Arbeitskreis: Innovative Energieanwendungen

Auszug aus dem Tätigkeitsbericht 2015

Energieeffizienz erfordert professionelle Umsetzung

Durch die Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinien wurden Dienstleistungen zur Effizienzsteigerung in den Mittelpunkt der Entscheidungen für Energieversorger gerückt. Von entscheidender Bedeutung wird zukünftig die konsequente Umsetzung der Energieeinsparverordnung (EnEV) aus 2016 sein. Der Arbeitskreis hat die praktische Umsetzung der Verordnung im Rahmen von Informationsbroschüren und Flyern für die Energiebranche und deren Marktpartner aufbereitet und in Form von Veröffentlichungen verbreitet.

Wir glauben, dass innovative Contractingangebote die Umsetzung der EnEV und der Energiewende positiv beeinflussen können. Die Brisanz der politischen Rahmenbedingungen bietet eine besondere Plattform für neue Geschäftsfelder mit Energiedienstleistungen.

Die intelligente „Wärmewende“ ist der Schlüssel zur Erreichung der CO2-Ziele in den Städten

Es müssen neue, innovative Wärmestrategien beschrieben werden, um eine unter ökonomischen und ökologischen Aspekten optimale, zukunfts-orientierte Energieversorgung zu entwickeln.

ASUE hat sich zur Aufgabe gemacht, intelligente Lösungsansätze zu erarbeiten und vorzustellen.

Der Arbeitskreis favorisiert den Einsatz flexibler, zukunftssicherer, dezentraler Technologien. Besonders geeignet erscheinen dezentrale Nahwärmelösungen. Dies würde die Integration von Strom, Erdgas und innovativen Heizsystemen zu einem intelligenten Gesamtsystem ermöglichen.

Folgende Themenschwerpunkte wurden im Arbeitskreis „Innovative Energieanwendungen 2015 bearbeitet:

EnEV 2016

Das neue Jahr 2016 hat für Immobilieneigentümer und Vermieter wieder einige Neuerungen im Gepäck.

Um den Energiestandard von Neubauten weiter zu erhöhen, wurden in der letzten Novellierung der EnEV Verschärfungen festgesetzt, die nun zum 01.01.2016 in Kraft getreten sind. Umgangssprachlich wird daher häufig von der „EnEV 2016“ gesprochen.

Zum Jahreswechsel 2015/2016 sinkt der maximal zulässige Jahres-Primärenergiebedarf für Neubauten um 25 %. Zugleich steigen die Anforderungen an die energetische Qualität der Gebäudehülle. Somit wurde das KfW-Effizienzhaus 70 praktisch zum Mindeststandard der Energieeinsparverordnung deklariert. Stand der Technik nach EnEV im Ein- und Zweifamilienhaus ist eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung (WRG).

Der grundsätzliche Ansatz der EnEV ist, das Optimum aus Gebäudehülle und Anlagentechnik zu finden. Kombiniert man das aktuelle Wärmeschutzniveau mit den effizienten Erdgas-Heiztechnologien, erhält man eine Vielzahl attraktiver Möglichkeiten der Wärmeversorgung des neuen Wohngebäudes.

Antworten auf aktuelle Fragen zur Energieanwendung durch den Arbeitskreis:

  • Lösungsansätze zur Beheizung von Wohnraum im Hinblick auf die EnEV 2016
    Ergebnis: Endkunden/Marktpartnerflyer wurde erstellt
  • Unterstützen Lüftungskonzepte den Einsatz moderner Gastechnologien?
    Ergebnis: Zur Umsetzung der EnEV 2016 in der Praxis ist die Lüftungstechnik mit WRG als Standard zu sehen.
  • Der Handlungsrahmen zur Umsetzung von Nahwärme/Quartierslösungen für Neubau und Bestandsgebäude wurde aufbereitet.
    Ergebnis: Die vorhandenen Informationen reichen aus und sind im Hinblick auf die EnEV 2016 zu aktualisieren.
    KWK-Nahwärme mit kontrollierter Wohnungslüftung erhält zukünftig eine zentrale Bedeutung für die erdgasbasierte Energieversorgung.

Mit einem Erdgas-BHKW und einem Brennwertgerät zur Spitzenabdeckung werden in Verbindung mit einem abgestimmten Lüftungskonzept die Anforderungen der EnEV 2016 im Neubau erreicht.

Ausblick 2016 – Trends der Energiewende

Die 2. Halbzeit der Energiewende wird in den Städten stattfinden

  • Der Fokus der ersten Phase der Energiewende lag mit dem Ausbau von Windkraft und Photovoltaik vorwiegend in den ländlichen Regionen.
  • Jetzt ist die größte Herausforderung, den regenerativ erzeugten Strom effizient in den Verbrauchszentren der Großstädte zu nutzen. Hierzu bedarf es eines Innovationsschubs zur Energieeffizienzsteigerung bei der Gebäudeinfrastruktur, der Gebäudeautomatisierung und im Verkehrssektor.
  • Die Wertschöpfung der früheren Energieversorger wird sich mehr und mehr vom klassischen Commodity-Vertrieb hin zum Infrastrukturbetreiber und Dienstleister entwickeln.

Der Grad der Effizienzsteigerung hängt vom Erfolg neuer Produkte beim Endkunden ab

  • „Technische Innovation“ und „funktionaler Mehrwert“ müssen zum Volkssport werden.
  • Neue Produkte werden die Bereiche des Alltags verknüpfen:
    • Die Gebäude werden zunehmend zu intelligenten und betrieblich anspruchsvollen Infrastrukturen
    • Informationstechnologien & Digitalisierung, Energieerzeugung, Klimatechnik, Steuerung, Sicherheit, Beleuchtung etc.
    • Mehrwertdienste sind die Grundlage erfolgreicher Produktvermarktung

Wir stehen bereit, gemeinsam mit allen Mitgliedern die Trendwende in der Energiewirtschaft professionell und aktiv im Sinne der ASUE-Tradition umzusetzen.

Erdgas Technologien bleiben zukunftsfähig und erfüllen die Anforderungen für Mindeststandard und Effizienzhaus gem. EnEV 2016.

Ansprechpartner:
Ulrich Wenge
Dortmund