12. Juni 2020

Technologieoffenes Energiedesign im neuen Effizienz-Quartier Berlin Neulichterfelde

Die urbane Energiewende kommt nur langsam voran. So ist veralteter Gebäudebestand eine der größten Herausforderungen in der Wärmewende, da die Lösung des Sanierungsstaus an fehlender politischer Unterstützung krankt. Auch das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist da keine Ausnahme. Aber im Neubau sieht es anders aus. Im Süden Berlins wird aktuell ein ehemaliges Militärgelände für bis zu 6.000 Menschen geplant, das mit gutem ÖPNV-Anschluss und gleichzeitiger Nähe zu Natur und Umland punkten kann. Energietechnologisch gibt es bei den Planern keine Denkverbote und so kommen viele verschiedene Technologien mit ihren jeweiligen Vorteilen zum Einsatz.

Versorgungssicherheit und Effizienz

Der Standort hat das Glück, eine größere Abwasserleitung in der Nähe zu haben. Was zunächst widersinnig klingt, erlaubt aber die ganzjährige Nutzung von Wärme aus dem Kanal. Und so wird eine Wärmepumpe genutzt, um diese kostenlose Energie für ein standortweites, kaltes Nahwärmenetz zu erschließen. Und es geht weiter. Unter einem geplanten Sportplatz wird ein großer Bodenkollektor installiert, der weitere Umweltwärme erschließt. Zudem werden auf den Dächern der Neubauten Solarthermieanlagen verbaut, um auch die Sonnenwärme direkt für die Wärmeversorgung zu nutzen. Damit ist eine trivalente Grundversorgung gesichert.

Für über die Grundversorgung hinausgehende Bedarfe der Bewohner und Nutzer werden noch Blockheizkraftwerke und Gasbrennwertanlagen installiert, die mit zertifiziertem Biomethan klimaneutral betrieben werden. Während die BHKWs zur Erzeugung grünen Stroms möglichst viel laufen sollen, springen die Brennwertkessel nur bei Spitzenlasten kalter Wintertage an. Damit aber die von den BHKWs erzeugte Wärme wegen der Stromführung nicht inneffektiv "weggekühlt" wird, sind auf den Gebäudedächern neben den Solarthermieanlagen auch PV-Platten verbaut, die priorisiert die Sonnenenergie in das Stromnetz einspeisen. Hierfür wird übrigens extra die Marke "NeuLicht-Strom" geschaffen.

Mit diesem technologischen Baukasten der Quartiersversorgung schaffen es die Energieplaner, ein ausfallsicheres Nahwärme- und Stromnetz aufzubauen. Zur Übersichtlichkeit seien hier die genutzten Technologien nochmal aufgeführt:

  • Kaltes Nahwärmenetz
  • Wärmepumpe mit Abwasser als Wärmequelle
  • Wärmepumpe mit oberflächennahem Wärmekollektor
  • Solarthermie
  • Biomethan-Blockheizkraftwerke
  • Biomethan-Gasbrennwertkessel
  • Photovoltaik

Projektinfos

Das Projekt Berlin Neulichterfelde wird von der Groth Gruppe entwickelt und gemanagt. Für das ausgezeichnete Design des Energiesystems hat die Groth Gruppe die Düsseldorfer naturstrom AG an Bord geholt. Das weiteren sind Toyota Kreditbank (Mobilität), Goldnetz (Bildung und Community) sowie der BUND (Umwelt und Naturschutz) in das Projekt involviert.

Detaillierte Projektinfos können Sie unter www.grothgruppe.de/Projekte/ProjektDetails?id=121 nachlesen. Eine eigene Webseite wurde für das Projekt unter www.neulichterfelde.de eingerichtet.

Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Jürgen Stefan Kukuk
Telefon: 0 30 / 22 19 13 49-0
E-Mail: kukuk@asue.de


Weitere Informationen

Darstellung Projektstandort (c) Groth Gruppe
Darstellung Projektstandort das Quartiers Neulichterfelde (c) Groth Gruppe

Darstellung Endausbau Neulichterfelde (c) Groth Gruppe
Darstellung Endausbau das Quartiers Neulichterfelde (c) Groth Gruppe

Webseite

Besuchen Sie www.neulichterfelde.de für weitere Infos.