Arbeitskreis: Brennstoffzellen

Auszug aus dem Tätigkeitsbericht 2015

Das Jahr 2016 wurde für den ASUE-Arbeitskreis „Brennstoffzellen/Blockheizkraftwerke“ im Wesentlichen geprägt durch die KWKG-Novelle.

Durch verschiedene Stellungnahmen und Schreiben der ASUE wurden den entsprechenden Bundesministerien gemeinsam mit anderen Verbänden, wie beispielsweise DVGW, VDMA, VfW, B.KWK oder BHKW-Forum, mehrfach im Jahr Standpunkte, Positionen und konstruktive Vorschläge unterbreitet, um dadurch das Fortbestehen einer attraktiven KWK-Förderung durch ein neues KWKG sicher zu stellen. Hauptziel war es dabei, durch das neue Gesetz sowohl attraktivere Anreize für Investitionen in neue KWK-Anlagen zu setzen als auch die Beibehaltung des 25%-Ziels (25 % KWK-Stromarbeit bis 2020 bezogen auf die Netto-Stromerzeugung in Deutschland) zu gewährleisten.

Das im Dezember verabschiedete KWKG 2016 (gültig ab dem 1.1.2016) beinhaltet eine Vielzahl an Veränderungen gegenüber der vorherigen Fassung (beispielsweise die Abkehr von einer Energieträgerneutralität hin zur Beschränkung einer Neuanlagen-Förderung ausschließlich auf Gas als Energieträger oder auch die Differenzierung zwischen stromkostenintensiven und nicht stromkostenintensiven Unternehmen) und bietet daher einen deutlich komplexeren Rahmen. Zu unterscheiden ist weiterhin zwischen Strom zur Eigenversorgung oder Einspeisung in das vorgelagerte Netz der allgemeinen Versorgung, wobei besonders ins Auge fällt, dass für KWK-Anlagen > 100 kWel in der Objektversorgung kein Zuschlag mehr für Strom zur Eigenversorgung gewährt wird.

Wesentlicher Eckpfeiler ist jedoch die Abkehr vom bisherigen 25%-Ziel. Diese ursprüngliche Vorgabe bis 2020 wird ersetzt durch eine bis dahin neu anzustrebende KWK-Stromarbeit von 110 TWhel/a (bis 2025 sind es 120 TWhel/a), was laut bisheriger Definition einem ca. 19%-Ziel entspricht. Dadurch hat die Bundesregierung trotz einer Anhebung des jährlichen maximalen Förderbudgets von 0,75 Mrd. € auf 1,5 Mrd. € den weiteren KWK-Ausbau deutlich gedämpft. Vor dem Hintergrund, dass bisher bereits knapp 17 % erreicht sind (ca. 96 TWhel/a), liegt somit der Hauptfokus des neuen KWKG eher auf einer Bestandssicherung, die auch ausdrücklich im Gesetz für gasbasierte KWK-Anlagen > 2 MWel verankert ist.

Neben der KWKG-Novelle hat sich der Arbeitskreis in seinen beiden Sitzungen 2015 auch mit folgenden Themen beschäftigt:

  • Sicherstellung einer ausreichenden Berücksichtigung von KWK-Anlagen (speziell Mikro-KWK) in den aktuellen EnEV-Berechnungsprogrammen.
  • Fertigstellung der aktuellen Broschüre „Die stromerzeugende Heizung“ sowie finale Abstimmung zur neuen „Brennstoffzellen-Broschüre“.
  • Heizungslabeling für neue Heizgeräte und auch solche Geräte im Bestand sowie daraus abzuleitende Signale für Verbraucher, speziell mit dem Fokus „Brennstoffzellen“.
  • Vorstellung von Solid Power als neuem Gesellschafter der insolventen „Ceramic Fuel Cells“ und deren geplanter Marktauftritt mit verschiedenen Brennstoffzellen-Konzepten.
  • Erörterung verschiedener Vermarktungsmodelle für KWK-Strom (z. B. Vermarktung nach KWK-Gesetz oder Verpachtung von BHKW an Dritte)
  • Darstellung von Potenzialen von Erdgastechnologien und speziell Brennstoffzellen als kostengünstige CO2-Vermeidungsoptionen auf Grundlage einer Studie des EWI in Köln.
  • Vorstellung von Berechnungshilfen der Initiative Brennstoffzelle, welche die energetische Bewertung von Brennstoffzellen ermöglichen.
  • Diskussion einer Weiterentwicklung des Strommarktes laut aktuellem Strommarktgesetz und dessen Auswirkungen auf KWK-Technologien.
  • Erörterung von Aktivitäten anderer Verbände (z. B. BDEW) im Kontext der Wärmeversorgung von Objekten (BDEW-Gasgewerbstudie, BDEW-Heizkostenvergleich, BDEW-Energie-Info zum Wärmemarkt)
  • Neue Abschreibungsregelungen für private BHKW-Betreiber.

Abgerundet wurden die Aktivitäten der ASUE zum Thema „Kraft-Wärme-Kopplung“ durch eine eigene Veranstaltung im Rahmen der Berliner Energietage: „Brennstoffzellen – Neue Impulse für die Energiewende“.

Der Arbeitskreis versteht sich somit sowohl als Info-Börse für seine Mitglieder als auch als Sprachrohr in Richtung Verbraucher (ASUE-Broschüren, Veranstaltungen) und Politik (siehe beispielsweise Stellungnahmen im Vorfeld der KWKG-Novellierung).

Ansprechpartner:
Detlef Mirsch
Kassel