19. Oktober 2004

Innovationspreis 2004


Seit 1980 lobt die ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und um welt freundlichen Energieverbrauch e. V. im Zwei-Jahres-Rhythmus den Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft aus.




Preisträger 1

Innovationspreis für Planung, Forschung und Entwicklung Preisträger Kosten und Emissionen gesenkt: KWKK-Versorgungslösung für Hospital


Preisträger
Dotierung: 25.000 EUR

Am 19. Oktober 2004 wurden in Berlin im Rahmen einer Festveranstaltung die Gewinner des Innovationspreises der deutschen Gaswirtschaft 2004 bekannt gegeben. Diese Auszeichnung wird für herausragende Leistungen zur Einsparung von Energie und zur Steigerung der Energieeffizienz vergeben. Der mit insgesamt 50.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre von der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. ausgelobt und steht unter der Schirmherrschaft des BGW Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e.V. sowie des DVGW Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V.

Der Preisträger in der Kategorie Innovationspreis für Planung, Forschung und Entwicklung ist die IBW Ingenieur GmbH aus Oberlahr, die ein Preisgeld von 25.000 Euro erhält. Inhalt des eingereichten Projektes war die Sanierung der Energieversorgungsanlage im Heilig-Geist-Hospital in Bingen mit der Installation eines Kraft- Wärme-Kälte-Kopplungs-Systems auf der Basis zweier Motor-BHKW-Module. 

Dies war notwendig geworden, nachdem umfangreiche Umund Ausbauarbeiten im Krankenhaus sowie der Neubau eines Ärztehauses den Strom-, Wärmeund Kältebedarf hatten deutlich steigen lassen. Bei den Planungen für die neue Versorgungslösung waren unter anderem sehr beschränkte Platzverhältnisse sowie die Forderung, dass der Krankenhausbetrieb in keiner Weise gestört werden durfte, zu berücksichtigen. Darüber hinaus sollte sich die neue Energieversorgung nicht nur durch eine wirtschaftliche Arbeitsweise auszeichnen, sondern auch Belange des Umweltschutzes berücksichtigen.

Die mit der Erarbeitung eines entsprechenden Konzeptes beauftragte IBW Ingenieur GmbH aus Oberlahr entschied sich daher für eine Kraft- Wärme-Kälte-Kopplung. Mit dieser Lösung werden nicht nur alle vier benötigten Medien Strom, Dampf, Wärme und Kälte selber erzeugt, sondern außerdem durch einen energetischen Querverbund zwischen den einzelnen Energieströmen wirtschaftliche Vorteile erschlossen.

So wurde früher die benötigte Elektroenergie komplett von einem externen Versorger bezogen. Ausfälle des öffentlichen Netzes überbrückte ein Notstromaggregat.

Im Rahmen der neuen Lösung wird der größte Teil des Strombedarfs über zwei mit Erdgas betriebene Motor-BHKW-Module mit einer elektrischen Leistung von je 230 kW nun selbst erzeugt. Da diese gleichzeitig als Netzersatzanlage fungieren, ist die Stromversorgung von Hospital und Ärztehaus auch bei Ausfall des öffentlichen Netzes sichergestellt.

Die über das Kühlwasser ausgekoppelte thermische Leistung der BHKW-Module von je 210 kW deckt die Grundlast zur Warmwassererzeugung für Heizung und Brauchwasser. Bedarfsspitzen übernehmen Erdgas befeuerte Brennwertkessel von 400 beziehungsweise 900 kW Leistung.

Die in den Abgasen der Gasmotoren enthaltene Wärme wird in Abhitzekesseln für die Dampferzeugung genutzt. Für zusätzlichen Bedarf wurden noch zwei 172 kW starke Schnelldampferzeuger – einer arbeitet mit Erdgas, der andere mit Erdöl – in das System integriert. Bei einem Überangebot an Dampf leitet das System diesen durch einen Wärmetauscher, über den der Dampf seine Wärme an das großvolumige Heiznetz abgeben kann. Diese Lösung nutzt nicht nur das vorhandene Wärmeangebot optimal, sondern hat darüber hinaus auch noch den Vorteil, ohne teure Bypässe an den Abhitzekesseln auszukommen. Insgesamt gestaltet sich der Dampfbedarf relativ konstant, da Sterilisation, Küche und Wäscherei einen ganzjährigen Verbrauch haben.

Der Dampf hingegen, den die Klimaanlage nur im Winter zu Befeuchtungszwecken benötigt, treibt im Sommer dafür die 320 kW leistende Absorptionskälteanlage an. Die früher für die Kälteversorgung zuständige Kompressionskälteanlage hat auch in der neuen Lösung ihren Platz; sie kommt jetzt aber nur noch bei Lastspitzen zum Einsatz. Ein ausgedienter 100 m3 großer Heizöl-Erdtank, der jetzt als Kältespeicher dient, und ein Wärme-Schichtspeicher von 8 m3 als hydraulische Weiche im Heizungssystem komplettieren das neue Versorgungssystem. Außerhalb des Krankenhauses befindliche Verbraucher wie das Ärztehaus sind hydraulisch von dieser Anlage entkoppelt und mit Wärmebeziehungsweise Kältemengenzähler ausgestattet. Durch den energetischen Querverbund zwischen den verschiedenen Medien arbeitet die neue Versorgungslösung mit einer verhältnismäßig ausgeglichenen Verbrauchskurve, was dem Ziel einer möglichst optimalen Auslastung der BHKW sehr zugute kommt. Die Anlage ging Ende des Jahres 2003 in den Probebetrieb. Nach Ablauf einer Testphase soll das Heilig-Geist-Hospital zukünftig seinen Strombedarf bis zu 90 Prozent selbst abdecken. An Wärme und Kälte wird über Bedarf produziert, so dass das Krankenhaus hier als Lieferant für weitere Verbraucher in Erscheinung tritt.

Als sehr bedeutsam erwies sich der Wechsel beim Hauptenergieträger von Strom (bisher 65 Prozent) zu Erdgas (jetzt 97 Prozent). Denn damit verbunden ist eine deutliche Reduzierung der Energiekosten, unter anderem durch die bis zum Jahr 2010 gültige KWK-Förderung. Bis dahin soll sich die neue Anlage aber längst amortisiert haben; gerechnet wird mit einer Amortisationszeit von etwa 5,5 Jahren. Darüber hinaus erspart die neue Versorgungslösung des Bingener Krankenhauses der Umwelt eine große Menge an Kohlendioxid-Emissionen.

Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Jürgen Stefan Kukuk
Telefon: 0 30 / 22 19 13 49-0
E-Mail: kukuk@asue.de



Preisträger 2

Innovationspreis für Planung, Forschung und Entwicklung Preisträger FLOX-Erdgasreformer zur dezentralen Erzeugung von Wasserstoff


Auszeichnung
Dotierung: 5.000 EUR

Am 19. Oktober 2004 wurden in Berlin im Rahmen einer Festveranstaltung die Gewinner des Innovationspreises der deutschen Gaswirtschaft 2004 bekannt gegeben. Diese Auszeichnung wird für herausragende Leistungen zur Einsparung von Energie und zur Steigerung der Energieeffizienz vergeben. Der mit insgesamt 50.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre von der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. ausgelobt und steht unter der Schirmherrschaft des BGW Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e.V. sowie des DVGW Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V.

