Wissenschaft in den fünf Kategorien eingegangen:

  • Forschung & Entwicklung
  • Mobilität & Verkehr
  • Effiziente Energiekonzepte
  • Innovative Produkte
  • Sonderpreis Start-Ups

Unter den zahlreichen Einreichungen entschied sich die Jury unter Leitung von Prof. Dr. Reinhard Schomäcker vom Institut für Chemie an der TU Berlin für fünf Projekte. Die prämierten Energiekonzepte verfügen speziell vor dem Hintergrund aktueller Transformationsprozesse in den Schlüsselsektoren Strom, Mobilität, Wärme und Industrie über besonders weitreichende Forschungs- und Entwicklungsperspektiven.

Dabei zeigten die diesjährigen Preisträger die Potenziale und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten von Gas für die Transformation des Energiesystems und darüber hinaus. „Die ausgezeichneten Projekte wie auch die übrigen Bewerbungen um den Preis zeigen eindrucksvoll, dass die Erdgasbranche schon heute mit Hochdruck an neuen Technologien arbeitet, die das emissionsarme Energiesystem von morgen wesentlich mitgestalten werden“, so Schomäcker.

Die Preisträger 2018 nach Kategorien

„Forschung & Entwicklung“

Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zusammen mit dem Institute for Advanced Sustainable Studies (IASS) - Dekarbonisierung von Erdgas

Die Wissenschaftler des KIT haben ein Verfahren zur Herstellung von Wasserstoff aus Erdgas entwickelt, das die Freisetzung von Kohlendioxid vermeidet. Dabei wird in einem kontinuierlichen Prozess aus Erdgas gasförmiger Wasserstoff und fester, elementarer Kohlenstoff produziert, der leicht handhabbar und potentiell wieder als Rohstoff einsetzbar ist. Der innovative Ansatz des KIT-Reaktors besteht insbesondere in der Verwendung von  geschmolzenem Metall als Flüssigmedium in einem Blasensäulenreaktor.

„Mobilität & Verkehr“

AIDA Cruises - LNG als Treibstoff in der Kreuzschifffahrt (AIDAnova)

Die AIDAnova, getauft am 31. August 2018, kann als weltweit erstes Kreuzfahrtschiff im Hafen und auf See mit LNG betrieben werden. Im Dezember sticht das umweltfreundliche Kreuzfahrtschiff erstmals in See. Durch den LNG-Einsatz werden Emissionen von Feinstaub und Schwefeloxiden nahezu vollständig vermieden. Der Ausstoß von Kohlendioxid und Stickoxiden verringert sich nachhaltig. Zwei weitere, der AIDAnova baugleiche Schwesterschiffe sind in Auftrag gegeben, sodass bis 2023 bereits die Hälfte der Gäste auf AIDA-Kreuzfahrtschiffen mit LNG-Antrieb reisen wird.

„Effiziente Energiekonzepte“
Stadtwerke Augsburg – Grünes Gas als Energiespeicher für Zuhause

Regenerativ erzeugter Überschussstrom aus hauseigenen Photovoltaikanlagen erzeugt vor Ort in einer Elektrolyseanlage Wasserstoff. Dieser wird mit Kohlendioxid zu synthetischem Methan umgewandelt. So entsteht ein CO2-neutrales Gas, das sich ebenfalls gut und effizient direkt vor Ort speichern lässt. Bei Bedarf wird das grüne Gas anschließend in einem Blockheizkraftwerk oder einer Gasbrennwerttherme in Strom und Wärme für die Mieter umgewandelt. Das effiziente Energiekonzept erreicht so Wirkungsgrade bis zu 90 Prozent.

„Innovative Produkte“

boostHEAT - Die Heizung der neuesten Generation

Die Wärmepumpe wird nicht, wie üblich, mit einem Elektromotor angetrieben, sondern mit Gas. Damit wird der wärmetechnische Wirkungsgrad einer Brennwertheizung mit der Leistung eines Wärmepumpenkreislaufs verbunden. Kohlendioxid und Wasser werden als Kühlmittel eingesetzt. Die Wärmepumpe erreicht so einen Brennstoffnutzungsgrad bis zu 200 Prozent. Über das Jahr verringert sich der Gasverbrauch dadurch um die Hälfte im Vergleich zu heutigen Brennwertheizungen.

