EnEV und EEWärmeG bald in einem Gesetz

Anpassung des Primärenergiefaktors (PEF) erforderlich

Die Arbeitsgemeinschaft für den sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch (ASUE) hat sich in ihren Arbeitskreisen insbesondere mit der Neufassung der Energieeinsparverordnung und dem erneuerbare Energien Wärmegesetz befasst, die augenblicklich sich in der Überarbeitung befinden und zu einem Gesetz zusammengefasst werden sollen.

Die Notwendigkeit ergibt sich durch eine bereits im Jahr 2013 beschlossene Verschärfung der EnEV und den inzwischen sehr unterschiedlichen Anforderungen an die Einbindung von erneuerbaren Energien in die Planung einer Baumaßnahme. Hier sollen jetzt in EnEV und EEWärmeG einheitliche Standards gesetzt werden.

Ein wichtiger Baustein zur Berechnung des Primärenergiebedarfs einer Heizungsanlage eines Gebäudes ist der Primärenergiefaktor. Dieser bewertet den in einer Heizung eingesetzten Brennstoff, soweit dieser nicht aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Die dabei freigesetzte CO2-Menge konnte der Primärenergiefaktor bisher nicht berücksichtigen. So wurden bisher Braunkohle, Heizöl und Erdgas und Biogas gleich bewertet.

Der Einsatz von elektrischer Energie — zum Beispiel in Wärmepumpen — für Heizung und Trinkwasserbereitung wurde in den letzten Jahren mit einem Primärenergiefaktor (PEF) von 3,0 und 2,4 bewertet, dieser wurde 2016 wegen der vermehrten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bereits auf 1,8 herabgesetzt.

ASUE möchte an dieser Stelle auf den systematischen Fehler hinweisen, der sich durch eine weitere Herabsetzung des Primärenergiefaktors für den allgemeinen Strommix ergeben würde.

  • Der Einsatz strombasierter Heizsysteme verlangt in der kalten Jahreszeit die Vorhaltung großer elektrischer Leistung, auch wenn erneuerbare Energien nicht oder nur geringfügig zur Verfügung stehen
  • durch die hohe Gleichzeitigkeit der Heizsysteme im Winter wird das Stromnetz besonders hoch belastet mit der Gefahr des Netzausfalls.
  • durch die bevorstehende Abschaltung von Kernkraftwerken würden zusätzliche elektrische Verbraucher den verstärkten Einsatz von Kohlekraftwerken in Anspruch nehmen
  • durch den scheinbaren primärenergetischen Vorteil elektrischer Heizsysteme werden weitere Effizienzmaßnahmen beim Bau außer Acht gelassen

ASUE wird sich gemeinsam mit anderen Verbänden dafür einsetzen, dass in Zukunft die Bewertung der Heizenergie durch einen Primärenergiefaktor ebenfalls die CO2-Emissionen und somit den Klimaschutz berücksichtigt und zugleich auch einen Anreiz für zusätzliche Maßnahmen zur Gebäudeeffizienz setzt. Daher sollte dem Primärenergiefaktor ein zusätzlicher Nachhaltigkeitsfaktor hinzugefügt werden.

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Über ASUE

Die ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. (www.asue.de) wurde 1977 gegründet. Sie fördert vor allem die Weiterentwicklung und weitere Verbreitung sparsamer und umweltschonender Technologien auf Erdgasbasis. Dabei ist es vorrangiges Ziel, Energiespartechniken den Weg in die praktische Anwendung zu ebnen.

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