Eine Auszeichnung erhielt das Projekt „FLOXErdgasreformer zur dezentralen Erzeugung von Wasserstoff“ mit 5.000 Euro Preisgeld.

Wasserstoff gilt als einer der Energieträger der Zukunft. Er zeichnet sich nicht nur durch einen hohen Energiegehalt, sondern auch durch eine hohe Umweltverträglichkeit aus, da seine Verbrennung emissionsfrei zu reinem Wasser erfolgt. Ein riesiges Anwendungspotenzial dafür wird zum Beispiel in Verbindung mit PEM-Brennstoffzellen (PEM = polymer electrolyte membran) gesehen, die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen. Je nach Auslegung der Brennstoffzelle könnte auf diese Weise zukünftig sogar jeder einzelne Haushalt seinen Strom selbst herstellen. Da aber bisher die dafür notwendige Wasserstoff-Infrastruktur fehlt, muss der Wasserstoff aus höheren Kohlenwasserstoffen wie Erd- oder Biogas reformiert werden. Solche Anlagen existierten bisher aber nur für die Produktion größerer Wasserstoffmengen; die wirtschaftliche Herstellung relativ kleiner Mengen für zur Versorgung von Einzelhaushalten dimensionierte Brennstoffzellen erfordert jedoch neue Ansätze.

Der WS Reformer GmbH aus Renningen gelang es nun mit einer Neuentwicklung, dem so genannten FLOX-Erdgasreformer, diesen Prozess auch in Kleinanlagen kostengünstig durchzuführen. Der FLOX-Erdgasreformer basiert auf der klassischen Wasserdampfreformierung von Erdgas bei Temperaturen um 800 °C an einem Nickelkatalysator und einem S/CVerhältnis (Verhältnis von Prozessdampf und Kohlenstoff im Einsatzgas) um 3. „FLOX“ steht dabei für „Flameless Oxidation“ und bedeutet einen verteilten Reaktionsumsatz im gesamten Brennerraum.

Denn im Gegensatz zu Systemen mit „klassischer Flamme“, die eine hochintensive Reaktionszone an der Brennermündung aufweist, werden bei der Neuentwicklung Brenngas und Verbrennungsluft so eingebracht, dass die Reaktion stromabwärts, verteilt in der Brennerkammer, stattfindet. Dabei erfolgt die Zündung durch die Rezirkulation heißer Brennkammerabgase. Aufgrund dieser homogenen Temperaturverteilung an den Reformerrohren entstehen keine lokalen Temperaturspitzen, was den Effekt einer Luftvorwärmung mit optimalem Wirkungsgrad mit sich bringt. Daneben zeichnet sich diese Lösung durch einen stabilen Brennerbetrieb auch bei Einsatz von Gasen mit stark wechselndem Heizwert sowie eine weitgehende Unterdrückung der Bildung von Stickoxiden aus.

Der Reformer ist derzeit in zwei Baureihen erhältlich: Als „Modular“-Version für den vorwiegend klassischen Industrieeinsatz zur Erzeugung von Wasserstoff als Prozessgas mit Stundenleistungen von 50 bis 400 Nm3. Durch die Integration des Verdampfers in das jeweilige Reformerrohr kann eine einfache und kompakte Bauweise realisiert werden, wobei die Entkopplung von Verdampfung und Beheizung die Regelstrategie vereinfacht. Eine variable Anzahl der Reformerrohre und entsprechende Brenner bei unterschiedlichen Leistungen ermöglichen einen modularen Aufbau, so dass kostengünstige Anpassungen an die kundenseitigen Anforderungen möglich sind. Sie hat inzwischen Marktreife erlangt und kommt unter anderem in einer Wasserstofftankstelle am Flughafen München zum Einsatz. Vom breiten Einsatz der FLOX-Reformer erhofft man sich unter anderem eine deutliche Verringerung der Zahl von Wasserstofftransporten in Druckgasflaschen und die Erschließung neuer regionaler Märkte, in denen der Straßentransport unwirtschaftlich oder gar nicht möglich ist.

Die „Compact“-Baureihe zielt dagegen auf den Massenmarkt „KWK im Hausbereich“, ist aber derzeit noch im Prototypen-Stadium und zählt mit einem Wirkungsgrad von mehr als 80 Prozent zu den Spitzenreitern im internationalen Vergleich. Dennoch wird weiterhin an der Maximierung des Wirkungsgrades, der Betriebssicherheit sowie einer Optimierung der Gasreinigung gearbeitet. In diesem Markt sieht man auch das größte Potential zur Ressourcenschonung, denn mit einem Brennstoffzellen- BHKW im Haushalt könnte der wertvolle Energieträger Erdgas nicht nur zu Heizzwecken verbrannt, sondern zusätzlich Strom für den Eigenbedarf sowie für benachbarte Verbraucher erzeugt werden.

Und das Ganze bei elektrischen Wirkungsgraden von bis zu 40 Prozent. Daneben läuft ein solcher Prototyp zur Zeit in einem Forschungsprojekt zur Verstromung von Biogas – ein Weg ,„Bioabfälle“ in die hochwertigste Energieform zu transformieren.

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Dipl.-Ing. Jürgen Stefan Kukuk
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Preisträger 3

Innovationspreis für Planung, Forschung und Entwicklung Preisträger System zur Verbrennungsregelung und -überwachung mit CO-Sensor


Auszeichnung
Dotierung: 5.000 EUR

Am 19. Oktober 2004 wurden in Berlin im Rahmen einer Festveranstaltung die Gewinner des Innovationspreises der deutschen Gaswirtschaft 2004 bekannt gegeben. Diese Auszeichnung wird für herausragende Leistungen zur Einsparung von Energie und zur Steigerung der Energieeffizienz vergeben. Der mit insgesamt 50.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre von der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. ausgelobt und steht unter der Schirmherrschaft des BGW Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e.V. sowie des DVGW Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V.

Eine Auszeichnung erhielt das Projekt „Brennwert- Heizgerät mit CO-geführter Verbrennungsregelung und -überwachung“ der Firma Vaillant aus Remscheid mit 5.000 Euro Preisgeld. Moderne Brennwert-Heizgeräte besitzen üblicherweise einen modulierenden Gasbrenner mit einem pneumatischen Gas-Luft-Verbund. Bei diesem Gas-Luft-Verbund wird mit einem Gebläse an einer Drosselstelle (Blende) ein Differenzdruck erzeugt, der auf eine Membran des für die Gaszuführung verantwortlichen Magnetventils wirkt. Ändert sich die Drehzahl des Gebläses, zieht dies eine Veränderung des Drucks auf die Membran nach sich, wodurch wiederum dem Brenner entsprechend mehr oder weniger Gas zudosiert wird. Auf diese Weise wird das Gas-Luft-Verhältnis nach einer fest vorgegebenen Kennlinie geregelt, die nur für eine Gasart beziehungsweise einen engen Toleranzbereich optimal ist.