„Sonderpreis Start-Ups“

INERATEC – Power-to-Gas im Containerformat

Das Unternehmen hat eine kompakte chemische Reaktortechnologie für Power-to-X- und/oder Gas-to-X-Anlagen für den Einsatz in Standard-Containerformaten optimiert. Durch die Technologie können Wasserstoff oder methanhaltige Gase in synthetische Kraftstoffe oder chemische Wertprodukte wie sauberes Benzin, Kerosin oder Wachse dezentral umgewandelt werden. Diese können in der chemischen, pharmazeutischen und kosmetischen Industrie eingesetzt werden. Alternativ lässt sich die Energie in flüssigen und festen Kohlenwasserstoffen speichern.

Der Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft wurde in diesem Jahr zum 20. Mal vergeben.

Über die ASUE

Die ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e. V. wurde 1977 gegründet. Sie fördert vor allem die Weiterentwicklung und weitere Verbreitung sparsamer und umweltschonender Technologien auf Basis von Erdgas und erneuerbaren, grünen Gasen. Dabei ist es vorrangiges Ziel, Energiespartechniken den Weg in die praktische Anwendung zu ebnen.

Über den BDEW

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Berlin, vertritt über 1800 Unternehmen. Das Spektrum der Mitglieder reicht von lokalen und kommunalen über regionale bis hin zu überregionalen Unternehmen. Sie repräsentieren rund 90 Prozent des Stromabsatzes, gut 60 Prozent des Nah- und Fernwärmeabsatzes, 90 Prozent des Erdgasabsatzes sowie 80 Prozent der Trinkwasser-Förderung und rund ein Drittel der Abwasser-Entsorgung in Deutschland.

Über den Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW)

Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) fördert das Gas- und Wasserfach mit den Schwerpunkten Sicherheit, Hygiene und Umweltschutz. Mit seinen über 13.600 Mitgliedern erarbeitet der DVGW die allgemein anerkannten Regeln der Technik für Gas und Wasser. Der Verein initiiert und fördert Forschungsvorhaben und schult zum gesamten Themenspektrum des Gas- und Wasserfaches. Darüber hinaus unterhält er ein Prüf- und Zertifizierungswesen für Produkte, Personen sowie Unternehmen. Die technischen Regeln des DVGW bilden das Fundament für die technische Selbstverwaltung und Eigenverantwortung der Gas- und Wasserwirtschaft in Deutschland. Sie sind der Garant für eine sichere Gas- und Wasserversorgung auf international höchstem Standard. Der gemeinnützige Verein wurde 1859 in Frankfurt am Main gegründet. Der DVGW ist wirtschaftlich unabhängig und politisch neutral.

Über Zukunft ERDGAS e.V.

Zukunft ERDGAS ist die Initiative der deutschen Erdgaswirtschaft. Sie vertritt die Marke und das Produkt ERDGAS gegenüber Verbrauchern, Politik und Marktpartnern. Gemeinsam mit ihren Mitgliedern setzt sich Zukunft ERDGAS dafür ein, dass die Potenziale des Energieträgers genutzt werden und informiert über die Chancen und Möglichkeiten, die ERDGAS für die Energiewende und in Zukunft bietet. Getragen wird Zukunft ERDGAS von führenden Unternehmen der Erdgaswirtschaft. Branchenverbände und die Heizgeräteindustrie unterstützen die Initiative als Partner.

Über Wintershall

Die Wintershall Holding GmbH mit Sitz in Kassel ist eine 100-prozentige Tochter der BASF in Ludwigshafen und seit 120 Jahren in der Rohstoffgewinnung aktiv, mehr als 85 Jahre davon in der Suche und Förderung von Erdöl und Erdgas. Wintershall konzentriert sich auf ausgewählte Schwerpunktregionen, in denen das Unternehmen über ein hohes Maß an regionaler und technologischer Expertise verfügt. Dies sind Europa, Russland, Nordafrika, Südamerika sowie zunehmend auch die Region Middle East. Durch Exploration und Produktion, ausgewählte Partnerschaften, Innovationen und technologische Kompetenz will das Unternehmen sein Geschäft weiter ausbauen. Wintershall beschäftigt weltweit rund 2.000 Mitarbeiter aus 50 Nationen und ist heute der größte international tätige deutsche Erdöl- und Erdgasproduzent.

Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Jürgen Stefan Kukuk
Telefon: 0 30 / 22 19 13 49-0
E-Mail: kukuk@asue.de