ASUE-Newsletter 03.2020

Viessmann trennt sich von Hexis

2012 hatte Viessmann Anteile am Schweizer Brennstoffzellenhersteller Hexis AG erworben, 2015 das Unternehmen komplett übernommen. Nun trennt sich der Heizgerätehersteller wieder von der Unternehmenstochter. Seit 1998 erforscht und entwickelt Hexis stationäre Brennstoffzellensysteme im Bereich der Hochtemperatur-Brennstoffzellen (Solid Oxide Fuel Cell – SOFC).

Das von Hexis entwickelte Brennstoffzellensystem Galileo 1000 N sollte das Brennstoffzellenportfolio von Viessmann eigentlich erweitern. Denn mit der Produktreihe Vitovalor bietet Viessmann seit 2014 eine Niedertemperatur-Brennstoffzelle (Proton Exchange Membrane Fuel Cell – PEMFC) auf dem europäischen Markt an, die mit einer elektrischen Leistung von 0,75 kW vorrangig für Ein- und Zweifamilienhäuser konzipiert ist. Die Galileo 1000 N und das in der Entwicklung befindliche Nachfolgemodell dagegen verfügen über höhere elektrische Leistungen, was für den Einsatz in Mehrfamilienhäusern interessant ist. Außerdem erfolgt die Temperaturbereitstellung dieser – wie der Name schon sagt – Hochtemperaturbrennstoffzellen auf deutlich höherem Niveau, so dass besonders auch die höheren Vorlauftemperaturen in Bestandsgebäuden bedient werden können. Bisher wurden mehrere Hundert Geräte der Galileo 1000 N in verschiedenen Pilotprojekten eingesetzt.

Der Abschied Viessmanns von Hexis erfolge nach eigenen Aussagen aus strategischen Gründen und nicht, weil die Technologie nicht funktioniere. Viessmann sehe das enorme Potenzial der Themen Wasserstoff und Brennstoffzellen für die Energiewende und Klimaschutz, wolle sich aber auf seine Rolle als Systemintegrator konzentrieren. Man halte auch weiterhin an beiden Technologien – PEMFC und SOFC – fest, suche aber einen Industriepartner für SOFC-Brennstoffzellen, um dort die Brennstoffzellentechnik einzukaufen. Dies funktioniere bei der Vitovalor sehr gut, denn der Brennstoffzellenstack stammt von Panasonic und ist weltweit schon in über 300.000 Anlagen im Einsatz. Auf diese Weise seien die nötigen Skaleneffekte für die Technologie zu erreichen.

Auch Hexis möchte weitermachen und will neue Investoren oder Industrialisierungspartner suchen.

Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Jürgen Stefan Kukuk
Telefon: 0 30 / 22 19 13 49-0
E-Mail: kukuk@asue.de


Viessmann und Hexis gehen getrennte Wege

Broschüre

Brennstoffzellen für die Hausenergieversorgung
Funktionsweise, Entwicklung und Marktübersicht

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