In der Praxis arbeiten moderne Gasgeräte meist mit einem Sauerstoffüberschuss von Lambda rund 1,35. Dies erlaubt auch bei etwas schwankenden Gasbeschaffenheiten einen stabilen Betrieb. Dieses Verhältnis wird aber nach erfolgter Inbetriebnahme und bestimmungsgemäßem Betrieb oft nie mehr verändert, was sich aber bei wechselnden Umgebungsbedingungen und eventuellen Abweichungen vom Auslegungszustand nachteilig auswirken kann.

Dies äußert sich dann unter anderem in Veränderungen beim Emissionsverhalten, Wirkungsgrad und Wartungsaufwand. Deshalb wäre eine ständige Überwachung und Optimierung des Verbrennungsprozesses wünschenswert. Die Vaillant GmbH aus Remscheid hat dafür in den letzten zwei Jahren gemeinsam mit der Steinel Solutions AG aus Einsiedeln (Schweiz) eine innovative Lösung entwickelt, die auf einem neuartigen Kohlenmonoxid-Sensor basiert. Denn der CO-Gehalt des Abgases ist die wesentliche Kenngröße für die Qualität des in einem Brennwert-Heizgerät ablaufenden Verbrennungsprozesses. Die Informationen des Sensors verarbeitet eine neu entwickelte Elektronik, die dann über ein ebenfalls neues, kombiniertes Gasregel-, Sicherheits- und Absperrventil mit Schrittmotorantrieb mittels des Zuluftvolumenstroms auf den Verbrennungsprozess Einfluss nimmt. Auf diese Weise wird eine optimierte Verbrennung bei schwankenden Gaszusammensetzungen und sich ändernden Anlagen- und Umgebungsbedingungen realisiert, was sich unter anderem in einem höheren Nutzungsgrad während der Betriebszeit der Geräte niederschlägt.

Die damit möglichen Verbesserungen des mittleren Wirkungsgrades in der Praxis werden zwischen drei und fünf Prozent geschätzt. Darüber hinaus erlaubt das System eine vorausschauende Geräteanalyse, denn neben den Abgaswerten wird beispielsweise auch noch der mechanische Verschleiß des Gebläselagers erfasst und gegebenenfalls eine entsprechende Wartungsmeldung ausgegeben. Eine Benachrichtigung externer Servicefirmen per SMS oder E-Mail ist ebenfalls möglich. Auf diese Weise werden die Betriebssicherheit erhöht und Wartungsmaßnahmen optimiert.

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Preisträger 4

Innovationspreis für Planung, Forschung und Entwicklung Preisträger Abwärme des Walzöls heizt Freizeitbad


Anerkennung

Am 19. Oktober 2004 wurden in Berlin im Rahmen einer Festveranstaltung die Gewinner des Innovationspreises der deutschen Gaswirtschaft 2004 bekannt gegeben. Diese Auszeichnung wird für herausragende Leistungen zur Einsparung von Energie und zur Steigerung der Energieeffizienz vergeben. Der mit insgesamt 50.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre von der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. ausgelobt und steht unter der Schirmherrschaft des BGW Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e.V. sowie des DVGW Deutsche Vereinigung des Gasund Wasserfaches e.V. Eine Anerkennung bekam die agn Paul Niederberghaus & Partner GmbH, Ibbenbüren, für die Planung des Energiekonzeptes des Plettenberger Freizeitbades „AquaMagis“, das auf der Kooperation mit einem Industriebetrieb der Alcan Deutschland im Bereich der Wärmeversorgung beruht.

In Plettenberg bei Lüdenscheid wurde im Jahr 2000 das Freizeitbad „AquaMagis“ errichtet. Zunächst war vorgesehen, die für dessen Betrieb erforderliche Wärme über je einen 1 MW leistenden Brennwert- und einen Niedertemperaturkessel bereitzustellen. Die agn Paul Niederberghaus & Partner GmbH als Projektplaner fand aber eine noch wesentlich kosten- und umwelteffizientere Lösung, die auf der Nutzung der Abwärme eines nahe gelegenen Aluminiumwalzwerkes basiert und seit Ende 2003 in Betrieb ist.

Das Werk Ohle der Alcan Deutschland GmbH stellt vor allem Verpackungen und spezielle Menüschalen aus Aluminium her. Dabei fällt unter anderem beim Walzprozess die niedrig temperierte Abwärme des Walzöles von etwa 45 bis 50 °C an, die bisher nicht nur ungenutzt blieb, sondern auch noch aufwendig vernichtet werden musste. Diese Abwärme wird mittels einer Wärmepumpe auf ein für die Beheizung des Freizeitbades „AquaMagis“ notwendiges Temperaturniveau von rund 75 °C angehoben.

Zusätzlich zur Wärmepumpe wird auch noch die Abwärme des Ölkühlers, des Motorkühlers sowie des Abgases genutzt. Auf diese Weise stehen bis zu 1,2 MW an thermischer Energie zur Verfügung, also weit mehr, als für den Grundwärmebedarf des Freizeitbades notwendig sind.

Den Antrieb der Wärmepumpe übernimmt ein mit Erdgas arbeitender Gasmotor. Er ist darüber hinaus über eine elektromagnetische Kupplung noch mit einem Generator von 220 kW Leistung verbunden. Auf diese Weise liefert die Anlage neben thermischer auch elektrische Energie. Alle diese Komponenten sind in einer Wärmezentrale untergebracht, die sich auf dem Gelände des Alcan-Werkes befindet, aber zum „AquaMagis“ gehört. Der Wärmetransport von dort zum Bad erfolgt über eine rund 740 m lange Leitung. Die Vorlauftemperatur beträgt rund 75 °C, das rücklaufende Wasser besitzt ein Temperaturniveau von 45 bis 50 °C. Die Leitungsverluste betragen Messungen zufolge nicht mehr als zwei Kelvin.

Im Normalfall arbeitet das System wärmegeführt, Führungsgröße dabei ist die vom Freizeitbad benötigte Wärmemenge. Um den Gasmotor ständig im wirtschaftlichen Volllastbereich betreiben zu können, wird der Arbeitspunkt zwischen Strom- und Wärmeerzeugung gleitend in Abhängigkeit im Bereich von 30 bis 100 Prozent des Wärmebedarfs des „AquaMagis“ verschoben. Benötigt das Bad also sämtliche verfügbare thermische Leistung, erzeugt der Generator nur eine Minimalleistung von 25 kW Strom. Sinkt der Wärmebedarf, steigt im Gegenzug die Stromerzeugung, wobei die gesamte hier erzeugte Elektroenergie in das Netz der dortigen Stadtwerke eingespeist wird.

