Arbeitskreis: Gaswärmepumpen und Kältetechnik

Auszug aus dem Tätigkeitsbericht 2016

Energiewende in Deutschland

Zu den Aufgaben der Energiewende zählt das Ersetzen von fossilen Kraftwerken, die Steigerung der Energieeffizienz, verstärkte Energieeinsparungen und den Anteil an regenerativen Energieträgern deutlich zu steigern. Dabei müssen Herausforderungen wie ausreichende Energiemengenproduktion und jederzeit verfügbare Leistung bewältigt werden. Die größte Herausforderung ist die Speicherung von Energie, da die Gleichzeitigkeit von Bedarf und Erzeugung nicht immer gegeben ist, wobei Erdgas besser zum Speichern geeignet ist als Strom. Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit und Kosten spielen dabei eine wichtige Rolle. Gasbasierte Wärmepumpen und Kälteanlagen können einen Beitrag zur Energiewende leisten. Neue Gesetze und Regelungen sowie die von der Bundesregierung vorgegebene Marschrichtung in 2050 den Energiemarkt zu elektrifizieren (Sektorenkopplung), stellt die Gasanwendungstechnologien im allgemeinen, aber auch die Gaswärmepumpen im speziellen, vor eine große Herausforderung.

ASUE-Fachtagung:

Wie in jedem Jahr fand auch in diesem Jahr am 14.06.2016 eine Fachtagung in Kooperation mit der DREWAG NETZ GmbH und der ENSO Energie Sachsen Ost GmbH statt. Auf der Fachtagung wurden energieeffiziente Gebäude-Versorgungskonzepte mit Gaswärmepumpen vorgestellt, die den gesetzlichen Anforderungen, u. a. der EnEV 2016, gerecht werden. Ein zentrales Thema war die Frage, welchen Beitrag Gaswärmepumpen zu einer wirtschaftlich erfolgreichen Energiewende beisteuern und wie die Anforderungen der EnEV 2016 erfüllt werden können. Mit den Herren Prof. Dr. Jochen Arthkamp von der TH Georg Agricola in Bochum und Prof. Oschatz vom Institut für Technische Gebäudeausrüstung in Dresden konnten wir zwei Experten für diese Tagung gewinnen. Die Fachtagung richtete sich an Installateure aus dem Bereich Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik, Planer, Stadtwerke und Gewerbeinhaber, die wir aufgrund der Themenwahl zahlreich gewinnen konnten. Ein zusätzlicher Anreiz war, dass die Tagung als Fortbildungsmaßnahme für Architekten und Energieberater (dena) anerkannt wurde. Aufgrund des positiven Feedbacks der Teilnehmer werden wir die Inhalte auch für die nächste Tagung, die am 09.05.2017 an der Technischen Hochschule Georg Agricola zu Bochum auf Einladung von Herrn Prof. Dr. Jochen Arthkamp stattfinden wird, weitestgehend übernehmen. Wir werden versuchen auch diese Tagung als Fortbildungsveranstaltung für Architekten und Energieberater im Veranstaltungskalender der Architektenkammer NRW zu platzieren. Als Kooperationspartner wollen wir die Energieagentur NRW und die Stadtwerke Bochum gewinnen.

Arbeitskreis

Auch in 2016 fanden zwei Arbeitskreissitzungen statt. Am 15.06.2016 im Anschluss an die Fachtagung in Dresden, auf Einladung von Herrn Andreas Jehmlich von Drewag Netz GmbH und am 07.12.2017 in Kassel, auf Einladung von Herrn Detlef Mirsch von der WINGAS GmbH. Ein zentrales Thema, welches diskutiert wurde, waren die veröffentlichen Angaben zu den Investitions- und Verbrauchskosten unterschiedlicher Heizungssysteme z. B. dem Heizkostenvergleich des BDEW, dem Modernisierungskompass Zukunft Erdgas und der Studie von Prof. Oschatz. Demnach schneiden Gaswärmepumpen nicht besser ab als elektrische Wärmepumpen oder Brennwerttechnik plus Solar. Zur besseren Darstellung der Gaswärmepumpe hat der Arbeitskreis beschlossen, eine Arbeitsgruppe „Systemvergleich“ zu gründen, die folgende Themen bearbeiten soll:

