09. September 2020

Bosch stellt neue Festoxid-Brennstoffzelle (SOFC) vor

Es kommt weitere Bewegung in den wachsenden Brennstoffzellen-Markt. Das Heizen mit gleichzeitiger Stromerzeugung erreicht inzwischen immer mehr Verbraucher und so ist Bosch schon 2018 eine strategische Partnerschaft mit dem britischen Technologiespezialisten Ceres Power eingegangen. Dies zahlt sich nun aus.

Denn eine neue Brennstoffzellen-Pilotanlage auf SOFC-Basis wurde schon Anfang Juli von Bosch auf seinem Trainingszentrum in Wernau in Betrieb genommen. Die Anlage besteht aus drei Brennstoffzellen-Geräten für stationäre Anwendungen, die die bestehende Stromversorgung des Werks CO2-sparend ergänzen und die weitere Entwicklung dieser dezentralen Energiesysteme vorantreiben. Weitere SOFC-Pilotanlagen zur Erprobung und Validierung befinden sich an den Bosch-Standorten Bamberg, Homburg, Renningen und Schwieberdingen.

Mit dieser Strategie schafft Bosch solide Erfahrungswerte im Betrieb der Eigenentwicklung. Werksintern lassen sich mögliche Änderungen oder Verbesserungen viel einfacher umsetzen als im tatsächlichen Kundeneinsatz. Das Warten auf den geplanten Start der Serienproduktion, der seitens Bosch mit 2023 angegeben wurde, könnte sich daher lohnen.

Neue SOFC mit 10 kWel und 3 kWth

Mit der elektrischen Leistung der Brennstoffzelle von bis zu 10 kW erweitert Bosch den bisherigen Leistungsbereich der innovativen, stromerzeugenden Heizungen, von bisher 0,3 bis 5 kWel auf jetzt 0,3 bis 10 kWel. Damit werden Brennstoffzellen nun auch für größere Immobilien interessant, etwa Zwei- oder Mehrfamilienhäuser sowie kleinere Gewerbeimmobilien. Bosch selbst gibt an, mit der "Leistung von 10 kW [...] den Jahresstrombedarf von mehr als 20 Vier-Personen-Haushalten decken" zu können (Bosch Pressemelung vom 01.07.2020). Die thermische Leistung wird mit mehr als 3 kW angegeben, so dass klar wird, dass die neue Brennstoffzelle vor allem für die Stromerzeugung gedacht ist.

Und auch auf zukünftige Entwicklungen ist die neue Brennstoffzelle von Bosch vorbereitet: Sie kann flexibel mit Erdgas/Biomethan oder Wasserstoff betrieben werden. Den Gesamtwirkungsgrad gibt Bosch mit mehr als 85 % an, wovon über 60 % auf den elektrischen Wirkungsgrad entfallen. Dadurch spare ein SOFC-Brennstoffzellensystem selbst beim Betrieb mit Erdgas im Vergleich zum aktuellen Strommix in Deutschland bis zu 40 % Prozent CO2-Emissionen ein. Zudem sollen sich die einzelnen Brennstoffzellen modular zu weitaus größeren Anlagen verknüpfen lassen. Die Angabe einer Maximalgröße steht derzeit noch aus.

 

Ansprechpartner:

Leon Hagemann
Telefon: 0 30 / 22 19 13 49-0
E-Mail: hagemann[at]asue.de


Die neue SOFC-Brennstoffzelle von Bosch
Die neue SOFC-Brennstoffzelle von Bosch (Bild: Bosch)

Drei neue SOFC-Brennstoffzellen in einem Container bei Bosch
Drei neue SOFC-Brennstoffzellen in einem Container bei Bosch (Bild: Bosch)