Fällt der Wärmeverbrauch unter die Grenze von 30 Prozent der maximal möglichen 1,2 MW – dies entspricht in etwa der während eines Sommers zu erwartenden Grundlast –, kuppelt die Wärmepumpe aus und die Anlage arbeitet nur noch im reinen BHKW-Betrieb. Die verfügbare thermische Leistung beträgt dann noch maximal 190 kW. Sollte selbst diese Menge nicht gebraucht werden, erfolgt eine komplette Abschaltung der Anlage.

Dieses Konzept wurde in einer Vorausberechnung selbst auf Basis der niedrigen Gaspreise von 1999 gegenüber der ursprünglichen Lösung mit den beiden Kesseln als wirtschaftlich eingestuft. Davon profitiert aber nicht nur das „AquaMagis“ durch verringerte Primärenergiekosten, sondern auch die Firma Alcan, obwohl das Aluminiumwalzwerk die Wärme kostenlos abgibt. Denn dort reduzierten sich dafür die Aufwendungen für die kostenintensive Vernichtung der Abwärme deutlich.

Auch für die Umwelt ergeben sich Vorteile. Ihr wird zum einen nun weniger Abwärme über die Kühltürme zugeführt, was sich unter anderem durch weniger sichtbare Nebelschwaden äußert; zum anderen verringert sich durch den Wegfall eines Grundlast-Heizsystems im Freizeitbad ihre Belastung durch Schadstoffe. Allein die Kohlendioxid- Emissionen gehen so um über 30 Prozent zurück, was einer jährlichen Menge von rund 700 Tonnen entspricht.

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Preisträger 5

Innovationspreis für Planung, Forschung und Entwicklung Preisträger Mini-BHKW für Einfamilienhäuser


Anerkennung

Am 19. Oktober 2004 wurden in Berlin im Rahmen einer Festveranstaltung die Gewinner des Innovationspreises der deutschen Gaswirtschaft 2004 bekannt gegeben. Diese Auszeichnung wird für herausragende Leistungen zur Einsparung von Energie und zur Steigerung der Energieeffizienz vergeben. Der mit insgesamt 50.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre von der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. ausgelobt und steht unter der Schirmherrschaft des BGW Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e.V. sowie des DVGW Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V. Dem „Mini-BHKW für Einfamilienhäuser“ der Firma Honda R&D Co., Ltd., Japan, wurde eine Anerkennung ausgesprochen.

Während die dezentrale Erzeugung von Strom und Wärme in Blockheizkraftwerken von kleinen bis großen Leistungsbereichen bereits seit Jahren zum Stand der Technik gehört und sich vielfach bewährt hat, ist der Markt für die so genannte Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung für den Einfamilienhausbereich noch nahezu unerschlossen – zumindest in Europa. Zwar gibt es schon seit Jahren Entwicklungen, die in Richtung eines sehr kleinen Leistungsbereichs (etwa 1 kWel) gehen, jedoch hat keines dieser Projekte bisher die Serien- oder Marktreife erreicht. Das jetzt von der ASUE prämierte Mikro-BHKW von Honda mit einer elektrischen Leistung von 1 kW und einer thermischen Leistung von 3,25 kW ist bereits seit mehr als einem Jahr auf dem japanischen Markt verfügbar. Das Unternehmen erwartet, dass das Gerät zukünftig auch alle technischen Voraussetzungen erfüllen wird, um auch in Europa Marktreife zu erlangen.

Das Honda-Modul soll mit allen in Deutschland verfügbaren Gasarten betrieben werden können. Herzstück ist ein Einzylinder-Viertakt-Motor, der über einen Generator Strom erzeugt. Da die beim Betrieb des Motors entstehende Abwärme zusammen mit der dem Abgas über einen Wärmetauscher entzogenen Wärmeenergie genutzt wird, besitzt das System einen thermischen Wirkungsgrad von 65 Prozent. Zusammen mit dem elektrischen Wirkungsgrad von 20 Prozent ergibt sich ein Systemwirkungsgrad von 85 Prozent, bezogen auf die eingesetzte Primärenergie. Das Mikro-BHKW von Honda wurde hinsichtlich seiner Leistung so ausgelegt, dass es den durchschnittlichen Grundlastbedarf an Strom und Wärme eines Einfamilienhauses decken kann. Lastspitzen müssen dann von sekundären Systemen abgefedert werden. Zur Deckung eines höheren Warmwasser- oder Heizungsbedarfs empfiehlt sich beispielsweise die Kombination mit einem Gas-Brennwertgerät. Strombedarfsspitzen übernimmt sinnvollerweise eine Verbindung mit dem öffentlichen Netz, auch damit im Gegenzug zu viel produzierter Strom dort eingespeist werden kann.

In der Praxis profitiert der Anwender vor allem vom hohen Wirkungsgrad des Moduls durch die effiziente Ausnutzung des Primärenergieträgers Erdgas. Dies bestätigen Vergleichsrechnungen für verschiedene Modellhaushalte. Darüber hinaus ergaben Untersuchungen auf einem neutralen Prüfstand, dass sich die vom Hersteller angegebenen Effizienz-, Verbrauchs- und Servicedaten auch in der Praxis erreichen lassen. Außerdem hat die Selbstversorgung mit Strom und Wärme den Vorteil, von Zulieferungen durch externe Anbieter weitgehend unabhängig zu sein. Für eine breite Anwendung dieses Moduls sprechen sicher auch die kompakten Abmaße von 640 x 380 x 940 mm sowie dessen relativ geringe Geräuschemissionen.

Weiterhin könnte der großflächige Einsatz der Honda-Module einen Beitrag zur Senkung der Kohlendioxid-Emissionen leisten, denn pro Haushalt werden damit bis zu 15 Prozent weniger dieses Treibhausgases freigesetzt.

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Dipl.-Ing. Jürgen Stefan Kukuk
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Preisträger 6

Innovationspreis für Planung, Forschung und Entwicklung Preisträger Absorptionskäteanlage mit Hochtemperatur-Brennstoffzelle


Anerkennung

Am 19. Oktober 2004 wurden in Berlin im Rahmen einer Festveranstaltung die Gewinner des Innovationspreises der deutschen Gaswirtschaft 2004 bekannt gegeben. Diese Auszeichnung wird für herausragende Leistungen zur Einsparung von Energie und zur Steigerung der Energieeffizienz vergeben. Der mit insgesamt 50.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre von der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. ausgelobt und steht unter der Schirmherrschaft des BGW Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e.V. sowie des DVGW Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V.

Eine Anerkennung ging an die EAW-Energieanlagenbau GmbH aus Westenfeld für das Projekt „Absorptionskälteanlage für Hochtemperatur- Brennstoffzelle“.