  • Vor- und Nachteile der Gaswärmepumpe gegenüber der Elektrowärmepumpe, z. B. unterschiedlicher Umwelteinfluss (Global Warming Potential GWP) des eingesetzten Kältemittels.
  • Die unterschiedliche Erfüllung der Vorgaben der EnEV durch den Einsatz von Wärmepumpen.
  • Es sollen die unterschiedlichen Investitions- und Betriebskosten verglichen und erörtert werden, u. a. soll der „Mythos“ Kostengünstigkeit aufgrund der hohen Strompreissteigerungen widerlegt werden.
  • Der Einfluss technischer Parameter soll ebenfalls Eingang in den Systemvergleich finden. So findet z. B. die unterschiedliche Ertragssituation bei Bohrungen, aufgrund der Lage und den Gegebenheiten des Erdbodens, insbesondere bei Elektrowärme-pumpen keine Beachtung in den Vergleichen. So kann der Ertrag je nach Ort zwischen 20 Watt / m und > 50Watt / m schwanken.

Ein weiteres Thema waren Neuentwicklungen im Bereich der Gaswärmepumpen. Herr Marcus Becker von Berndt Enersys berichtete, dass sich die Kältemittellandschaft in Deutschland insbesondere, aber auch in Europa zunehmend verändern wird. In absehbarer Zeit wird es eine Umstellung vom zurzeit eingesetzten Kältemittel R410A auf das neue, umweltfreundlichere R32 erfolgen. Damit wird das Global-Warming-Potential (GWP) in diesen Anwendungen um ein gutes Drittel reduziert. Die Fortschritte bei der Reduzierung des GWPs gehen allerdings mit einer erhöhten Komplexität der Stoffe einher. R32 ist beispielsweise ein Stoffgemisch mit unterschiedlichen Eigenschaften, so müssen die Komponentenhersteller, das Handwerk und andere Beteiligte bei der Umstellung auf die neuen Kältemittel Lösungen entwickeln.

Auf der ISH 2017 wird die Fa. Berndt Enersys mit Yanmar eine Geothermie-Gaswärmepumpe vorstellen. Ein bereits umgesetztes Projekt hat gezeigt, dass sich mit dieser Wärmepumpe ein COP von 2 – 3 realisieren lässt. Ebenso ist geplant, Gasmotowärmepumpen zukünftig mit einer gleichzeitigen Stromerzeugung (Generator auf der Welle) zur Versorgung der Anlage mit Eigenstrom auszurüsten.

Broschüren

Momentan wird die Marktübersicht Gaswärmepumpen aktualisiert. Die alte Broschüre aus 2013 soll grundlegend neu strukturiert werden. So sollen die technischen Unterschiede verschiedener Anlagen deutlicher dargestellt werden. Des Weiteren soll die Broschüre um andere Technologien wie z. B. die Gaskältemaschinen oder kombinierte Systemlösungen in Verbindung mit Kraft-Wärme-Kopplung erweitert werden. Für eine bessere Darstellung soll es eine deutlichere Unterscheidung in Hersteller, Generalvertreter oder Lieferant geben.

Im Jahre 2016 wurden aus dem Arbeitskreis zwei Broschüren veröffentlicht

Steuerentlastung für GasmotorwärmepumpeWerden Gasmotorwärmepumpen ausschließlich für die Wärmeversorgung in Gebäuden eingesetzt, werden die zum Heizzwecke eingesetzten Gas- mengen mit dem ermäßigten Satz der Energiesteuer von 0,55 ct/ kWh besteuert. Diese Steuer wird automatisch vom Erdgaslieferanten an das Hauptzollamt entrichtet. Es besteht jedoch die Möglichkeit, sich unter bestimmten technischen Voraussetzungen einen Teil dieser Steuer vom Staat rückerstatten zu lassen.

Heizen, Kühlen und Klimatisieren mit ErdgasEs handelt sich hierbei um den Tagungsband zu der Fachveranstaltung vom 14.06.2016 in Dresden.

Ansprechpartner:
Mike Kozika
Siegburg