Arbeitskreis: Energie & Umwelt

Auszug aus dem Tätigkeitsbericht 2016

Wie im letzten Jahr stand im Mittelpunkt der Arbeit des Arbeitskreises die Rolle des Erdgases im Rahmen der Energiewende zu stärken.

Zusammenarbeit

Einer der Ansätze ist der Versuch, gemeinsame Interessen mit anderen Gruppen im Markt und im politischen Umfeld herauszuarbeiten und den Kontakt mit diesen Gruppen aufzunehmen.

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft sieht in der derzeitigen Entwicklung eine große Gefahr für seine Klientel, die teilweise schon aus technischen Gründen von Erdgas abhängig ist. Mit einer zunehmenden Abkehr der Privathaushalte vom Energieträger Erdgas würde der Mittelstand vor zusätzlichen Kosten, großen technischen Schwierigkeiten und existenzgefährdenden Investitionsanforderungen stehen.

Die Wasserstoffwirtschaft sieht in der Gasindustrie einen natürlichen Verbündeten. Der Erhalt der Gasinfrastruktur und die hohe Erschließung in der Fläche sind Möglichkeiten durch zunehmende Beimischung von Wasserstoff oder dessen Veredelung zu Methan zukünftig insbesondere regenerativen Wasserstoff in eine Vermarktungskette aufzunehmen

Fragen an die Energiewende

Offensichtlich ist der derzeitige Weg der Energie- wende nicht zu Ende geplant. Die Lücken in der Planung und die zu erwartenden Kosten werden aber leider in der Öffentlichkeit nur begrenzt diskutiert. Insbesondere die Allelektrifizierung, die von der Politik als Lösung aller Probleme gesehen wird, ist aus Sicht des Arbeitskreises ein Irrweg.

Der Arbeitskreis möchte dies durch ein oder mehrere Papiere, z. B. als Faktensammlung oder Fragen an die Politik, artikulieren. Dabei wurden im Wesentlichen folgende Themenblöcke gesetzt:

  1. Anwendung und Effizienzmerkmale von Erdgas (z. B. Speicherbarkeit)
  2. Gasverwendung in industriellen Prozessen
  3. Strom und Gas als Wettbewerber im Wärmemarkt
  4. Szenarien Gas 2050

Zu allen Themen wurden Botschaften entwickelt und diese anhand der heute existierenden Infrastruktur und Versorgungsrealität gespiegelt. So wurde z. B. für den Punkt 3 anhand eines gerade in Planung befindlichen neuen Stadtteils Versorgungsdaten unter der Rahmenbedingung der Allelektrifizierung ermittelt und diese auf eine Vergleichsstadt hochgerechnet. Dabei zeigt sich, dass selbst unter optimistischen Annahmen nicht nur der Ferntransport von Strom ein Problem darstellt, sondern auch der Transport und die Versorgung innerhalb der Verteilnetze die Netzbetreiber vor neue Herausforderungen stellen wird, die beträchtliche Investitionen nach sich ziehen werden. Gleichzeitig wird für die zumeist gleichen Unternehmen mit dem Gasnetz ein anderes, wesentliches Infrastrukturelement durch politische Diskussionen und deren Folgen (Aus- stieg aus der Erdgasheizung) in Frage gestellt.

Ausblick

In 2017 werden die in 2016 begonnen Arbeiten fortgesetzt und in Form von mehreren Publikationen veröffentlicht werden. Aktuell fließen bereits einige dieser Überlegungen in einen offenen Brief zum Thema Wärmepumpen ein. Fakten und Wirtschaftlichkeit sprechen klar für das Produkt Erdgas und dessen Zukunftsfähigkeit.

Ansprechpartner:
Dr. Ralf Klintz
Kassel