Große kommerzielle Objekte wie Krankenhäuser stellen für die verbrauchsnahe, gekoppelte Erzeugung von Strom und Wärme aus Erdgas ein bedeutendes Potenzial dar, da sich damit eine wesentlich bessere Ausnutzung der eingesetzten Primärenergie bei gleichzeitiger Reduzierung der Emissionen realisieren lässt. Voraussetzung dafür ist aber das Erreichen der erforderlichen Nutzungszeiten für die erzeugte Abwärme. Um dies auch im Sommer zu gewährleisten, bietet sich die Erzeugung von Kälte aus Wärme an. Dieses Konzept wurde zum Beispiel im Rahmen eines Pilotprojektes unter Federführung der EAW-Energieanlagenbau GmbH aus Westenfeld in der Klinik Bad Berka praktisch umgesetzt.

Ziel dieses Projektes war die Entwicklung, Errichtung, Erprobung, Vermessung und Evaluierung einer speziell an die Abwärmebedingungen eines MCFC-Hochtemperatur- Brennstoffzellensystems (Molten-Carbonate- Fuel-Cell) der Firma MTU angepassten Wasser/ Lithiumbromid-Absorptionskälteanlage, um durch die Kombination aufeinander abgestimmter neuer Technologien einen Effizienzsprung in der energetischen Versorgung zu erreichen. Dieser neue Systemansatz soll eine optimale energetische Ausnutzung der Brennstoffzellenabluft nahezu unabhängig vom wechselnden Energiebedarf (Wärme oder Kälte) ermöglichen.

Um dies in der Praxis zu realisieren, wird das rund 400 °C heiße Abgas der Brennstoffzelle, die insgesamt 148,4 kW liefert, mehrstufig abgekühlt; zunächst in einem Hochtemperaturgenerator auf etwa 135 °C und anschließend in einem Niedertemperatur-Wärmeübertrager auf zirka 90 °C. Sowohl der Hochtemperaturgenerator als auch der Niedertemperatur- Wärmeübertrager wurden speziell für diesen Anwendungsfall entwickelt.

Die so gewonnene Wärme wird dann auf zwei Arten genutzt: entweder direkt mit einer neu entwickelten Multi-Effekt-Absorptionskälteanlage zur Kälteerzeugung (Temperaturbereich 8 bis 14 °C) gekoppelt und/oder unmittelbar zur Heizwärmeauskopplung mit einem Temperaturniveau von 70 bis 90 °C.

Eine neu entwickelte Regelstrategie mit gleitenden Arbeitspunkten zwischen Wärme- und Kältenutzung sorgt zudem für eine flexible Lastanpassung und ermöglicht auf diese Weise eine optimale energetische Ausnutzung des Brennstoffzellenabgases nahezu unabhängig vom wechselnden Energiebedarf (Wärme oder Kälte). Durch die Ausnutzung des hohen Exergiegehaltes der Hochtemperaturabwärme in der Multi-Effekt-Absorptionskälteanlage ergab sich bei einer gasbetriebenen Simulationsanlage auf dem Prüfstand der Firma EAW eine Steigerung des Wärmeverhältnisses (COP-Zahl) von 1,15. Herkömmliche, einstufige Absorptionskälteanlagen kommen nur auf eine COP-Zahl von 0,65. Das heißt, bei gleichem Einsatz an Wärmeenergie kann diese Anlage 65 Prozent mehr Kälte (im Bereich von 8 bis 14 °C) erzeugen. Diese Ergebnisse bestätigten sich auch in der Praxis an der Pilotanlage in Bad Berka. Die von der Hochtemperatur- Brennstoffzelle insgesamt gelieferten 148,4 kW Wärme ließen sich mit Hilfe der Multi- Effekt-Absorptionskälteanlage in eine Kälteleistung von 170 kW umwandeln. Im Heizbetrieb ergab sich hingegen eine Wärmeauskopplung von 100 Prozent, entsprechend 148,4 kW. Außerdem zeigte sich bei Vergleichsrechnungen, dass bei einem Anlagenbetrieb von 8.000 Stunden pro Jahr gegenüber einer R134a-Kompressionskälteanlage hinsichtlich des Kohlendioxid-Ausstoßes ein Rückgang von rund 20 Prozent zu erwarten ist, während die SO2-, NOx- und Staubemissionen vernachlässigbar gering sind. Die Verwendung des umweltverträglichen Stoffpaares Wasser/Lithiumbromid in der Absorptionskälteanlage trägt ebenfalls zu einer wesentlichen Umweltentlastung bei.

Der Probebetrieb der hier beschriebenen Anlage in Bad Berka startete am 27. Oktober 2003. Daran schließt sich nun ein mehrjähriges Versuchs- und Optimierungsprogramm an, das die energetische Vermessung und Evaluierung der Anlage einschließt und bei dem die einzelnen Komponenten erprobt und gegebenenfalls optimiert werden.

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Preisträger 7

Innovationspreis für Planung, Forschung und Entwicklung Preisträger CO-Regelung für Industriefeuerungen


Anerkennung

Am 19. Oktober 2004 wurden in Berlin im Rahmen einer Festveranstaltung die Gewinner des Innovationspreises der deutschen Gaswirtschaft 2004 bekannt gegeben. Diese Auszeichnung wird für herausragende Leistungen zur Einsparung von Energie und zur Steigerung der Energieeffizienz vergeben. Der mit insgesamt 50.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre von der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. ausgelobt und steht unter der Schirmherrschaft des BGW Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e.V. sowie des DVGW Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V. Eine Anerkennung erhielt die „CO-Regelung für Industriefeuerung“ der Walldorfer Firma LAMTEC.

Zur Energieeinsparung und Vermeidung von Umwelt-, Sach- und Personenschäden ist die Überwachung und Steuerung/Regelung von Verbrennungsprozessen unabdingbar. Die Basis für den Steuer- beziehungsweise Regelprozess bildet in den allermeisten Fällen die Messung des Sauerstoffgehaltes im Abgas mittels einer Lambda-Sonde. Eine von der LAMTEC Messund Regelungstechnik für Feuerungen GmbH entwickelte Lösung geht einen Schritt weiter: Mit Hilfe einer Zirkon-Dioxid-Sonde entstand eine neuartige binäre Brennerregelung, die Nebenprodukte der Verbrennung als Indikatoren für die Qualität des Verbrennungsprozesses heranzieht und sich neben Gasfeuerungsanlagen aller Art auch für die so genannten „Blaubrenner“ eignet. Der Sauerstoffgehalt des Abgases wird zwar dabei ebenfalls erfasst, dient aber nur noch der Überwachung und Visualisierung.

Die Messung des Sauerstoffgehalts des Abgases allein kann noch keinen Hinweis auf eine vollständige Verbrennung liefern. Dazu ist auch noch die Kenntnis über die Anteile der im Abgas enthaltenen unverbrannten Bestandteile an Wasserstoff und Kohlenmonoxid notwendig. Denn kommt es zu einer unvollständigen Verbrennung, treten Wasserstoff- und Kohlenmonoxidemissionen im Abgas immer gemeinsam auf.

Diesem Sachverhalt trägt die von der LAMTEC entwickelte Lösung Rechnung. Damit verbundene Vorteile sind ein besseres Regelverhalten, eine deutlich kürzere Einstellzeit, Falschluftkompensation, Fehlersicherheit, Robustheit und Wartungsfreiheit. Außerdem ergab sich eine zusätzliche Energieeinsparung. Darüber hinaus entfällt bei dieser Lösung auch noch die Kalibrierung beziehungsweise Einstellung des Brenners einer Feuerungsanlage, weil das System den optimalen Betriebspunkt für die Verbrennung eigenständig ermittelt.

Herzstück des Systems ist die Kombi-Sonde KS 1, die in ihrem Aufbau einer potentiometrischen Sauerstoffsonde ähnelt. Allerdings wurde bei ihr die katalytische Aktivität der CO/H2-selektiven Elektrode gezielt herabgesetzt, um die katalytisch unterstützte Reaktion oxidierbarer Gasbestandteile wie CO oder H2 mit O2 direkt an der Elektrodenoberfläche so weit wie möglich zu unterbinden. Im Ergebnis liefert der Sensor ein Mischpotenzial, das aus einem Anteil in Abhängigkeit der Sauerstoff-Reaktion und einem von der Reaktion mit oxidierbarem Gas abhängigen Anteil besteht. Dieses Mischpotenzial ist bereits bei geringen Konzentrationen oxidierbarer Gase deutlich höher als das Signal einer reinen Sauerstoffsonde. Ihre Besonderheit liegt außerdem darin, dass mit ihr erstmals selektiv Sauerstoff und Brenngase simultan mit einem Sensor gemessen werden können.

Ein zusätzlicher Indikator für unverbrannte Abgasbestandteile ist die Dynamik des Sensorsignals. Mit steigendem Anteil von Unverbranntem nimmt auch die Dynamik des Signals zu. Mit Hilfe dieser beiden Auswertekriterien – Signalstärke und -dynamik – gelingt es der Regelung, den optimalen Arbeitspunkt des Brennersystems zu finden. Dazu wird das Brennstoff-/ Luft-Verhältnis dynamisch und ohne Beeinflussung des Leistungsreglers in Richtung kleineres Lambda (weniger Luft, mehr Brennstoff) verändert, bis die Kombisonde den Beginn der unvollständigen Verbrennung durch starken Signalanstieg und Dynamik anzeigt. Von diesem Punkt aus wird nun das Lambda der Brennstoff- /Luft-Mischung wieder etwas vergrößert und der so gefundene Arbeitspunkt einer Plausibilitätsbetrachtung unterworfen, bevor er vom System „akzeptiert“ wird. Diese Vorgehensweise wiederholt sich im Übrigen in zyklischen Abständen, um auch bei veränderten Bedingungen einen optimalen Verbrennungsprozess zu erhalten. Die CO-Regelung wurde nach umfangreichen Tests an zwei repräsentativen Industriefeuerungsanlagen (Nestle Deutschland AG Werk Allgäuer Alpenmilch, Weiding sowie Bosch Siemens Hausgeräte GmbH, Giengen) und nach Abschluss der TÜV-Baumusterprüfung Anfang dieses Jahres zum Verkauf freigegeben. Mittlerweile sind mehr als 20 dieser Systeme in Betrieb. Dabei konnte der Sauerstoffgehalt des Abgases in beiden Fällen im Vergleich zur bisher installierten O2-Regelung deutlich abgesenkt werden – im mittleren und oberen Lastbereich waren beispielsweise Werte von unter einem Volumenprozent Sauerstoff möglich. Daraus resultiert ein gegenüber der reinen sauerstoffbasierten Regelweise verbesserter feuerungstechnischer Wirkungsgrad von bis zu 0,5 Prozent. Damit verbunden waren außerdem eine Schadstoffminimierung sowie eine Verringerung der Abgasverluste.

LAMTEC arbeitet derzeit noch an weiteren Modifizierungen des Sensors, damit sich dieser zukünftig auch noch in Feuerungen mittlerer Leistung sowie in Hausfeuerungsanlagen einsetzen lässt.

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Preisträger 8

Innovationspreis für umweltschonende Mobilität: Erdgas im Verkehr Preisträger Erdgas-Zapfpistole für Einhand-Bedienung


Preisträger
Dotierung: 15.000 EUR

Am 19. Oktober 2004 wurden in Berlin im Rahmen einer Festveranstaltung die Gewinner des Innovationspreises der deutschen Gaswirtschaft 2004 bekannt gegeben. Diese Auszeichnung wird für herausragende Leistungen zur Einsparung von Energie und zur Steigerung der Energieeffizienz vergeben. Der mit insgesamt 50.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre von der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. ausgelobt und steht unter der Schirmherrschaft des BGW Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e.V. sowie des DVGW Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V.

Der Preis gliedert sich in zwei Kategorien. Neben dem Innovationspreis für Planung, Forschung und Entwicklung wurde der Innovationspreis für zukunftsweisende Mobilität: Erdgas im Verkehr gemeinsam mit dem ADAC Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e.V. ausgelobt. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis dieser Kategorie ging an die Firma WITT-Gasetechnik GmbH & Co. KG aus Witten für die Entwicklung einer neuen Erdgas-Zapfpistole.

Erdgas wird in den nächsten Jahren auch als Kraftstoff immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Gründe dafür liegen vor allem in den geringeren Umweltbelastungen, die es im Vergleich zu herkömmlichen Flüssigkraftstoffen mit sich bringt. So verursacht ein Erdgas betriebener Pkw, bezogen auf einen gleich starken Benzin- Pkw, bis zu 25 Prozent geringere Kohlendioxid- Emissionen, während der Ausstoß an Schwefeldioxid, Ruß- und anderen Partikeln um nahezu 100 Prozent zurückgeht. Und da der Straßenverkehr in Deutschland an der gesamten Luftverschmutzung einen Anteil von rund 70 Prozent hat, könnten diese Belastungen durch den vermehrten Einsatz von Erdgas-Kfz deutlich gesenkt werden. Außerdem würde dies die Bemühungen Deutschlands nach einer Senkung der Kohlendioxid-Emissionen unterstützen, zu denen es sich im Rahmen des Kyoto-Protokolls verpflichtet hat. Zusammen mit weiteren Vorteilen, wie etwa dem durch eine geringere Mineralölsteuerbelastung begünstigten Gaspreis, hat dies zu einer hohen Akzeptanz von Erdgasfahrzeugen geführt, wie die Zulassungszahlen zeigen. Gab es im Januar 1998 in Deutschland nur etwa 2.100 Erdgas betriebene Fahrzeuge, stieg deren Zahl bis zum Anfang dieses Jahres auf annähernd 20.000. Und diese Akzeptanz wäre möglicherweise noch höher ausgefallen, wenn nicht so manchen potenziellen Käufer der etwas anspruchsvollere Betankungsprozess abgeschreckt hätte. Denn im Gegensatz zum Tanken von Flüssigkraftstoffen, für das man nur eine Hand benötigt, ist das Auftanken eines Erdgasfahrzeuges bisher im ersten Moment ungewohnt: Für das Verbinden der Zapfkupplung mit der Tankkupplung des Fahrzeuges sowie deren Verriegelung durch Drehen eines Hebels werden nämlich beide Hände gebraucht.

Mit der von der Firma WITT-Gasetechnik GmbH & Co. KG aus Witten entwickelten, weltweit ersten Einhand-Erdgas-Zapfpistole sollen diese Umstände nun der Vergangenheit angehören, denn mit dieser Innovation lassen sich nun auch Erdgasfahrzeuge wie gewohnt mit nur einer Hand betanken: Zapfpistole der Tanksäule entnehmen, in den Tankstutzen stecken und Pistolenventil öffnen – fertig. Möglich macht diese unkomplizierte Handhabung eine neuartige Zapfkupplung der Pistole, die die gesamte Technik für den sicheren Fahrzeuganschluss und eine bequeme Einhand-Bedienung integriert. Auch das Design der Pistole sowie ihre Aufhängung an der Tankstellensäule sind ähnlich wie die für Flüssigkraftstoffe gestaltet. Dadurch müssen Tankstellenbetreiber ihre Zapfsäulen für die Aufnahme der Erdgas-Zapfpistole von WITT nicht extra umrüsten.

Für die nötige Sicherheit ist ebenfalls gesorgt. Denn auf Grund einer festgelegten sequenziellen Abfolge der inneren Ventilsysteme der Erdgas- Zapfpistole soll eine Fehlbedienung durch den Tankkunden ausgeschlossen sein. Ausgelegt wurde das System für 100.000 Betankungsvorgänge, was einer wartungsfreien Bedienung von rund drei Jahren entspricht. Darüber hinaus lässt sich die Erdgas-Zapfpistole bei Bedarf auch für eine Betankung mit Wasserstoff, der ebenfalls als Treibstoff der Zukunft gilt, adaptieren.

Die Jury würdigte mit der Prämierung dieses Projektes vor allem dessen Potenzial, eventuellen Vorbehalten bei potenziellen Käufern gegen Erdgasfahrzeuge wegen des bisher aufwändigeren Betankungsvorgangs nun wirksam begegnen zu können. In der Folge führe dies zu einer noch größeren Akzeptanz von Erdgasfahrzeugen, wovon letztlich die Umwelt am meisten profitiere.

Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Jürgen Stefan Kukuk
Telefon: 0 30 / 22 19 13 49-0
E-Mail: kukuk@asue.de



Preisträger 9

Innovationspreis für umweltschonende Mobilität: Erdgas im Verkehr Preisträger Pilotprojekt Erdgasfahrzeuge bei der Deutschen Telekom


Anerkennung

Am 19. Oktober 2004 wurden in Berlin im Rahmen einer Festveranstaltung die Gewinner des Innovationspreises der deutschen Gaswirtschaft 2004 bekannt gegeben. Diese Auszeichnung wird für herausragende Leistungen zur Einsparung von Energie und zur Steigerung der Energieeffizienz vergeben. Der mit insgesamt 50.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre von der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. ausgelobt und steht unter der Schirmherrschaft des BGW Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e.V. sowie des DVGW Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V.

Der Preis gliedert sich in zwei Kategorien. Neben dem Innovationspreis für Planung, Forschung und Entwicklung wurde der Innovationspreis für zukunftsweisende Mobilität: Erdgas im Verkehr gemeinsam mit dem ADAC Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e. V. ausgelobt. Mit einer Anerkennung wurden die Aktivitäten der DeTeFleetServices, der konzerninternen Fuhrparktochter der Deutschen Telekom AG, honoriert, Erdgasfahrzeuge als ökonomische und ökologische Alternative in die Firmenflotte zu integrieren.

Da die Deutsche Telekom AG mit rund 31.000 Dienst- und rund 9.000 Geschäftswagen in Deutschland und weiteren rund 10.000 Fahrzeugen im europäischen Ausland eine der größten zivilen Fahrzeugflotten in Europa betreibt, kann sie mit Maßnahmen zur besseren ökologischen Verträglichkeit ihres Wagenparks einen besonders großen Beitrag zur Entlastung der Umwelt leisten. Dies hat der Konzern erkannt und eine Selbstverpflichtung zur Reduktion der Umweltauswirkungen und der Schonung der natürlichen Ressourcen abgegeben. Eines der wesentlichen Ziele dieser Selbstverpflichtung besteht in der Reduzierung der Kohlendioxid- Emissionen. Dies soll unter anderem durch eine Reduzierung der Größe der Fahrzeugflotte, Ökofahrtraining, die Beschaffung verbrauchsärmerer Fahrzeuge sowie den Einsatz alternativer Treibstoffe und Antriebssysteme wie etwa Erdgasfahrzeugen gelingen.

Gegenüber Dieselfahrzeugen, die den weitaus größten Anteil am Fahrzeugbestand der Deutschen Telekom ausmachen, resultiert aus dem Einsatz von Erdgas als Treibstoff eine Reihe von Vorteilen. Dazu gehören beispielsweise ein um die Hälfte verringerter Ausstoß an Kohlenmonoxid, bis zu 80 Prozent reduzierte Emissionen an reaktiven Kohlenwasserstoffen und Stickstoffoxiden (aus diesen bildet sich das als Sommersmog bekannte bodennahe Ozon) und eine nahezu vollständige Vermeidung von Schwefeldioxid, Ruß und Partikeln. Zudem hinterlässt die Verbrennung von Erdgas wesentlich weniger giftige Bestandteile wie Aldehyde, BTX-Aromate und die als Krebs erregend einzustufenden PAK. Darüber hinaus ist ein Erdgasfahrzeug nicht nur leiser als ein Diesel, sondern lässt sich auch ohne Verdampfungsverluste und Geruchsbelästigungen betanken.

Obwohl bei der Deutschen Telekom Erdgasfahrzeuge schon seit dem Jahr 1997 zum Einsatz kommen, begann das „Erdgaszeitalter“ im Konzern erst Ende 2003 so richtig mit der Indienststellung von 53 Opel Astra CNG, denn erst diese Fahrzeuge entsprechen den Anforderungen an Größe, Zuladungsmöglichkeiten und Reichweite eines Servicefahrzeuges. Außerdem legten die Vorgänger-Wagen aufgrund der damals noch geringen Erdgastankstellendichte nur durchschnittlich 60 Prozent der gefahrenen Kilometer im Erdgasbetrieb zurück, so dass die Vorteile dieser innovativen Antriebstechnologie nicht voll zum Tragen kamen. Dennoch bewertete die Deutsche Telekom deren Einsatz positiv und entschloss sich zum Kauf der neuen Modelle, zumal es sich dabei um serienmäßige Erdgasfahrzeuge handelt, für die keinerlei Umrüstkosten anfallen. Zu den im Rahmen der Selbstverpflichtung umzusetzenden Maßnahmen gehören darüber hinaus auch ein intensives Monitoring des Einsatzes der Erdgasfahrzeuge, die Einweisung und Information der Fahrzeugführer zur optimalen Ausnutzung der sich damit bietenden Möglichkeiten hinsichtlich Umwelt- und Kosteneffizienz, sowie die Kommunikation der Fortschritte und Vorteile des Einsatzes von Erdgasfahrzeugen über konzerninterne Medien.

Letztere richtet sich an alle Mitarbeiter und soll einerseits die Akzeptanz dieser nachhaltigen Technologie allgemein erhöhen und andererseits die Beschäftigten zum Kauf eines Erdgas betriebenen Pkw motivieren.

Außerdem beabsichtigt die DeTeFleetServices, ab kommendem Jahr allen Einsatzstellen Erdgasfahrzeuge als ökologische und wirtschaftliche Alternative zu herkömmlichen Dieselfahrzeugen anzubieten. Bis Ende 2005 sollen insgesamt weitere 300 Erdgasfahrzeuge in Dienst gestellt sein. Damit geht die Deutsche Telekom nach Ansicht der Jury mit gutem Beispiel bei der Verringerung des Schadstoffausstoßes sowie der Sensibilisierung der Konzernmitarbeiter für umweltrelevante Themen voran.

Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Jürgen Stefan Kukuk
Telefon: 0 30 / 22 19 13 49-0
E-Mail: kukuk@asue.de



Preisträger 10

Innovationspreis für umweltschonende Mobilität: Erdgas im Verkehr Preisträger Initiativkreis Thüringen "Das Erdgasfahrzeug"


Anerkennung

Am 19. Oktober 2004 wurden in Berlin im Rahmen einer Festveranstaltung die Gewinner des Innovationspreises der deutschen Gaswirtschaft 2004 bekannt gegeben. Diese Auszeichnung wird für herausragende Leistungen zur Einsparung von Energie und zur Steigerung der Energieeffizienz vergeben. Der mit insgesamt 50.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre von der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. ausgelobt und steht unter der Schirmherrschaft des BGW Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e.V. sowie des DVGW Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V.

Der Preis gliedert sich in zwei Kategorien. Neben dem Innovationspreis für Planung, Forschung und Entwicklung wurde der Innovationspreis für zukunftsweisende Mobilität: Erdgas im Verkehr gemeinsam mit dem ADAC Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e. V. ausgelobt. Eine Anerkennung bekam der Initiativkreis Thüringen „Das Erdgasfahrzeug“ ausgesprochen. Bei der hier ausgezeichneten Vermarktungsinitiative handelt es sich um eine strategische Allianz aus zurzeit 68 Mitgliedern. Darunter befinden sich fast alle Thüringer Gasversorgungsbetriebe, zwei Ferngasgesellschaften, eine Vielzahl von Autohäusern sowie weitere Institutionen aus Wirtschaft und Wissenschaft. Gegründet wurde die Vermarktungsinitiative im Jahr 2002 mit dem Ziel der Förderung des Kraftstoffs Erdgas und der Verbreitung von Erdgasfahrzeugen. Dies sollte auf vier verschiedenen Wegen erreicht werden:

  • Arbeit vor Ort mit Kunden und lokalen Marktpartnern,
  • Aufwertung des Images der beteiligten Träger,
  • deutliche Ausweitung der Erdgastankstellen- Infrastruktur im Freistaat Thüringen sowie die
  • gemeinschaftliche Ansprache von Flottenbetreibern, Autohäusern sowie Vertretern aus Wirtschaft und Politik.

 

Diese Strategie zeigt bereits Früchte – in den zwei Jahren seines Bestehens hat der Thüringer Initiativkreis schon eine Menge erreicht. So besitzt der Freistaat Thüringen mittlerweile ein flächendeckendes Netz an Erdgastankstellen – und, auf die Einwohnerzahl bezogen, sogar das dichteste in der gesamten Bundesrepublik. Weiterhin wurde ein einheitliches Förderprogramm für Erdgasfahrzeuge in diesem Bundesland ins Leben gerufen. In dessen Rahmen erhält jeder Käufer einen Tankgutschein für 600 kg Erdgas, was ungefähr für eine Strecke von 11.000 km reicht, und der bei jeder beliebigen Erdgastankstelle in ganz Thüringen eingelöst werden kann. Darüber hinaus fördert der Initiativkreis Thüringen im Rahmen einer Marktpartnerschaft die Autohändler beim Vertrieb von Erdgasfahrzeugen, indem Autohäusern unter anderem entsprechendes Werbematerial zur Verfügung gestellt wird beziehungsweise Werbekostenzuschüsse gezahlt werden. Der Autohändler verpflichtet sich im Gegenzug dafür, ständig ein Erdgasfahrzeug in seiner Verkaufsausstellung zu präsentieren sowie die zum Unterhalt von Erdgasautos notwendigen Service- und Wartungseinrichtungen in seiner Werkstatt vorzuhalten.

Außerdem hat es der Initiativkreis geschafft, in den zwei Jahren seines Bestehens eine intensive Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Dazu gehören neben umfangreicher PR-Arbeit in den verschiedensten Medien, gemeinsamen Messeauftritten und Kunden-Informationsveranstaltungen, der Betreuung einer speziellen Internetseite sowie intensiver Kontaktpflege zu Institutionen, Verbänden und Politikern auch regelmäßige Informationsveranstaltungen für Autohändler und Fuhrparkbetreiber. Dabei werden die Interessenten mit allem Wissenswerten zum Thema Erdgasfahrzeuge vertraut gemacht. So erläutern beispielsweise die Vertreter von technischen Überwachungsvereinen Details und Sicherheitsvorgaben der Technik von Erdgasfahrzeugen, Vertreter der Automobilhersteller stellen Fahrzeuge vor und laden zu Probefahrten ein, Mitarbeiter von Hochschulen informieren über wissenschaftliche Forschungsergebnisse, etwa zu Wirtschaftlichkeitsrechnungen und Umweltaspekten aus Sicht von Erdgasfahrzeugen, während Mitglieder des Initiativkreises Fördermöglichkeiten vorstellen. Auf diese Weise werden alle jene Marktpartner erreicht, die für eine schnelle Verbreitung von Erdgasfahrzeugen wichtig sind. Eine Ursache für den Erfolg der Thüringer liegt sicher mit darin begründet, dass alle im Initiativkreis zusammengeschlossenen Unternehmen im Rahmen der Mitarbeit ihre individuellen Interessen zurückstellen und auf diese Weise wirklich an einem Strang ziehen können. Dieser Aspekt hat für die Jury bei der Auswahl dieses Projektes für eine Anerkennung mit Sicherheit auch eine Rolle gespielt.

Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Jürgen Stefan Kukuk
Telefon: 0 30 / 22 19 13 49-0
E-Mail: kukuk@asue.de